Diabetes mellitus Typ 2

Bei einem Typ-2-Diabetes sind die Zuckerwerte im Blut erhöht. Unbehandelt kann die Erkrankung akute Stoffwechselentgleisungen und gesundheitliche Langzeitschäden nach sich ziehen. Ein veränderter Lebensstil und eine Behandlung mit Medikamenten können das verhindern

aktualisiert am 16.06.2020

Was ist Typ-2-Diabetes?

Der Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit. Kennzeichnend für die Erkrankung ist ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut. Der Grund dafür ist in der Regel eine Kombination aus erblicher Veranlagung, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel, die in der Folge zu einer Insulinresistenz führen. Insulinresistenz bedeutet, dass die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin ansprechen. Insulin hat die Aufgabe, Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, die ihn als Energiequelle benötigen. Bei einer Insulinresistenz gelingt das nur unzureichend. Der Zucker staut sich deshalb im Blut an.

Bei der Behandlung sind einerseits vom Arzt verschriebene Medikamente wichtig, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Gleichzeitig kommt dem Patienten eine tragende Rolle zu: Mit einem veränderten Lebensstil – vor allem mit gesunder Ernährung, Abnehmen und viel Bewegung – lässt sich die Stoffwechsellage wieder bessern, und es lassen sich gefährliche Langzeitfolgen eines Diabetes verhindern.

Warum ist Typ-2-Diabetes gefährlich?

Erhöhte Blutzuckerwerte verursachen oft lange Zeit keine Beschwerden. Im Körperinneren schädigen sie aber langfristig die Blutgefäße, die Nerven und zahlreiche Organe. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Herzinfarkt sind typische Komplikationen eines Typ-2-Diabetes.

Oft bestehen zum Zeitpunkt der Diagnose bei Typ-2-Diabetes bereits erste Schäden, da die Krankheit erst nach Jahren entdeckt wird. Deshalb sind regelmäßige Routineuntersuchungen beim Arzt wichtig, um mögliche Folgeerkrankungen früh zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern.

Die wichtigsten Folgekrankheiten sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden, Nervenstörungen sowie Durchblutungsstörungen der Beine und Füße bis hin zum sogenannten diabetischen Fußsyndrom, das schlimmstenfalls zur Amputation führen kann. Diese Erkrankungen entwickeln sich meist schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg.

Wie häufig ist Typ-2-Diabetes?

Verlässliche Daten zur Häufigkeit in Deutschland gibt es nicht, da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit ist. Vermutlich leben bundesweit derzeit mindestens 7,5 Millionen Menschen mit einem Diabetes, der mit Medikamenten behandelt wird – der überwiegende Anteil (etwa 95 Prozent) hat Typ-2-Diabetes. Dazu kommt vermutlich eine Dunkelziffer von bis zu zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, aber nichts davon wissen. Jeden Tag erhalten in Deutschland rund 1.300 Menschen die Diagnose Typ-2-Diabetes neu.

Tritt Typ-2-Diabetes nur im Alter auf?

In der Vergangenheit wurde der Typ-2-Diabetes gerne auch als "Alterszucker" bezeichnet. Tatsächlich erkranken in erster Linie ältere Menschen daran. Allerdings leiden zunehmend auch jüngere Menschen an Typ-2-Diabetes. Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen schon in jungen Jahren stark übergewichtig sind und sich nur wenig bewegen. Immer häufiger stellen Ärzte die Krankheit auch bei Kindern und Jugendlichen fest. In den USA haben etwa ein Viertel der Jugendlichen Diabetes oder eine Vorstufe davon. Die Bezeichnung "Alterszucker" ist also längst nicht mehr korrekt.

Kann man Typ-2-Diabetes durch Abnehmen heilen?

Ein Typ-2-Diabetes kann durch eine Gewichtsabnahme bei vielen Menschen zum Verschwinden gebracht werden. Das zeigt die britische DiRECT-Studie, die im Jahr 2017 veröffentlicht wurde: Fast die Hälfte der Teilnehmer konnte durch eine stark kalorienreduzierte Diät mit anschließender Ernährungsberatung innerhalb eines Jahres ihren Diabetes zurückzudrängen. Bei denjenigen, die es geschafft hatten, 15 Kilo abzuspecken, lag die Erfolgsquote sogar bei 86 Prozent. Von Dauer ist dieser Effekt aber nur, wenn man die gesunde Lebensweise beibehält. Fallen die Betroffenen in alte Gewohnheiten zurück, kommt auch der Diabetes wieder.

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Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Dem Typ-2-Diabetes liegt eine Insulinresistenz zugrunde. Das bedeutet, dass die Körperzellen immer weniger auf Insulin ansprechen, bis sie schließlich unempfindlich – resistent – werden. Das Hormon kann den Zucker dann nicht mehr in die Zellen schleusen. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel an. Zur Behandlung reichen zu Beginn meist Abnehmen, Sport und Tabletten aus. Im Verlauf der Erkrankung wird häufig eine Insulinbehandlung nötig.

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Das Abwehrsystem des Körpers zerstört die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Das führt zu einem Insulinmangel. Warum es zu der Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes kommt, ist noch nicht geklärt. Wer Typ-1-Diabetes hat, muss von Anfang an Insulin spritzen, um seinen Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Oft entsteht die Krankheit schon im Kindes- und Jugendalter. Hier erfahren Sie mehr über diese Erkrankung.

Neben Typ-1- und Typ-2-Diabetes gibt es eine Reihe weiterer Diabetesformen, die jedoch sehr selten sind. Mehr über diese Formen können Sie hier nachlesen.

Beratender Experte

Professor Dr. med. Dr. h. c. Diethelm Tschöpe ist Arzt für Innere Medizin, Endokrinologe, Diabetologe DDG, Gastroenterologe und Gesundheitsökonom und leitet als Klinikdirektor den Bereich Diabetologie/Endokrinologie im Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen. Er lehrt an der Ruhr-Universität in Bochum und ist Vorsitzender der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in der Deutschen Diabetes-Stiftung.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Die Veranlagung zu Typ-2-Diabetes ist erblich. Wenn nahe Verwandte (vor allem Eltern, Geschwister) Typ-2-Diabetes haben, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, im Laufe des Lebens ebenfalls zu erkranken. Bei diesem familiären Risiko spielen allerdings nicht nur die Gene eine Rolle, sondern auch Lebensgewohnheiten wie Ernährungsmuster, die innerhalb einer Familie weitergegeben werden.

Der Lebensstil ist entscheidend

Trotz erblicher Vorbelastung muss es nämlich nicht zwangsläufig zu einem Typ-2-Diabetes kommen. Entscheidend für den Ausbruch der Erkrankung ist vor allem ein ungesunder Lebenswandel mit ungesunder Ernährung, starkem Übergewicht und Bewegungsmangel. Diese Faktoren leisten einer Insulinresistenz Vorschub.

Kurz erklärt im Video: Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen des Körpers, insbesondere der Leber und der Muskeln, nicht mehr richtig auf das Insulin reagieren. Das Hormon aus der Bauchspeicheldrüse schleust den Zucker aus dem Blut in die Zellen, damit die Zellen aus ihm Energie gewinnen und ihn zum Teil speichern. Sprechen die Zellen nicht oder kaum auf Insulin an, kann das Hormon diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen.

Fettgewebe stört Insulinempfindlichkeit

Übergewicht begünstigt diese Entwicklung, da Fettgewebe, insbesondere das Fettgewebe am Bauch, Botenstoffe ausschüttet, die eine Insulinresistenz fördern. Bewegungsmangel verstärkt die Insulinresistenz der Muskelzellen

Zunächst versucht der Körper, die Insulinresistenz zu überwinden, indem er mehr Insulin ausschüttet. In einem frühen Stadium des Diabetes ist der Insulinspiegel im Blut daher erhöht (Hyperinsulinämie). Schließlich lässt die Insulinproduktion zunehmend nach. Der Blutzuckerspiegel steigt – bis er so hoch ist, dass die Kriterien für die Diagnose eines Diabetes mellitus erfüllt sind.

Typ-2-Diabetes verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Deshalb bleibt er oft viele Jahre unentdeckt. Häufig wird die Krankheit festgestellt, wenn Patienten aus einem anderen Grund im Krankenhaus behandelt werden – zum Beispiel wegen eines Herzinfarkts, der durch den Diabetes gefördert wurde.

Dennoch gibt es mehrere Anzeichen, die auf einen Diabetes hinweisen können. Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel treten etwa häufiges Wasserlassen, Durst und trockene, juckende Haut als Symptome auf. Denn wenn der Blutzuckerspiegel steigt, versucht der Körper, überschüssigen Zucker mit dem Urin auszuscheiden. Der Harndrang erhöht sich, Betroffene verspüren vermehrt Durst.

Anzeichen, die auf erhöhte Blutzuckerwerte hindeuten:

  • Abgeschlagenheit
  • Neigung zu Infektionen
  • schlecht heilende Wunden
  • trockene oder juckende Haut
  • vermehrter Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Infektionen im Genitalbereich

Da die Zuckerkrankheit das Abwehrsystem schwächt, sind Menschen mit Diabetes auch anfälliger für Infektionskrankheiten wie beispielsweise Fuß- oder Scheidenpilz und Blasenentzündungen. Auch Erkältungen oder Grippeerkrankungen treffen sie häufiger. Wundheilungsstörungen können zudem auf eine Durchblutungsstörung hinweisen, die bei Diabetes ebenfalls häufiger auftritt.

Ein weiterer Grund, warum der Diabetes oft nicht bemerkt wird: Diese Beschwerden sind sehr unspezifisch. Das heißt, für sie gibt es eine Reihe von möglichen Ursachen, und viele Menschen bringen sie nicht mit einem Diabetes in Verbindung, sondern schieben sie zum Beispiel einfach auf das Alter. Wer eines oder mehrere dieser Symptome an sich feststellt, sollte aber unbedingt seinen Blutzucker überprüfen lassen, um nicht einen Diabetes zu übersehen.

Der Hausarzt kann oft schon mithilfe eines einfachen Blutzuckertests feststellen, ob ein Typ-2-Diabetes vorliegt. Zum Sichern der Diagnose muss der Zucker aus dem Venenblut bestimmt werden, das der Arzt am Arm abnimmt.

Ein Diabetes gilt als nachgewiesen, wenn:

  • der Blutzuckerspiegel bei mindestens zwei unabhängigen Messungen nüchtern 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher beträgt.
  • der Blutzuckerspiegel (nüchtern oder nicht) bei mindestens zwei unabhängigen Messungen über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) beträgt oder.
  • der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c 6,5 Prozent (48 mmol/mol) oder höher beträgt.

Bei gesunden Menschen liegt der Nüchternblutzucker meist unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Nüchternwerte zwischen 100 und 125 mg/dl weisen auf einen Prädiabetes hin, eine Diabetes-Vorstufe.

In Zweifelsfällen hilft ein Zuckerbelastungstest, die Diagnose zu sichern (oraler Glukosetoleranztest, kurz: OGTT). Dabei erhält der Patient vom Arzt eine genau festgelegte Glukoselösung zum Trinken. Vorher muss er 10 bis 16 Stunden nüchtern geblieben sein und sich drei Tage lang kohlenhydratreich ernährt haben. Vorab und zwei Stunden nach dem Trinken der Glukoselösung wird der Blutzuckerspiegel im Venenblut bestimmt. Steigt der Wert dabei auf über 200 mg/dl (11,1 mmol/l), ist der Diabetes bestätigt.

Typ-2-Diabetes kann zu zahlreichen Folgekrankheiten führen. Sie sind das Ergebnis von Schäden an den kleinen und großen Arterien und häufig auch den Nerven. Die Wahrscheinlichkeit, diabetesbedingte Folgekrankheiten zu entwickeln, ist schon im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes) erhöht. Deshalb ist es wichtig, Diabetes rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über wichtige Erkrankungen, die zusammen mit Diabetes-Typ-2 oder als dessen Folge auftreten können.

Folgeerkrankungen des Typ-2-Diabetes

Diabetisches Fußsyndrom

Nervenschäden an den Füßen sind ein häufiger Grund für Amputationen. Ist die Schmerzwahrnehmung gestört, bemerken Menschen mit Diabetes Druckstellen oder kleine Verletzungen oft nicht rechtzeitig. Diese können sich dann infizieren. Da oft auch die Durchblutung beeinträchtigt ist, heilen die Wunden zudem schlecht. Es können sich Geschwüre bilden, die tief ins Gewebe reichen und auch die Knochen schädigen. Ohne rechtzeitige Behandlung, etwa eine Wiederherstellung der Durchblutung, kann eine Amputation der Gliedmaße nötig werden.

Diese schweren Folgen lassen sich vermeiden, wenn man seine Füße sorgfältig pflegt und sie regelmäßig auf Veränderungen untersucht. Wichtig ist auch, dass bei geringsten Veränderungen wie zum Beispiel Verhornungen frühzeitig ein Arzt aufgesucht wird.

Diabetische Retinopathie

Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen auf Dauer die feinen Blutgefäße der Netzhaut in den Augen. Es kann zu Gefäßaussackungen (Aneurysmen) kommen, aus denen es in die Netzhaut blutet, aber auch zu Gefäßverschlüssen und weiteren Veränderungen. Infolge der Durchblutungsstörung bilden sich neue feine Adern, die allerdings durch Zug an der Netzhaut eine Netzhautablösung auslösen können.

Die sogenannte diabetische Retinopathie ist eine häufige Erblindungsursache. Eingetretene Schäden lassen sich kaum bessern, weshalb regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen beim Augenarzt sehr wichtig sind. Durch eine gezielte Laserbehandlung lässt sich der Verlauf oft stoppen. Außerdem ist es wichtig, für optimale Blutzucker- und Blutdruckwerte zu sorgen und nicht zu rauchen, da sich auch dies ungünstig auf die Netzhaut auswirkt.

Diabetische Neuropathie

Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Brennen in den Füßen sind oft erste Anzeichen eines diabetesbedingten Nervenschadens: der diabetischen Neuropathie. Sie kann alle Nerven treffen. Besonders gefährdet sind jedoch die sensiblen Nerven, die Empfindungen wie Schmerz und Temperatur weiterleiten. In einem späteren Stadium der Erkrankung kommen oft starke Schmerzen hinzu. Auch die autonomen (vegetativen) Nerven, die die inneren Organe versorgen, werden geschädigt. Das kann Störungen der Magen- oder Blasenentleerung, Durchfall oder Erektionsprobleme zur Folge haben.

Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen

Damit die Organe unseres Körpers fehlerfrei funktionieren, brauchen sie eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blut. Ein schlecht eingestellter Diabetes mit erhöhten Blutzuckerwerten kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße verändern und sich zum Beispiel durch Ablagerungen verengen. Das stört die Durchblutung und damit die Versorgung der Organe. Durchblutungsstörungen der großen Arterien bezeichnen Ärzte mit dem Fachausdruck Makroangiopathie, Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße (etwa der Netzhaut oder in den Nieren) nennen sie Mikroangiopathie. Je nach Entstehungsort kann eine Durchblutungsstörung verschiedene Folgen für den Körper haben.

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen von Menschen mit Diabetes. Hohe Blutzuckerwerte fördern eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose). Sind die Herzkranzgefäße davon betroffen, die das Herz mit Blut versorgen, sprechen Ärzte von einer "koronaren Herzerkrankung (KHK)". Verschließt sich ein Gefäß, kommt es zum Herzinfarkt: Der von dem betroffenen Gefäß versorgte Teil des Herzmuskels stirbt ohne rasche Behandlung ab – ein absoluter Notfall.

Warnzeichen sind zum Beispiel Brustschmerzen, die in den Arm oder andere Körperbereiche ausstrahlen können, und ein Engegefühl über der Brust. Dazu können andere Symptome kommen, wie etwa plötzliche Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbruch, fahle Gesichtsfarbe, Atemnot und Kreislaufprobleme. Bei Menschen mit Diabetes stehen diese Begleitsymptome mitunter im Vordergrund, da die Brustschmerzen wegen einer Nervenschädigung nicht wahrgenommen werden. Auch bei Frauen oder älteren Menschen bleiben die "typischen" Brustschmerzen häufiger aus.

Wichtig: Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt muss unverzüglich der Notarzt (112) gerufen werden, da akute Lebensgefahr besteht – etwa durch eine plötzlich auftretende, sehr gefährliche Herzrhythmusstörung, das Kammerflimmern.

Schlaganfall

Menschen mit Diabetes haben ein stark erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Der Schlaganfall ist die Folge einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Dazu kommt es beispielsweise, wenn eine der beiden Halsschlagadern, die das Gehirn mit Blut versorgen, infolge einer Gefäßverkalkung verstopft ist. Es kann auch passieren, dass sich ein Gerinnsel oder eine Kalkablagerung von einer Gefäßwand ablöst, mit dem Blutstrom ins Gehirn wandert und dort eine Arterie verschließt.

Die Verbesserung der Blutdruckwerte ist neben der Blutzuckereinstellung von zentraler Bedeutung, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Ein weiterer häufiger Grund für einen Schlaganfall ist das sogenannte Vorhofflimmern, das bei Menschen mit Diabetes ebenfalls häufiger vorkommen kann. Bei dieser Herzrhythmusstörung, die anfallsweise oder dauerhaft bestehen kann, bilden sich im linken Herzvorhof Blutgerinnsel, die mit dem Blutstrom ins Gehirn verschleppt werden und dort ein Gefäß verstopfen können.

Depression

Menschen mit Diabetes leiden häufiger unter einer behandlungsbedürftigen Depression als Stoffwechselgesunde. Viele weitere von ihnen haben zudem eine Stimmungsstörung wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Traurigkeit. Umgekehrt haben auch Menschen mit einer Depression ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die Zusammenhänge zwischen Depression und Diabetes sind nicht vollständig geklärt. Einerseits spielt die psychische Belastung durch eine chronische Krankheit eine Rolle. Andererseits gibt es Hinweise darauf, dass auch Stresshormone wie Cortisol beteiligt sind.

Wenig bekannte Diabetesfolgen

Neben den bereits beschriebenen Erkrankungen kann Diabetes mit einer Vielzahl weiterer Gesundheitsprobleme einhergehen. Oft bringen Betroffene diese aber nicht mit der Zuckerkrankheit in Verbindung. Typische Bindeglieder sind zum Beispiel hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht, Schäden an den Nerven oder Fehlsteuerungen des Immunsystems. Bei vielen Krankheiten rätseln Experten allerdings noch, wie sie mit Diabetes in Verbindung stehen.

Begleiterkrankungen des Typ-2-Diabetes

Metabolisches Syndrom

Ein Typ-2-Diabetes besteht häufig gemeinsam mit Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Mediziner sprechen bei dieser Kombination vom metabolischen Syndrom ("Stoffwechsel-Syndrom").

Diese Krankheiten treten aus mehreren Gründen oft zusammen auf. Unter anderem fördert eine ungesunde Ernährung mit einem zu hohen Anteil von Zucker und stark verarbeiteten Kohlenhydraten, wie sie für Weißmehl- und Fertigprodukte typisch sind, die Entwicklung von Übergewicht. Denn diese Lebensmittel treiben den Insulinspiegel besonders hoch. Insulin wiederum fördert als "Masthormon" die Einlagerung überschüssiger Energie in Fettgewebe. Auch an der Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck haben entsprechende Ernährungsgewohnheiten einen wichtigen Anteil.

Bluthochdruck

Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes treten oft zusammen auf. Der Grund dafür sind gemeinsame Risikofaktoren, die die Entstehung beider Krankheiten begünstigen: Übergewicht und Bewegungsmangel können sowohl den Blutzucker als auch den Blutdruck in den Gefäßen ansteigen lassen. Auch erhöhte Insulinspiegel wirken sich auf den Blutdruck ungünstig aus – vermutlich, weil sie die Salzausscheidung über die Nieren hemmen.

Das gemeinsame Auftreten von Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches. Wer seine Blutdruckwerte verbessert, kann sein persönliches Risiko deutlich senken. Maßnahmen gegen Bluthochdruck – wie eine gesunde Ernährung mit dem Abbau von Übergewicht sowie regelmäßige Bewegung – sind bei Typ-2-Diabetes außerdem doppelt effektiv, weil sie auch positiv auf den Blutzucker wirken.

Fettstoffwechselstörungen

Bei einer Fettstoffwechselstörung weicht die Zusammensetzung der Fette im Blut von der Norm ab: Der Gesamtcholesterinspiegel kann erhöht sein, ebenso der Anteil am LDL-Cholesterin oder an Triglyzeriden. Außerdem kann der Wert des HDL-Cholesterin, das als vorteilhaft gilt, zu niedrig sein. Oft liegt eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren vor.

Ungünstige Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Ablagerungen an den Gefäßwänden, die einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verursachen können. Für Menschen mit Diabetes ist es deshalb besonders wichtig, Fettstoffwechselstörungen in den Griff zu bekommen.

Fettleber

Etwa jeder dritte Erwachsene hierzulande hat eine Fettleber. Sie tritt häufig zusammen mit Typ-2-Diabetes auf, denn beide Erkrankungen haben einen bedeutenden gemeinsamen Risikofaktor: eine ungesunde Ernährung, die zu viel Zucker und zu viele stark verarbeitete Kohlenhydrate enthält und zu Übergewicht und Fetteinlagerungen in der Leber führt. Treten Fettleber und Typ-2-Diabetes zusammen auf, befeuern sie sich gegenseitig: Forscher vermuten zum Beispiel, dass das Leberfett bestimmte Botenstoffe bildet, die die Insulinempfindlichkeit verschlechtern und die Gefäße schneller verkalken lassen.

Nach der Diagnose erhalten Menschen mit Typ-2-Diabetes meist sofort ein Medikament, um den Blutzucker zu senken. In der Regel ist das Metformin. Schlägt die Behandlung nicht wie gewünscht an, kann der Arzt ein anderes oder ein zusätzliches Mittel verschreiben. Viele Betroffene müssen zudem im Verlauf der Erkrankung zusätzlich Insulin spritzen oder ganz auf eine Behandlung mit Insulin wechseln.

Neben den medikamentösen Maßnahmen sind Veränderungen bei alltäglichen Verhaltensweisen wichtig für den Erfolg der Behandlung. Betroffene sollten sich gesünder ernähren, Übergewicht abbauen, sich im Alltag viel bewegen. All das kann dazu beitragen, dass die Insulinwirkung sich wieder bessert. Befindet sich der Diabetes noch in einem frühen Stadium, können diese Veränderungen des Lebensstils ausreichen, um den Diabetes in den Griff zu bekommen.

Behandlungsziele: Immer individuell

Wichtig zu wissen: Jeder Mensch mit Typ-2-Diabetes benötigt entsprechend seiner individuellen Lebenssituation und vorliegenden Begleiterkrankungen seinen eigenen Mix an Maßnahmen. Die Therapiebausteine richten sich deshalb nach dem Einzelfall.

Das gilt auch für die Behandlungsziele, die Arzt und Patient gemeinsam bestimmen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät bei Typ-2-Diabetes dazu, beim Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c einen Wert von 6,5 bis 7,0 Prozent anzustreben. Besteht dann aber zum Beispiel die Gefahr von Unterzuckerungen beim Patienten, kann auch ein höherer Zielwert vereinbart werden. Dies ist zum Beispiel oft bei älteren Menschen sinnvoll: Bei ihnen müssen die Risiken einer zu "strengen" Blutzuckersenkung mit erhöhter Unterzucker-Neigung im Einzelfall sorgfältig gegen die Risiken langfristiger Folgeschäden durch hohe Blutzuckerspiegel aufgewogen werden.

Therapiemaßnahmen im Überblick

Abnehmen

Starkes Übergewicht zählt zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes. Das gilt vor allem, wenn das Fettgewebe sich am Bauch ansammelt. Dieses sogenannte innere oder viszerale Fett stellt Stoffe her, welche die Insulinwirkung beeinträchtigen. Der Abbau von Übergewicht kann helfen, eine Insulinresistenz wieder zu bessern. Zum Teil ist Abnehmen so wirksam wie – oder sogar wirksamer als – die Einnahme von Tabletten.

Die Gewichtsziele vereinbaren Patienten zusammen mit dem Arzt. Dieser kann auch Tipps zum richtigen Vorgehen geben. Entscheidend für den Abnehm-Erfolg ist eine gesunde Ernährung. Bewegung spielt dabei nur eine kleine Rolle, ist aber trotzdem sehr wichtig, da sie die Blutzucker- und Blutdruckwerte verbessert und hilft, Folgekrankheiten eines Diabetes zu verhindern. Selbsthilfegruppen, Schulungen und Abnehm-Programme in Kliniken und Praxen können bei diesem Vorhaben unterstützen.

Ernährung

Eine gesunde Ernährungsweise unterstützt bei Typ-2-Diabetes nicht nur das Abnehmen, sondern hilft außerdem, Zuckerspitzen nach dem Essen zu vermeiden und die Insulinwirkung zu bessern.

Verbote gibt es dabei nicht. Menschen mit Diabetes dürfen das Gleiche essen wie Gesunde. Zucker sollte allerdings gemieden werden. Auch stark verarbeitete ("raffinierte") Kohlenhydrate, die vor allem in Produkten aus Weißmehl stecken und den Blutzucker rasch in die Höhe treiben, sollte man möglichst selten essen. Das gilt auch für Fertiggerichte. Bei Brot, Nudeln oder Reis empfiehlt es sich, auf die Vollkornvarianten zurückzugreifen. Sie enthalten komplexe Kohlenhydrate, die langsamer ins Blut übergehen und den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen und abfallen lassen.

Besonders wertvoll in der Ernährung bei Typ-2-Diabetes sind Ballaststoffe. Das sind Pflanzenfasern, die der menschliche Verdauungstrakt nicht verarbeiten kann. Das hilft Blutzuckerspitzen zu vermeiden und sorgt für ein längeres Sättigungsgefühl. Darüber hinaus haben Ballaststoffe viele weitere gesundheitliche Vorteile, etwa indem sie die Verdauung fördern und die Darmbakterien unterstützen. Ballaststoffe stecken in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und vielen Obst- und Gemüsesorten.

Bewegung

Bewegung ist bei Diabetes aus vielen Gründen wichtig: Sie verbessert die Insulinempfindlichkeit der Muskeln, weil diese mehr Zucker verbrennen, und senkt auf diese Weise den Blutzuckerspiegel. Außerdem wirkt sich Bewegung sehr positiv auf den Blutdruck, die Blutfettwerte und auf das psychische Wohlbefinden aus. Langfristig sinkt das Risiko für Folgekrankheiten des Diabetes, wie etwa einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Dazu ist es nicht unbedingt nötig, schweißtreibenden Sport zu betreiben. Die Faustregel lautet: Man sollte etwa fünfmal pro Woche für mindestens 30 Minuten so aktiv sein, dass man leicht ins Schwitzen kommt. Ein flotter Spaziergang kann also schon dabei helfen, den Zuckerstoffwechsel zu bessern.

Patienten sollten unbedingt mit ihrem Arzt abklären, welches Pensum in ihrem Fall ideal ist und was sie sich zumuten können. Bei Typ-2-Diabetes bestehen oft Schädigungen an den Blutgefäßen, die bei zu starken Anstrengungen im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen können. Dazu kommt, dass manche Menschen mit Typ-2-Diabetes die Brustschmerzen, die einen Herzinfarkt ankündigen, nicht mehr wahrnehmen können, weil die Nerven geschädigt sind, die die Schmerzen ans Gehirn melden.

Diese potenzielle Gefahr ist aber kein Grund, um bei Typ-2-Diabetes auf Bewegung zu verzichten. Die Vorteile überwiegen außerdem klar. Zudem trägt Aktivsein dazu bei, langfristig die Gefahr eines Herzinfarkts und vieler anderer Krankheiten zu verringern. Auch das Krebsrisiko ist bei Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, niedriger.

Bei aller gesundheitlichen Vernunft sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Deshalb ist es wichtig, sich eine Sportart zu suchen, die zu einem passt – ob das nun Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Yoga ist. Das erhöht die Chancen, dauerhaft am Ball zu bleiben.

Medikamente

Medikamente, die bei Typ-2-Diabetes der Behandlung zu hoher Blutzuckerwerte dienen, heißen Antidiabetika. Unter diesen Begriff fallen Mittel aus verschiedenen Wirkstoffklassen, die an unterschiedlichen Stellen im Körper ansetzen.

Gleich nach der Diagnose erhalten Patienten in der Regel Metformin, wenn keine Unverträglichkeit oder ein anderer Grund dagegensprechen. Bleibt der gewünschte Behandlungserfolg nach etwa drei Monaten aus, gibt es zusätzlich ein zweites Antidiabetikum, eventuell bei hohen Werten auch zusätzlich Insulin. Schlägt auch das nicht an, kann der Arzt ein drittes Mittel verschreiben.

Insulin

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes versucht die Bauchspeicheldrüse zunächst, die verringerte Insulinempfindlichkeit der Zellen auszugleichen, indem sie das Hormon vermehrt herstellt. Mit der Zeit lassen die Kräfte des Organs jedoch nach: Die Insulinproduktion kommt dann zunehmend zum Erliegen. Das ist häufig nach mehreren Jahren Erkrankungsdauer der Fall. Patienten benötigen dann eine Insulintherapie. Das heißt, sie müssen Insulin spritzen – in der Regel mit einem Pen. Das ist ein Gerät, das an einen Füllfederhalter erinnert.

Heutige Insuline werden künstlich hergestellt und unterscheiden sich in Wirkeintritt, -maximum und -dauer. Kurzwirkende Insuline senken den Blutzucker schon nach fünf bis 30 Minuten und wirken maximal vier bis acht Stunden. Sie werden vor allem zu den Mahlzeiten als sogenannter Bolus gespritzt.

Bei langwirkenden Insulinen tritt ein Effekt dagegen erst nach zwei bis vier Stunden auf. Dafür wirken sie bis zu 24 Stunden, zum Teil sogar noch länger. Sie dienen dazu, den Insulingrundbedarf etwa in der Nacht abzudecken, den sogenannten Basalbedarf. Daneben gibt es Verzögerungsinsuline (NPH-Insuline), die sozusagen einen Mittelweg zwischen kurz- und langwirkenden Insulinen bilden.

Außerdem stehen verschiedene Therapieschemen zur Auswahl. Welches zum Einsatz kommt, hängt vor allem vom Erkrankten selbst ab: Manche Menschen mit Diabetes benötigen nur zu bestimmten Zeitpunkten Insulin zur Unterstützung der Tabletten, andere brauchen eine intensivierte Insulintherapie.

Blutzuckermessen

Viele Menschen mit Diabetes messen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel selbst. Wie häufig, hängt vor allem von der Art der Therapie ab. Wer Insulin spritzt und die Dosis selbst berechnet (ICT), muss mehrmals täglich messen, um seinen Insulinbedarf zu ermitteln. Auch wer gefährdet für Unterzuckerungen ist, sollte bei entsprechenden Anzeichen seinen Zuckerwert bestimmen können. Der dazu nötige Blutstropfen wird in der Regel aus der Fingerkuppe gewonnen. Heute stehen aber auch CGM- und FGM-Geräte zur Verfügung, die fortlaufend den Gewebezucker im Unterhautfettgewebe messen. Ein Vorteil dieser Systeme ist, dass der Pikser in den Finger weitgehend entfällt.

Unterzucker (Hypoglykämie)

Unterzuckerungen oder Hypoglykämien sind eine akute Komplikation bei Diabetes. Gefährdet sind vor allem Patienten, die Insulin spritzen oder Medikamente aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe einnehmen. Unterzuckerungen können auftreten, wenn Patienten etwa zu viel Insulin gespritzt haben. Sinkt der Blutzuckerspiegel im Blut zu tief, können ab etwa 70 mg/dl (3,9 mmol/l) Beschwerden wie Schwitzen, Herzjagen oder Blässe um den Mund auftreten. Bei tieferen Werten kommt es zum Beispiel zu Sprach- und Sehstörungen, Konzentrationsschwächen und in schlimmen Fällen auch zur Bewusslosigkeit. Betroffene benötigen Kohlenhydrate, die sehr schnell ins Blut übergehen, etwa in Form von Traubenzuckerplättchen oder eines zuckerhaltigen Getränks (Limo, Saft).

Die Schwelle, an der Unterzucker-Symptome auftreten, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Vor allem bei längerer Erkrankungsdauer und häufigen Unterzucker-Vorfällen tun sich Betroffene zunehmend schwer, die Warnzeichen rechtzeitig zu bemerken. Dann kann ein Unterzucker-Wahrnehmungstraining helfen.

Soziales und Recht

Bei vielen Fragen des Alltags kann der Diabetes eine Rolle spielen. Zwar können Menschen mit Diabetes die meisten Berufe ohne Probleme ausüben, für manche gibt es jedoch Voraussetzungen, die damit zu tun haben, wie gut der Diabetes eingestellt ist. Auch beim Abschluss von Versicherungen gibt es einiges zu beachten. Aus der Sicht vieler Versicherungsgesellschaften stellen Menschen mit chronischen Erkrankungen ein finanzielles Risiko dar. Darum müssen sie häufig mit zusätzlichen Kosten – sogenannten Risikozuschlägen – rechnen.

Führerschein

Für die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes stellt das Lenken eines Kraftfahrzeugs keine gesonderte Herausforderung dar. Unterzuckerungen können aber die Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen – im schlimmsten Fall droht eine Bewusstlosigkeit am Steuer. Gefährdet für eine solche Hypoglykämie sind vor allem Patienten, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen. Sie sollten unbedingt dafür sorgen, dass die Werte beim Autofahren nicht zu tief sinken, und beim geringsten Verdacht auf eine Unterzuckerung die Fahrt unterbrechen.

Reisen

Einem ausgedehnten Urlaub steht der Diabetes grundsätzlich nicht im Weg. Es gibt allerdings ein paar Dinge zu beachten: Wer Insulin benötigt, muss zum Beispiel wissen, wie er es sicher transportiert und lagert, damit es nicht zu warm oder zu kalt wird. Und auch mehr Bewegung und eine andere Ernährung im Urlaub wirken sich auf den Blutzucker aus.

Partnerschaft

Viele Paare schaffen es gut, die Zuckerkrankheit mit all ihren Herausforderungen in ihre Partnerschaft zu integrieren. Doch der Diabetes kann auch zu Problemen in der Beziehung führen: wenn zum Beispiel der Partner das Gefühl hat, der Betroffene würde seine Erkrankung vernachlässigen, dieser sich aber vor allem bevormundet fühlt und deshalb abblockt oder sich zurückzieht. Am wichtigsten ist es, offen und respektvoll über solche Schwierigkeiten zu sprechen.

Diabetes im Alter

Auch wenn der Begriff "Altersdiabetes" ausgedient hat: Nach Schätzungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft leben in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes, die älter als 70 Jahre sind. Für sie gelten bei der Behandlung zum Teil andere Regeln als bei jüngeren. Zum Beispiel akzeptieren Ärzte bei Senioren oft höhere Blutzuckerwerte, weil sie Unterzuckerungen vermeiden möchten. Denn diese belasten das Herz und erhöhen das Risiko für Stürze und damit für Knochenbrüche.