Schnelle Hilfe bei Sportverletzungen

Bei Sportblessuren wie Verstauchungen und gezerrten Muskeln muss Erste Hilfe vor allem schnell sein. Außerdem Tipps gegen Seitenstechen, Muskelkater und andere Probleme beim Sport

von Diabetes Ratgeber, aktualisiert am 08.12.2015
Eine falsche Bewegung

Schmerz lass' nach: Bei Muskelkrämpfen kann Dehnen helfen


"Sport ist Mord!", behaupten Bewe­gungsmuffel. Und fühlen sich natürlich prompt bestätigt, wenn der fahrradbegeisterte Kollege mal wieder mit bandagiertem Handgelenk oder Pflas­ter auf der Stirn aus dem Wochenende kommt. Fakt ist freilich, dass kaum etwas so gesund hält wie regelmäßige Aktivität. Dass man sich dabei gelegentlich eine kleine Blessur holt, kommt vor. Eine Zusammenfassung, wie Sie sich bei kleinen Sportverletzungen helfen können und Problemen mit Muskeln, Bändern und Gelenken vorbeugen:

Seitenstechen

Seitenstechen ist zwar lästig, aber harmlos. Vorbeugend hilft es, zwei bis drei Stunden vor dem Sport nichts (oder nur etwas Leichtes) zu essen und seine Trainingsintensität nur langsam zu steigern. Kommt es trotzdem zu Seitenstechen: Tempo drosseln, tief und regelmäßig in den Bauch atmen.

Muskel gezerrt

Wird ein Muskel plötzlich überdehnt, etwa durch abruptes Bremsen beim Laufen, kann es zu einer Muskelzerrung kommen. Typi­sch ist ein heftiger, oft stechender Schmerz. Erste Hilfe: Betroffene Partie schonen, kühlen (Coldpack aus der Apotheke), hoch lagern, festen Verband anlegen. Vorbeugend: Vor dem Laufen locker aufwärmen, Dehnübun­gen machen. Bei stärkeren/anhaltenden Schmerzen zum Arzt!

Gelenk verstaucht

Einmal mit dem Fuß umgeknickt oder einen Sturz mit der Hand abgefangen, schon ist es passiert: Die Gelenkbänder sind überdehnt, mit etwas Pech sogar ein- oder komplett gerissen. Die Folge sind stechende Schmerzen im betroffenen Gelenk, das oft auch anschwillt. Erste Hilfe: Gelenk nicht mehr belasten, hoch lagern, festen Verband anlegen, kühlen. Über die weitere Behandlung entscheidet der Arzt – sie hängt vor allem davon ab, ob das Bandgewebe nur überdehnt oder gerissen ist. Vorbeugend können zum  Beispiel Balanceübungen dazu beitragen, die Sprunggelenke sicherer zu machen. Bandagen können helfen, verstauchungsanfällige Gelenke zu schützen.

Tennisarm

Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, verspannte Muskeln am Unterarm: Dies sind Hinweise, dass die Sehnenansätze der Unterarm-Streckmuskeln entzündet sind. Der Tennisarm wird durch ungewohnte, monotone Belastungen ausgelöst, zum  Beispiel auch durch Arbeiten mit der Computermaus. Therapie: Vermeiden aller schmerzhaften Bewegungen, gezielte, spezielle Dehnungsübungen, bei anhaltenden Schmerzen zum Arzt!

Achillessehne gereizt

Die Achillessehne ist der Ansatz der Wadenmuskeln an der Ferse. Eine Überlastung, zum  Beispiel durch häufiges Joggen ohne vorheriges Dehnen, schnelles Anlaufen und Abstoppen, aber auch Fehlstellungen des Sprunggelenks, falsches Schuhwerk und vieles mehr können die Sehne reizen. Die Folge: Schmerzen, die bis in den Oberschenkel ziehen können, in schweren Fällen sogar in Ruhe. Therapie: schonen, kühlen, zum Arzt; gegebenenfalls Laufbandanalyse und Schuhberatung.

Muskelkater

Die Ursache des Muskelkaters sind vermutlich kleine Risse in den Muskelfasern – in der Regel als Folge einer plötzlichen oder übermäßigen Belastung nicht ausreichend trainierter Muskeln. Vorbeugung: Trainingsbelastung langsam steigern. Bei Muskelkater: Intensität der Belastung vorübergehend senken, zum  Beispiel zügig gehen statt joggen. Auch vorsichtige Wärmeanwendungen können den Schmerz lindern.

Muskelkrampf

Tritt ohne Vorwarnung auf und schmerzt höllisch: der Muskelkrampf. Häufig trifft es den Wadenmuskel. Was hilft: dehnen (bei Wadenkrampf etwa Fußspitze Richtung Körper ziehen, mit der Ferse nach vorn treten). Bei häufigen Krämpfen zum Arzt, dann kann eventuell die Einnahme eines Magnesium-Präparates sinnvoll sein.

Meniskus-Schaden

Drehen unter Druck – das mögen die Knie nicht! Beim Fußball oder Alpin-Skifahren entstehen in den Menisken, den knorpeligen Stoßdämpfern des Gelenks, leicht Risse. Folge: Das Knie schmerzt, schwillt und lässt sich kaum bewegen. Erste Hilfe: schonen, kühlen, dann zum Arzt.

Achtung bei Zucker!

Dia­betes kann auf Dauer die Nerven schädigen. Dann spürt man das Warnsymptom Schmerz mitunter nicht mehr so deutlich. Tipp: Auch wenn nichts wehtut, auf Schwellungen oder Rötungen an den Gelenken achten. Bei diabetischer Neuropathie mit dem Arzt sprechen, welches Schuhwerk beim Sport am besten geeignet ist. Schwimmen belastet die Füße am wenigsten.

Prellung

Vom Rad gestürzt, beim Fußball angerempelt – schon hat man sich eine schmerzhafte Prellung eingehandelt, eventuell mit Bluterguss und Schwellung. Was hilft: Schonen, kühlen, Gel- oder Salbenverband, zum  Beispiel mit Ibuprofen oder Arnika. Bei stärkeren Beschwerden zum Arzt.

Ermüdungsbruch

Ein Knochenbruch ohne Sturz? Das gibt es! Ermüdungsbruch nennen es Ärzte, wenn Knochen nach längerer Überlastung plötzlich brechen. Betroffen sind vor allem kleine Fußknochen und das Schienbein. Ein Problem, das häufig bei untrainierten Freizeitläufern auftritt, die sich etwa bei einem Stadtmarathon übernehmen. Typisch sind zunehmende Schmerzen. Bei Verdacht: betroffene Partie ruhig stellen, Arzt aufsuchen.

Kinesio-Tapes: Nur trendig oder auch nützlich?

Immer häufiger sieht man Sportler, darunter pro­mi­nente Spitzen­fußballer, mit bunten Klebestreifen auf Schultern, Rücken oder Wa­den: sogenannten Kinesio-Tapes. Sie sol­len Schmerzen lindern und Verspannungen vorbeugen – unter anderem, indem sie die Blutzirkulation anregen. "Dass Kinesio-Tapes diesen Zweck erfüllen, ist nicht bewiesen", sagt Professor Andreas B. Imhoff, Orthopäde und Unfallchirurg an der Technischen Universität München. "Im Rahmen eines physiotherapeutisch oder sportwissenschaftlich kontrollierten Trainings können sie aber durchaus sinnvoll sein."

Unbestritten sei der Nutzen herkömmlicher Tape-Verbände, mit denen verletzte Gelenke stabilisiert und gefährdete Gelenke vorbeugend geschützt werden. Vorsicht bei dia­betischem Nervenschaden: Hautreizungen unter einem Tape, das länger auf der Haut klebt, können unbemerkt bleiben. In diesem Fall vorher mit dem Arzt sprechen!


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