"Aktiv sein lohnt sich auch im Alter"

Bewegung ist wichtig bei Typ-2-Diabetes. Aber was tun, wenn das im Alter nicht mehr so leicht geht? Der Diabetologe und Altersmediziner Dr. Jürgen Wernecke gibt Tipps

von Dr. Sabine Haaß, 21.10.2016
Seniorin beim Training

Krafttraining: Muskeln schützen auch im hohen Alter vor Verletzungen


Bewegung wird in der Diabetestherapie großgeschrieben. Gilt das auch für alte Menschen noch?

Unbedingt. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass Bewegung selbst im hohen Alter noch sehr wichtig ist.

Aber Sport können viele nicht mehr machen.

Es muss ja kein "Sport" sein. Jeder Schritt zählt. Auch wer nur zehn Minuten mit dem Rollator um den Block geht oder Hausarbeiten erledigt, tut etwas Gutes für seine Gesundheit.

Dr. Jürgen Wernecke

Weil durch Bewegung der Blutzucker sinkt?

Nicht nur der Blutzucker, auch der Blutdruck und die Blutfettwerte bessern sich. Zudem hebt Bewegung die Stimmung. Das ist nicht zu unterschätzen, denn Diabetiker haben häufiger Depressionen. Wer sich bewegt, senkt außerdem sein Risiko, an Demenz zu erkranken.

Alte Menschen sind aber oft nicht mehr so sicher auf den Beinen.

Das stimmt. Diabetiker sind sogar vom Muskelabbau besonders betroffen. Aber das lässt sich durch Bewegung ändern. Wenn man seine Muskeln mehr beansprucht, werden sie wieder kräftiger. Bewegung stärkt auch die Knochen. Das heißt: weniger Stürze, weniger Brüche.

Ist Abnehmen eigentlich auch im Alter noch sinnvoll?

Das kommt auf den Einzelfall an. Bei starkem Übergewicht lohnt es sich durchaus, wenn die Gelenke schmerzen. Da können schon ein paar Kilo weniger einen großen Unterschied machen. Grundsätzlich ist etwas Übergewicht im höheren Alter aber eher güns­tiger, weil man dadurch mehr Reserven hat, um etwa eine Erkrankung zu über­stehen.


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