Was kann eine Unterzuckerung auslösen?

Anstrengender Sport, eine Mahlzeit ausgelassen, zu viele Tabletten eingenommen – eine Unterzuckerung kann zahlreiche Gründe haben
aktualisiert am 14.01.2015

Eine Unterzuckerung kann etwa nach dem Sport auftreten

W&B/Jan Greune

Die häufigsten Gründe einer Unterzuckerung bei Menschen mit Diabetes sind:

Mahlzeit vergessen

Wer sein Mahlzeiteninsulin gespritzt oder Tabletten genommen hat, die die Insulinausschüttung anregen, kann eine Unterzuckerung entwickeln, wenn er danach nichts isst.

Kohlenhydratgehalt zu hoch eingeschätzt

Wenn die Dosis des kurzwirkenden Insulins zu hoch gewählt wurde, weil man den Kohlenhydratgehalt seiner Mahlzeit überschätzt, kann dies zur Folge haben, dass der Blutzucker zu stark sinkt.

Sport

Menschen mit Diabetes haben vor allem dann ein erhöhtes Hypoglykämierisiko beim Sport, wenn sie Insulin spritzen oder Diabetes-Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe oder Glinide einnehmen. Sie müssen deshalb bei körperlicher Aktivität die Insulin- beziehungsweise Tablettendosis verringern. Zu beachten ist, dass nicht nur während, sondern vor allem auch nach längerer Anstrengung noch bis viele Stunden später ein erhöhtes Unterzuckerungsrisiko besteht. Die Ursache ist unter anderem eine gesteigerte Insulinwirkung. Nach längerer anstrengender Bewegung kann es daher ratsam sein, die Insulindosis zum Abendessen zu verringern, sodass der Blutzucker vor dem Schlafen höher liegt als sonst. Im Falle einer Unterzuckerung während des Sports sollte man sowohl schnell als auch langsam wirkende Kohlenhydrate zu sich nehmen, zum Beispiel Traubenzucker und ein, zwei Scheiben Vollkornbrot. Anschließend etwa eine Viertelstunde pausieren, bis der Zucker wieder gestiegen ist. Den Blutzuckerwert dabei wiederholt kontrollieren! Diabetespatienten besprechen am besten mit ihrem behandelnden Arzt, wie sie den Blutzucker vor und nach dem Sport einstellen.

Alkohol

Wenn die Leber damit beschäftigt ist, Alkohol abzubauen, kann sie nicht mehr genügend Zucker produzieren und ins Blut ausschütten. Vor allem abendlicher Alkoholgenuss kann daher zu nächtlichen Unterzuckerungen führen. Achtung: Kohlenhydrathaltige Getränke wie Bier und Likör erhöhen zunächst den Blutzucker. Wird der erhöhte Wert dann mit Insulin gesenkt, kann es zu einer besonders schweren Unterzuckerung kommen.

Gewichtsabnahme

Schwinden die Pfunde, sinkt auch der Insulinbedarf. Die Insulin- beziehungsweise Tablettendosis muss deshalb in Absprache mit dem behandelnden Arzt dem veränderten Körpergewicht angepasst werden.

Zu viele Blutzucker senkende Tabletten eingenommen

Medikamente, die den Blutzuckerspiegel bei Diabetes senken, müssen nach Vorschrift eingenommen werden. Wird versehentlich eine zu hohe Dosis geschluckt, rutscht der Blutzuckerspiegel in den Keller.

Hitzeeinwirkung

Ein heißes Bad oder ein Saunabesuch verstärken die Durchblutung der Haut, so dass gespritztes Insulin schneller in den Kreislauf gelangt.

Insulin falsch gespritzt

Zu einer Hypoglykämie kann es kommen, wenn die falsche Dosis gespritzt, das Insulin verwechselt oder in den Muskel gespritzt wird (aus dem Muskel wird Insulin schneller ins Blut befördert). Wie Sie richtig Insulin spritzen, lesen Sie hier.

Erkrankungen

Bei akuten Erkrankungen, die mit Erbrechen und Durchfall einhergehen, gelangt nur ein Teil der mit dem Essen verzehrten Kohlenhydrate in den Stoffwechsel, so dass die Zuckerwerte zu tief sinken können. Ziehen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt hinzu.

Wechselwirkungen von Arzneimitteln

Auch Wechselwirkungen zwischen Blutzuckersenkern und anderen Medikamenten können möglicherweise Unterzucker begünstigen. Lassen Sie die Medikamente, die Sie einnehmen, regelmäßig von Ihrem Arzt überprüfen. Auch Ihre Apotheke kann Sie beraten.

Verzögerte Magenentleerung

Eine Magenlähmung infolge einer Nervenschädigung kann bei Menschen mit Diabetes, die zum Essen kurz wirkendes Insulin spritzen, dazu führen, dass das Insulin wirkt, bevor die Kohlenhydrate aus der Mahlzeit ins Blut gelangen.

Schilddrüsenunterfunktion

Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) verbessert die Insulinempfindlichkeit. Der Zucker wird dann schneller aus dem Blut in die Zellen geschleust – was zu Unterzuckerungen führen kann.


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