Die richtigen Socken bei Fußproblemen

Sitzt, passt und tut gut! Worauf Menschen mit Diabetes beim Sockenkauf achten sollten
von Andrea Grill, 06.06.2017

Beim Sockenkauf lohnt es sich nicht nur auf die Farbe zu achten

plainpicture GmbH & Co KG/Ute Mans

Gedanken über ihre Socken machen sich die meisten Menschen wahrscheinlich genau einmal pro Woche. Nämlich dann, wenn sie am Waschtag mal wieder ein einsames Single-Exemplar aus der Waschmaschine fischen, dessen Partner auf unerklärliche Weise abhandengekommen ist. Das Geheimnis der verschwundenen Socken können wir leider nicht aufklären. Aber wir verraten, worauf Menschen mit Diabetes beim Sockenkauf achten sollten und was die Strickwaren für die Fußgesundheit leisten können. Beraten hat uns Diabetologe Dr. Dirk Lammers aus Münster.

1. Kleine Falten, große Folgen

Eine gute Passform ist das Wichtigste. Socken dürfen am Fuß keine Falten werfen. "In meiner Praxis sehe ich immer wieder Patienten mit Hautproblemen, Druckstellen oder Blasen, die von schlecht sitzenden Socken kommen", sagt Dirk Lammers. Der ideale Strumpf umhüllt Ihren Fuß wie eine zweite Haut, ist ­weder zu eng noch zu weit.

2. Lieber ohne Rand und Band

Viele Socken haben im Zehen­bereich verdickte Nähte. Das mögen Diabetikerfüße gar nicht! Lammers‘ Rat: "Optimal sind Produkte mit gekettelter Spitze." Das heißt, die Maschen werden passgenau verbunden, dabei entstehen keine störenden Nähte. Achten Sie auch auf einen bequemen Bund. Kaufen Sie keine Produkte mit Gummibündchen, die am Unterschenkel einschneiden und dadurch die Durchblutung Ihrer Füße behindern.

3. Ganz schön helle!

"Tragen Sie helle Socken!" Diesen Rat gibt Diabetologe Lammers seinen Patienten mit, wenn diese Wunden an den Füßen haben oder hatten. So können sie beim Ausziehen der Socken sehen, ob Wundsekret am Stoff haftet. "Diabetiker ohne Fußprobleme haben natürlich freie Farbwahl", so der Arzt.

4. Qual der Wahl beim Material

Bevorzugen Sie Socken mit einem hohen Baumwoll­anteil. "Damen rate ich von Nylonstrümpfen ab", sagt Dirk Lammers. Diese seien wenig hautfreundlich und würden im Schuh stark rutschen, wodurch Blasen entstehen könnten. Wer zu Schweißfüßen neigt oder beim Sport schwitzt, ist mit Funktionssocken gut beraten. Diese bestehen aus speziellen Misch­­geweben, die Feuchtigkeit nach außen transportieren, die Füße trocken halten und so Fußpilz vorbeugen.

5. Nano-Silber gegen Mikroben?

Eingewebte Silberpartikel in Socken sollen durch ihre antibakteriellen Eigenschaften die Füße vor Infektionen schützen. Weil sie womöglich der Umwelt schaden, sind diese Bestandteile in Textilien umstritten. Experte Lammers empfiehlt statt­dessen, Socken täglich zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen.

Zukunftsvision Super-Socke

Socken mit eingebauten Druck- oder Wärmesensoren sollen eines Tages helfen, Fußkomplikationen vorzubeugen, indem sie bei Problemen über eine Handy-App warnen."Noch gibt es so etwas nicht zu kaufen, aber für Patienten mit Nervenschäden wäre das sehr sinnvoll", meint Diabetologe Lammers.



Lesen Sie auch:

Diabetischer Fuß

So schützen Sie die Füße bei Diabetes »

Der diabetische Fuß ist ein besonders gefährliches Folgeleiden der Zuckerkrankheit. Im schlimmsten Fall droht die Amputation. Die meisten Fälle ließen sich verhindern. Was Patienten dazu beitragen können »

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Newsletter: Grüne Taste

Newsletter

Immer gut informiert mit dem kostenlosen Newsletter des Diabetes Ratgeber »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages