{{suggest}}


Übergewicht erhöht Gesundheitskosten

Mit dem Körpergewicht steigen bei vielen Krankenversicherten auch die Kosten für medizinische Leistungen

07.11.2011
Dicke Frau

Starkes Übergewicht macht anfälliger für chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes


Überschüssiges Körperfett belastet die Gesundheitskassen. Diesen Zusammenhang bestätigt jetzt eindrucksvoll eine Studie aus den USA, die im Journal of General Internal Medicine (2011; 26: 1284-1290) veöffentlicht wurde. Depressionen, an denen Menschen mit starkem Übergewicht häufig leiden, erklären den Kostenanstieg nur teilweise.

Wissenschaftler vom Forschungsinstitut der Group Health Cooperative, einer gemeinnützigen US-Krankenversicherung mit Sitz in Seattle, befragten 4.462 weibliche Versicherte im Alter von 40 bis 65 Jahren telefonisch nach Körpergröße und Gewicht, woraus sie den Body Mass Index der Frauen ermittelten. Die Forschergruppe um Gregory Simon erfasste außerdem mit einem standardisierten Fragebogen, ob die Versicherten Anzeichen einer Depression zeigten.

Mehrkosten für alle medizinischen Leistungen

Ein Abgleich mit den Patientendaten der Krankenkasse ergab, dass bei stark übergewichtigen Frauen (BMI zwischen 30 und 35), verglichen mit normalgewichtigen Frauen (BMI unter 25), die Gesundheitskosten um 65 Prozent höher lagen. Bei einem BMI von über 35 stiegen die Kosten sogar um 157 Prozent. Die Mehrkosten betrafen alle medizinischen Leistungen: Haus- und Facharztkosten, Verordnungen, Klinikbehandlungen und psychiatrische Betreuung.

Ursprünglich hatte Simon vermutet, dass die höhere Rate von depressiven Erkrankungen bei Adipösen die höheren Gesundheitskosten erklärt. Das erwies sich nur teilweise als richtig. Denn auch nach der Berücksichtigung dieses Faktors war eine Adipositas noch mit um 40 Prozent (BMI 30 bis 35) beziehungsweise 87 Prozent (BMI über 35) höheren Gesundheitskosten assoziiert.

Adipositas macht anfällig für chronische Krankheiten

Angesichts der starken Verbreitung der Adipositas – ein Drittel der US-Bevölkerung ist fettleibig, ein weiteres Drittel übergewichtig – ist der Zusammenhang zwischen BMI und Gesundheitskosten von großer Bedeutung für das Gesundheitswesen, wie Simon betont.

Worauf die Assoziation beruht, kann die Studie nicht klären. Viele epidemiologische Studien belegen jedoch, dass eine Adipositas die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen im Alter begünstigt. Sie ist außerdem Teil des metabolischen Syndroms, das häufig in einen Typ-2-Diabetes mündet.

Quelle: aerzteblatt.de / grouphealthresearch.org


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes