Was hilft bei Sportverletzungen?

Autsch! ...und jetzt? Pflaster drauf? Wie Sie kleine Sportverletzungen selbst behandeln und wann Sie zum Arzt gehen sollten

von Rieke Winter, 14.09.2018

Beim Wandern umgeknickt

Endlich draußen in der Natur, die Luft riecht nach Wald und feuchter Erde — da passiert es: Sie stolpern, Ihr Fuß knickt um. Der Knöchel beginnt anzuschwellen und schmerzt. "Meist ist das eine Bänder- oder Kapseldehnung", sagt Dr. Ingo Tusk, Chefarzt der Klinik für Sportorthopädie der Frankfurter Rotkreuz-Kliniken. Sie heilt in der Regel von selbst aus.

Um Schmerzen zu lindern, befolgen Sie die PECH-Regel: "Machen Sie eine Pause. Zu Hause kühlen Sie den Knöchel mit Kühlpads, legen einen Verband an und lagern den Fuß hoch." Bei Verdacht auf eine ernstere Verletzung gehen Sie bitte zum Arzt. "Mit knöchelhohen Wanderschuhen knicken Sie nicht so leicht um", sagt Tusk.

Mit dem Fahrrad gestürzt

Sie versuchen noch zu bremsen, doch Sie haben die Kurve zu schnell genommen. Der Hinterreifen bricht aus. Reflexartig strecken Sie die Arme aus, um den Sturz abzufangen. Dabei schürfen Sie sich die Handinnenflächen auf. "Bei Schürfwunden geht es darum, sie möglichst keimfrei zu halten", sagt Dr. Ingo Tusk. Befreien Sie die Wunden am besten mit einer sterilen Flüssigkeit von Schmutz oder Steinchen. Zur Not eignet sich auch Wasser aus der Flasche.

Danach desinfizieren Sie nach Möglichkeit die Wunde, decken sie sauber ab und beobachten sie gut. "Wenn sich Rötungen bilden, die Wunde heiß wird oder Sie Fieber bekommen, gehen Sie sofort zum Arzt", empfiehlt Tusk. Denn das können Symp­tome einer Infektion sein, die ärztlich behandelt werden muss. Außerdem rät der Sportorthopäde, in den Impfpass zu schauen. Ist die letzte Tetanusspritze schon zehn Jahre her, muss nachgeimpft werden. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Blutgrätsche beim Fußball erlitten

Sie laufen aus der einen Richtung auf den Ball zu, Ihr Gegner aus der anderen. Sie sind schneller, haben den Ball schon fast auf dem Fuß — da knallt es. Sie liegen am Boden und halten sich das Knie. Es tut weh!

"Typische Verletzungen beim Fußball sind der Kreuzbandriss oder Innenbandriss oder eine Innen­banddeh­nung. Das kann auch im Breitensport passieren", sagt Sportorthopäde Dr. Ingo Tusk. Gewöhnlich spüren die Verletzten dabei ein Rissgefühl im Kniegelenk. Doch unabhängig davon, ob es sich um einen Bänderriss, eine Bänderdehnung oder eine Prellung handelt: "Es gilt erst mal die PECH-Regel", sagt Tusk. "Also aufhören zu spielen, kühlen, hochlagern." Lassen die Schmerzen nicht von alleine nach oder nehmen sogar zu, sollte sich möglichst bald ein Arzt das Knie ansehen.

Die Muskeln überstrapaziert

Heute fühlen Sie sich richtig gut! Die letzten Wiederholungen mit der Hantel haben Sie locker geschafft. Warum also nicht ein paar Kilo mehr drauflegen? Sie drücken die Extra-Gewichte nach oben — und spüren einen stichartigen Schmerz im Oberarm. "Da wissen Sie meistens: Entweder haben Sie sich einen Muskel gezerrt, oder es ist auch die eine oder andere Faser kaputtgegangen", sagt Ingo Tusk.

Auch bei einer Muskelzerrung rät der Sportorthopäde zur Anwendung der PECH-Regel. Und bitte den Arzt fragen, wie lange Sie pausieren müssen!