Die diabetische Retinopathie

Schäden der Netzhaut gehören zu den häufigsten Folgeerkrankungen eines Diabetes. Früherkennung ist wichtig, um schwere Sehstörungen zu vermeiden

aktualisiert am 27.02.2018
Mann blickt durch seine Hände

Diabetiker sollten auf ihre Augen gut achtgeben


Was ist eine Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina) des Auges. Sie ist eine häufige Ursache von Erblindungen bei Menschen mit Diabetes.

Wie verbreitet Netzhautschäden unter Menschen mit Diabetes sind, darüber gibt es keine sicheren Zahlen. Im Jahr 2016 veröffentlichten Daten der europäischen Gutenberg-Studie zufolge hatten 13 Prozent der untersuchten Diabetiker einen Netzhautschaden. In der deutsch-österreichischen DPV-Studie hatten dagegen von 8784 Typ-1-Diabetikern 27 Prozent eine Retinopathie, die 64.784 untersuchten Typ-2-Diabetiker kamen auf 20 Prozent. Aber wie man es auch nimmt: Alle Zahlen sind bedenklich hoch!

Netzhaut: Ort des Sehens

Die Netzhaut (Retina) befindet sich auf der Innenwand des Augapfels. Sie ist zum Sehen unerlässlich: Auf ihr sitzen Millionen von Sehzellen, die eintreffende Sinneseindrücke an das Gehirn weiterleiten. Die Netzhaut ist durchzogen von zahlreichen kleinen Äderchen, welche die Zellen mit Nährstoffen versorgen. Das macht die Retina anfällig für Gefäßschädigungen, die infolge eines Diabetes auftreten können. Risikofaktoren für Netzhautschäden sind vor allem hohe Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Je früher der Netzhautschaden erkannt wird, desto besser lässt er sich in der Regel behandeln. Das Tückische an einer Retinopathie: Sie verursacht zunächst keine Beschwerden. Wer Diabetes hat, sollte deshalb einmal jährlich vom Augenarzt seine Sehorgane untersuchen lassen.

Augen bei Diabetes: Vorsorgetermine im Überblick

Menschen mit Diabetes sollten in regelmäßigen Abständen zum Augenarzt gehen und sich auf Netzhautveränderungen untersuchen lassen.

Typ-2-Diabetes:

  • Sofort nach Diagnosestellung
  • Danach einmal pro Jahr
  • Bei bekanntem Netzhautschaden (Retinopathie) mit dem Augenarzt besprechen, wie häufig Kontrolluntersuchungen nötig sind

Typ-1-Diabetes:

  • Ab dem 5. Jahr nach der Diagnose, bei Kindern mit Diabetes: ab dem 11. Lebensjahr einmal jährlich
  • Wenn kein Netzhautschaden vorliegt: einmal jährlich
  • Wenn ein Netzhautschaden bekannt ist: Mit dem Augenarzt besprechen, wie häufig Kontrolluntersuchungen erfolgen sollten

Schwangere mit Diabetes:

  • In der Schwangerschaft kann sich ein Netzhautschaden verschlechtern. Daher: Wenn möglich schon vor der geplanten Empfängnis zum Augenarzt, ansonsten sofort nach Feststellung der Schwangerschaft
  • Während der Schwangerschaft alle drei Monate
  • Falls während der Schwangerschaft eine Retinopathie auftritt oder eine Retinopathie sich verschlechtert: Kontrollen in Absprache mit dem Augenarzt

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie Näheres zu den Ursachen der diabetischen Retinopathie, wie die Erkrankung verläuft, wie Ärzte sie behandeln, was Menschen mit Diabetes zur Vorsorge tun können.


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes