Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Glinide

Glinide sind Blutzuckersenker, die die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse fördern
03.03.2015

Glinide können nur wirken, wenn der Körper noch selbst Insulin produziert

W&B/Simon Katzer

Wirkweise:

Glinide fördern die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Sie können daher nur wirken, wenn der Körper noch in der Lage ist, eigenes Insulin herzustellen. Sie wirken ähnlich wie Sulfonylharnstoffe, allerdings haben sie eine kürzere Wirkdauer. Zudem tritt die Wirkung schneller ein. Das ermöglicht mehr Flexibilität bei den Mahlzeiten. 

Anwendung:

Repaglinid kann Typ-2-Diabetikern verordnet werden, deren Blutzucker durch Diät, Bewegung und Gewichtsreduktion nicht ausreichend einstellbar ist. Es kann sowohl allein als auch in Kombination mit Metformin angewendet werden. Bei der Behandlung mit  blutzuckersenkenden Tabletten ist im Allgemeinen jedoch Metformin Medikament der ersten Wahl in der Einzeltherapie (Monotherapie). Der Grund: Bislang liegt kein ausreichender Nachweis für eine überlegene Wirkung von Gliniden im Vergleich zu Metformin vor, etwa hinsichtlich eines verringerten Risikos von Herz-Kreislauferkrankungen als Diabetesfolge. Bei Metformin-Unverträglichkeit kann aber zum Beispiel Repaglinid an die Stelle von Metformin treten. Nateglinid wird ausschließlich in Kombination mit Metformin zur Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes eingesetzt, deren Blutzuckerwerte mit Metformin nicht ausreichend einstellbar sind.

Besonderheiten:

Die Tabletten sollten vor den Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Wird eine Mahlzeit ausgelassen, entfällt auch die Tabletten-Einnahme.

Risiken:

Mögliche Nebenwirkungen sind Unterzuckerungen, Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden, selten auch erhöhte Leberwerte oder Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Ausschlag). Mit Gliniden dürfen nur Diabetes-Patienten behandelt werden, die noch eigenes Insulin produzieren. Bei schweren Lebererkrankungen dürfen Glinide nicht eingesetzt werden. Bei Nierenschwäche ist ihre Anwendung möglich; gegebenenfalls passt der Arzt die Dosis an.

Dosierung:

Die Therapie wird mit einer niedrigen Wirkstoffdosis begonnen und bei Bedarf langsam erhöht; die volle Wirkung tritt nach ein bis drei Wochen ein.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.


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