Wintersport mit Diabetes: Wichtige Tipps

Es gibt kaum etwas Schöneres, als inmitten einer verschneiten Winterlandschaft sportlich aktiv zu sein. Auf diese fünf Dinge lohnt es sich beim Skifahren mit Diabetes zu achten

von Sabine Lotz, 05.01.2018

Winterlandschaft: Insulin muss vor Kälte geschützt werden


1. Diabetes-Equipment vor Kälte schützen

Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Insulinpen am besten dicht am Körper tragen, zum Beispiel in den Innentaschen einer Jacke. Insulin ist kälteempfindlich, sodass es bei Minusgraden seine Wirkung verlieren kann. Die Teststreifen können durch Kälte ebenfalls Schaden nehmen.

2. Blutzucker regelmäßig messen

Wie häufig man beim Wintersport den Blutzucker bestimmen sollte, hängt ganz von den individuellen Voraussetzungen ab – etwa von der Stoffwechseleinstellung und der Art der Diabetestherapie. Das Vorgehen vorzeitig mit dem Arzt abklären. Faustregel: mit einem leicht erhöhten Wert von 150 bis 180 mg/dl auf die Piste gehen. Vor allem wer Insulin spritzt, sollte danach rund alle zwei bis drei Stunden den Blutzucker überprüfen, gegebenenfalls auch öfter. Bei Verdacht auf Unterzucker immer sofort nachmessen.

Beim Messen kalte Hände durch Reiben oder an einer warmen Teetasse zuerst aufwärmen. Aus kalten Fingern Blut zu gewinnen ist nicht nur schwierig, das Messergebnis kann auch verfälscht sein.

3. Kohlenhydrate für Notfälle

Bei Sport kann der Blutzucker schnell absinken. Ein Frühstück mit langsam verdaulichen Kohlenhydraten wie Vollkornbrot oder ungesüßtem Müsli hilft Unterzuckerungen auf der Skitour vorzubeugen. Zudem schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Traubenzucker-Gels und Energieriegel für zwischendurch in Rucksack oder Bauchtasche packen.

Vor allem wer Insulin spritzt, sollte zudem an nächtliche Unterzuckerungen denken und nach einem langen Tag mit ausgiebig Wintersport mit einem höheren Blutzuckerwert als sonst schlafen gehen. 

4. Feuchtigkeit für die Haut & Co.

Viel Haut ist der Winterkälte nicht ausgesetzt. Dieses Bisschen sollte man aber gut schützen. Kalte Luft bedeutet Stress für die Haut: Sie wird dann nicht nur schlecht durchblutet, sondern auch schnell trocken, da bei Kälte die Talgdrüsen weniger Fett produzieren und die hauteigene Feuchtigkeit rascher verdunstet.

Darunter leidet vor allem reifere Haut, die dann schnell spröde wird, spannt und eventuell juckt. Bei Diabetes neigt die Körperhülle ebenfalls zu Trockenheit. Deshalb vor dem Ausflug in die Winterluft das Gesicht gut eincremen und mit hohem Lichtschutzfaktor gegen die Sonne wappnen. Die Lippen nicht vergessen. Passende Pflegeprodukte für verschiedene Hauttypen – trocken, fettig, empfindlich, reif – gibt es in der Apotheke. Während der Rast auch eine gute Portion Flüssigkeit, etwa Wasser oder Tee, trinken.

5. Gefahr für das Herz

Bei tiefen Temperaturen verengen sich die Blutgefäße und das Herz muss gegen einen größeren Widerstand anpumpen. Sind die Blutgefäße ohnehin angeschlagen, kann das gefährliche Folgen haben. Deshalb sollten Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen und solche, die – wie viele Typ-2-Diabetiker – dafür ein erhöhtes Risiko haben, den Wintersport langsam angehen.

Dazu gehört, dass man bei Kälte nur warm genug angezogen vor die Tür geht und sich aufwärmt vor den ersten Läufen auf dem Eis, der Loipe oder über Berghänge. Das erspart dem Körper die ungesunde Kombination aus abruptem Temperaturwechsel und plötzlicher Anstrengung. Wer nicht an regelmäßigen Sport gewöhnt ist, sollte sich außerdem mit seinem betreuenden Arzt absprechen.


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