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Diabetes und Berufswahl: "In zehn Jahren geht alles"

Im Interview erklärt der Diabetologe und Arbeitsmediziner Dr. Kurt Rinnert, wie moderne Diabetestechnologie die Berufsaussichten für Menschen mit Diabetes verändern wird

von Dr. Sabine Haaß, 01.07.2020

Zuckersensoren, moderne Insulinpumpen, die selbstständig die Grundversorgung mit Insulin übernehmen … Wird diese Technologie die Berufsaussichten für Menschen mit Diabetes verändern?

Auf jeden Fall. Dank der Technik liegen die Zuckerwerte immer länger im Zielbereich, und Unter­zuckerungen kann man frühzeitig gegensteuern. Dass Typ-1-Diabetiker jetzt auch in den USA Linienmaschinen fliegen dürfen, lässt hoffen.

Wie steht es in Deutschland?

Unser Ziel ist, dass die Lufthansa innerhalb der nächsten vier Jahre Piloten mit Typ-1-Diabetes akzeptiert.

Experte Dr. med. Kurt Rinnert

Was ist mit sonstigen Berufen, die Diabetikern derzeit noch verwehrt sind?

Für Feuerwehrleute etwa wird es in Zukunft einen persönlichen "smarten" Schutz­anzug geben, der Puls und Atmung kontrolliert — warum nicht auch den Zucker? Wenn die Überwachung sicher funktioniert, könnte ein Feuerwehrmann mit ­Dia­betes auch in der Brandbekämpfung tätig sein. Zumal ein Einsatz nicht länger als 20 Minuten dauern darf.

Und in anderen Bereichen als bei der Feuerwehr?

Meine Prognose: In spätestens zehn Jahren werden Hochrisikoberufe grundsätzlich für Diabetiker möglich sein. Vorausgesetzt, die Technologie macht mit.

Welche Probleme könnte es da geben?

Systemen, die den Zuckerspiegel automatisch steuern, dürfen weder Hitze und Kälte etwas anhaben noch elektromagnetische Felder, zum Beispiel rund um 5G-Sendemasten. Das ist noch nicht gewährleistet.

Und wenn das alles klappt …

… könnten Diabetiker mit "smarter" Ausrüstung sogar zum Mond fliegen!


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