Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: DPP-4-Hemmer (Gliptine)

Die Arzneimittel dienen zur Behandlung erhöhter Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes. Sie hemmen den Abbau des Darmhormons GLP-1

aktualisiert am 13.01.2016

DPP-4-Hemmer dienen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes


DPP-4-Hemmer, auch Gliptine oder Inkretin-Verstärker genannt, gehören zu den oralen Antidiabetika, also zu den Diabetesmedikamenten, die über den Mund eingenommen werden.

Wirkmechanismus:

Die Medikamente hemmen abhängig vom Blutzuckerspiegel den Abbau des Darmhormons GLP-1 (Glukagon-like Peptid 1). GLP-1 zählt zu den Darmhormonen (Inkretinen). Es wird normalerweise innerhalb weniger Minuten von dem Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4) abgebaut. GLP-1 hat mehrere Wirkungen:

  • Es regt in der Bauchspeicheldrüse die Freisetzung von Insulin an.
  • Es verzögert die Magenentleerung und führt so zu einem früheren Sättigungsgefühl.
  • Es unterdrückt in der Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung des Hormons Glukagon, das dem Insulin entgegengesetzt wirkt und den Blutzucker erhöht.

DPP-4-Hemmer erhöhen den GLP-1-Spiegel nur dann, wenn der Körper das Hormon nach der Aufnahme von Kohlenhydraten auch tatsächlich ausschüttet – im Gegensatz zu den Inkretin-Analoga, die die GLP-1-Wirkung nachahmen.

Anwendung:

DPP-4-Hemmer werden zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt, wenn andere Diabetesmedikamente den Blutzucker nicht ausreichend senken. Sie werden unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.

Nebenwirkungen:

DPP-4-Hemmer werden im allgemeinen gut vertragen. Als Nebenwirkung können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei einer Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen kann das Risiko für Unterzuckerungen steigen.

Gegenanzeigen:

Bei Nierenschwäche, einer bekannten allergischen Reaktion auf einen im Medikament enthaltenen Wirkstoff sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten DPP-4-Hemmer nicht eingenommen werden. Vorsicht ist auch bei einer Herzschwäche oder schweren Lebererkrankung geboten. Bei einer mäßigen oder schweren Nierenschwäche sollen keine DPP-4-Hemmer eingenommen werden.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich bei Fragen von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.


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