Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Alpha-Glukosidasehemmer

Medikamente von diesem Typ verzögern die Verarbeitung von Zuckern im Darm. So helfen sie, Blutzuckeranstiege nach dem Essen zu vermeiden

03.03.2015

Alpha-Glukosidasehemmer werden unmittelbar vor einer Mahlzeit eingenommen


Wirkmechanismus:

Alpha-Glukosidasehemmer hemmen im Dünndarm das Enzym Alpha-Glukosidase. Dieses Enzym ist dafür zuständig, im Rahmen der Verdauung Kohlenhydrate in Einfachzucker wie Glukose aufzuspalten. Nur in dieser Form kann der Energieträger über die Darmwand ins Blut gelangen. Durch die Enzymblockade verzögert sich die Zuckeraufnahme. In Deutschland sind die Wirkstoffe Acarbose und Miglitol zugelassen.

Anwendung:

Alpha-Glukosidasehemmer werden zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt, entweder in Ergänzung zu einer angepassten, gesünderen Ernährung oder in Kombination mit anderen Diabetes-Medikamenten. Die beste Wirkung wird erreicht, wenn man das Medikament unzerkaut mit etwas Flüssigkeit unmittelbar vor der Hauptmahlzeit oder mit dem ersten Bissen einnimmt.

Besonderheiten:

Während einer Behandlung mit Acarbose oder Miglitol können Unterzuckerungen nur durch Gabe von Traubenzucker (Glukose) behandelt werden, nicht etwa mit süßen Getränken wie Limonade. Denn diese enthalten Haushalts- oder Rohrzucker – Zweifachzucker (Saccharose), deren Aufnahme durch den Alpha-Glukosidasehemmer verzögert wird. Bei Unterzuckerungen (Hypoglykämien) unter einer kombinierten Therapie mit einem weiteren Blutzuckersenker oder Insulin wird der Arzt deren Dosis entsprechend herabsetzen beziehungsweise die Therapie insgesamt anpassen.

Nebenwirkungen:

Besonders zu Beginn einer Behandlung kann es zu Blähungen mit Darmgeräuschen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen, da Haushaltszucker vermehrt in den Dickdarm gelangt und dort vergoren wird. Daher der Rat, gerade auch unter einer Therapie mit einem Alpha-Glukosidase-Hemmer eher wenig davon zu verzehren. Der Arzt wird weitere Tipps zur passenden Ernährung geben.

Wechselwirkungen:

Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Antazida gegen Magenübersäuerung oder Verdauungsenzyme, können die Wirkung von Acarbose und Miglitol herabsetzen. Diese wiederum können im Einzelfall die Wirkung von herzwirksamen Digoxin-Präparaten beeinträchtigen.

Gegenanzeigen:

Alpha-Glukosidase-Hemmer sind unter anderem bei ausgeprägter Nierenschwäche, bei chronischen Darmerkrankungen mit Verdauungsstörungen oder bei Erkrankungen und Zuständen, die sich durch vermehrte Gasbildung im Darm verschlechtern können, kontraindiziert.

Dosierung:

Meist wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, die je nach Wirkung und Verträglichkeit erhöht wird.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.


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