Wie spritze ich Insulin richtig?

Mit dem Pen lässt sich Insulin leicht verabreichen. In unserem Video zeigen wir Ihnen, wie es geht. Dazu gibt es Tipps, wie Sie Probleme bei der Injektion vermeiden

27.03.2019

Zehn Tipps für eine sichere Insulininjektion

1. Bedienungsanleitung beachten: Die Handhabung kann je nach Pen etwas variieren. Bitte beachten Sie daher auch die Gebrauchsanweisung Ihres Pens.

2. Die passende Nadel-Länge finden: Pen-Nadeln gibt es in verschiedenen Längen. Wer zum Spritzen keine Hautfalte bildet, kann meist eine vier oder fünf Millimeter lange Nadel verwenden. Mit Hautfalte eignen sich auch Sechs- oder Acht-Millimeter-Nadeln (außer bei sehr schlanken Menschen). Längere Nadeln sind auch bei Übergewicht selten nötig. Für Kinder und Jugendliche gelten andere Empfehlungen.

3. Geeignete Spritzbereiche wählen: Insulin wird meist in Bauch, Oberschenkel oder Gesäß gespritzt. Hier sitzt normalerweise genug Fettgewebe unter der Haut, um zu gewährleisten, dass das Insulin tatsächlich dort landet und nicht im darunter liegenden Muskel. Als Faustregel gilt: Kurz wirkendes Insulin (Mahlzeiteninsulin) in den Bauch spritzen. Lang wirkendes Insulin (Basalinsulin) in den Oberschenkel oder ins Gesäß. Für manche Insuline eignet sich jeder dieser Bereiche. Bitte beim Arzt klären!

4. Die richtige Spritztechnik finden: Die Pen-Nadel wird in der Regel senkrecht unter die Haut gestochen. Vielen Menschen fällt es leichter, in eine Hautfalte zu spritzen. Diese sollte etwa drei bis fünf Zentimeter breit sein. Heben Sie dazu die Haut mit Daumen und Zeigefinger (eventuell noch mit dem Mittelfinger) locker an. Wer sehr schlank ist oder in den Oberschenkel spritzt, sollte immer eine Hautfalte bilden, um eine Injektion in den Muskel vermeiden.

5. Einstichstelle und Nadel wechseln: Spritzen Sie Insulin nicht immer in dieselbe Stelle. Sonst können dort Verhärtungen und Verdickungen (Lipohypertrophien) entstehen. Aus diesen Lipos gelangt das Insulin ungleichmäßig ins Blut. Dadurch kann der Blutzucker stark schwanken und der Insulinbedarf steigen. Auch die Mehrfachnutzung von Pen-Nadeln kann dem Gewebe schaden. Daher wird allgemein dazu geraten, für jede Injektion eine neue Nadel zu nehmen.

6. Schema angewöhnen: Wechseln Sie die Einstichstellen am besten nach einem Schema. Beispielsweise am Bauch reihenweise von links nach rechts. Halten Sie dabei immer ein, zwei Querfinger Abstand zur letzten Einstichstelle und zwei Querfinger zum Nabel.

7. Veränderte Stellen meiden: Spritzen Sie nicht in Lipohypertrophien, bis sich diese zurückgebildet haben, was einige Monate dauern kann. Bitte spritzen Sie auch nicht in andere veränderte Stellen, etwa blaue Flecken, Narben oder Muttermale.

8. Nadel gleich entfernen: Schrauben Sie die Nadel gleich nach dem Spritzen ab. So kann keine Luft in die Patrone gelangen, Insulin auslaufen oder die Nadel verstopfen.

9. Nicht durch die Kleidung spritzen: Wenn Sie etwa durch die Hose spritzen, sehen Sie nicht, ob Sie eine ungünstige Stelle erwischt haben. Vor allem bei einer kurzen Pen-Nadel ist wegen der Stoffschicht nicht gewährleistet, dass das Insulin ins Unterhautfettgewebe gelangt. Zudem kann sich die Nadel verbiegen und abreiben, wodurch der Einstich weh tut.

10. Insulin rechtzeitig aufwärmen: Wenn Sie eine neue Pen-Patrone benötigen, nehmen Sie diese spätestens eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Denn kaltes Insulin kann beim Spritzen brennen.