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Therapie bei Schlaganfall

Nach dem Schlaganfall können Ärzte mit schnellen Maßnahmen versuchen, die Durchblutungsstörung im Gehirn zu beseitigen. Im Anschluss benötigen Patienten meist eine längere Rehabilitation

aktualisiert am 26.01.2017
Reha

Schlaganfall-Patienten müssen das Laufen oft erst wieder mühsam lernen


Nach der Erstversorgung bringt der Notarzt den Patienten in eine für die Behandlung von Schlaganfall-Patienten geeignete Klinik. Im Idealfall verfügt diese über eine Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit). Dort wird zunächst eine Computertomographie (CT) des Gehirns gemacht. Diese Untersuchung dauert wenige Minuten und zeigt, ob eine Gehirnblutung oder Durchblutungsstörung die Ursache des Schlaganfalls ist. Oft wird auch eine Gefäßdarstellung (CT-Angiographie) durchgeführt, die zeigt, ob ein größeres Blutgefäß verstopft ist. Die Erkenntnisse sind entscheidend für die Wahl der Therapie: Ein Schlaganfall infolge einer Durchblutungsstörung muss völlig anders behandelt werden als ein durch eine Gehirnblutung bedingter Schlaganfall.

Behandlung bei Blutgerinnsel

Wenn der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel verursacht wurde, das ein Gefäß verstopft, kann der Arzt mit dem Thrombolyse-Verfahren (Kurzform: Lyse-Therapie) versuchen, dieses Gerinnsel gezielt aufzulösen. Das muss aber schnell geschehen. Voraussetzung für den Erfolg der Therapie ist, dass sie innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Symptome erfolgt.

Bei der Thrombolyse erhält der Patient über eine Vene ein Medikament, das das Gerinnsel auflöst. Das Verfahren hat ein geringes Blutungsrisiko, so dass es bei bestimmten Vorerkrankungen des Patienten nicht geeignet ist.

Als Alternative zur Lyse-Therapie gibt es die Thrombektomie. Bei diesem relativ neuen Verfahren führen die Ärzte über die Leiste einen Katheter an die Verschlussstelle, der das Gerinnsel entfernt. Diese spezielle Methode, die erfahrene Spezialisten durchführen, kommt aber nur bei Schlaganfallpatienten mit sehr großen Gefäßverschlüssen in Frage.

Behandlung bei Hirnblutung

Liegt eine Gehirnblutung vor, gilt es zum einen die Blutung zu stoppen und zu verhindern, dass das Gehirngewebe Schaden nimmt. Denn das ausgeflossene Blut verdrängt das empfindliche Gewebe, wodurch dieses einem erhöhten Druck ausgesetzt wird und zerstört werden kann.

In einigen Fällen ist es möglich, die offene Stelle im Gefäß zu verschließen. Ist ein erhöhter Blutdruck für die Blutung verantwortlich, werden die Ärzte versuchen, diesen zu senken. Sind größere Mengen Blut ausgeflossen, muss der Neurochirurg dieses unter Umständen mithilfe eines Eingriffs beseitigen.

Reha: Zurück ins Leben nach dem Schlaganfall

Die Rehabilitation sollte so früh wie möglich nach einem Schlaganfall beginnen. Schon in der Akutklinik erhalten Patienten daher frühzeitig Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie. Behält der Patient nach der Akutphase relevante Funktionsstörungen wie Lähmungen, Sprach- oder Sprechstörungen zurück, so wird die Rehbilitation in einer Rehabilitationsklinik fortgesetzt, in die der Patient im Anschluss an den Aufenthalt in der Akutklinik verlegt wird.

Das Ziel der Rehabilitation ist nicht in erster Linie die Heilung. Stattdessen soll sie dem Patienten ermöglichen, mit den verbleibenden Behinderungen so gut wie möglich in seinem Alltag zurechtzukommen. Zum Reha-Team gehören Pflegekräfte ebenso wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Logopäden und Psychologen.

Pflegekräfte einer Stroke Unit sind speziell geschult. Sie unterstützen den Patienten beispielsweise, indem sie ihm bei der Körperpflege und Nahrungsaufnahme helfen, ihn lagern und ihm seine Medikamente verabreichen.

Physiotherapeuten üben mit dem Patienten, um die Beweglichkeit gelähmter Gliedmaßen wieder herzustellen. Aber auch selbstständiges Umlagern, Aufsitzen und das Gleichgewichthalten müssen viele Patienten in mühsamer Arbeit wieder erst mit Unterstützung von Physiotherapeuten und Pflegekräften lernen.

Logopäden üben mit den Patienten das Sprechen und das Verstehen von Sprache – beides ist nach einem Schlaganfall häufig beeinträchtigt. Logopäden helfen auch, wenn nach dem Schlaganfall eine Schluckstörung besteht.

Ergotherapeuten trainieren mit dem Patienten Bewegungsabläufe, wenn nach dem Schlaganfall die Motorik eingeschränkt ist. Auf diese Weise unterstützen sie Betroffene, nach der Reha wieder zu einem selbstständigen Leben zurückzufinden.

Sozialarbeiter helfen dabei, wenn es darum geht, Leistungen der Pflegekasse zu beantragen, beraten bei Fragen der Wohnraumanpassung und im Umgang mit Behörden wie etwa dem Wohnungs- oder Sozialamt.

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