Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Inkretin-Analoga

Inkretin-Analoga regen die Bauchspeicheldrüse an, Insulin auszuschütten. Sie ahmen dabei die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach

12.03.2015

Die blutzuckersenkenden Insulin-Analoga werden unter die Haut gespritzt


Inkretin-Analoga (auch: Inkretin-Mimetika) und Inkretin-Verstärker sind zwei Wirkstoffgruppen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Die Inkretin-Analoga werden, ähnlich wie Insulin, vom Patienten unter die Haut gespritzt und können nicht in Tablettenform eingenommen werden. Zu ihnen zählen unter anderem Exenatide, Liraglutid und Albiglutid.

Wirkmechanismus:

Inkretin-Analoga imitieren die Wirkung des zu den Inkretin-Hormonen gehörenden Darmhormons GLP-1. Daraus leitet sich der dritte Name dieser Medikamente, nämlich GLP-1-Rezeptor-Agonisten, ab. Das Darmhormon GLP-1 regt die Insulinfreisetzung an, verzögert die Magenentleerung, führt so zu einem früheren Sättigungsgefühl und unterdrückt die Freisetzung des Hormons Glukagon. Dieses wirkt dem Insulin entgegengesetzt und erhöht den Blutzucker. Außerdem hat GLP-1 einen appetitdämpfenden Effekt.

Anwendung:

Inkretin-Analoga werden zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt, wenn andere Diabetesmedikamente den Blutzucker nicht ausreichend senken. Die Wirkstoffe werden wie Insulin unter die Haut gespritzt und können mit verschiedenen anderen Diabetes-Medikamenten (zum Beispiel Metformin, Sulfonylharnstoffe) kombiniert werden.

Nebenwirkungen:

Insbesondere in der Anfangsphase der Behandlung kann es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Völlegefühl, bis hin zu Erbrechen, kommen – vermutlich infolge der verzögerten Magenentleerung. Auch Kopfschmerzen gehören zu den häufigeren Nebenwirkungen. Bei einer Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten ist mit einem erhöhten Unterzuckerungsrisiko zu rechnen.

In Einzelfällen wurden bei einer Behandlung mit Inkretin-Analoga und -Verstärkern das Auftreten von Bauchspeicheldrüsenentzündungen beobachtet. Nachfolgende Untersuchungen fanden aber keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit Entzündungen oder gar bösartigen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse. Die US-amerikanischen und europäischen Arzneimittelzulassungsbehörden FDA und EMA geben deshalb nach aktuellem Stand Entwarnung, verfolgen aber die weitere Entwicklung möglicher Nebenwirkungen aufmerksam.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.


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