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Beeren: ein gesunder Genuss für Diabetiker

Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren: Die beerenstarken Früchtchen haben je nach Sorte erfreulich wenig Kohlenhydrate und sind darum für Diabetiker gut geeignet


Joghurt mit frischen Beeren – ein gesunder Genuss

Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren: Tiefrot und blauviolett leuchten sie uns in den Auslagen von Supermärkten und Wochenmärkten entgegen. Marktfrisch schmecken die beerenstarken Früchtchen am besten, am liebsten möchte man gleich an Ort und Stelle naschen… Sind auch Sie Beerenliebhaber? Margit Hausmann, Diätassistentin am Klinikum rechts der Isar, erklärt die Vorzüge und Besonderheiten von Erdbeeren & Co.

Beliebte heimische Früchte

Von aromatisch-sauer bis köstlich-süß gehören Beeren zu den beliebtesten heimischen Früchten – in Deutschland wurden laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft im Jahr 2010 allein 244.360 Tonnen Erdbeeren verbraucht. Sie sind nach Äpfeln der Deutschen liebstes Obst. Mittlerweile sind aromatische Beeren das ganze Jahr erhältlich. Von Frühling bis Herbst haben Beeren einen festen Platz auf beinahe jedem Speiseplan. "Eingefroren oder als Kompott begleiten sie uns auch durch den Winter", sagt Diät-Assistentin Hausmann.

Nur wenig Kohlenhydrate

Beeren haben je nach Sorte oft erfreulich wenig Kohlenhydrate und sind darum für Diabetiker gut geeignet. Für 100 Gramm Beeren wird meist weniger als eine Broteinheit (BE) angerechnet. Der Nährwertgehalt von Beeren fällt von Sorte zu Sorte unterschiedlich aus.



Diät-Assistentin Margit Hausmann

Fakt ist: Die Früchtchen sind prall gefüllt mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Kalium und Ballaststoffen. Außerdem liefern sie wenig Fett (0,5 bis 1 g pro 100 g) und sind reich an Vitamin C – mit 170 Milligramm pro 100 Gramm enthalten Schwarze Johannisbeeren besonders viel davon. Den natürlichen Farbstoffen in Beeren wird zudem eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Die sogenannten Anthocyane, das sind die wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe in blauen und roten Früchten, binden als Antioxidanzien freie Radikale.

Auch Vitamin C zählt zu den natürlichen Antioxidantien. Die Radikalfänger sollen dazu beitragen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und womöglich sogar Krebs vorzubeugen. In kleineren Mengen verzehrt, darf man die Wirkung von Beeren natürlich nicht überschätzen, Antioxidanzien hin, Radikalfänger her.

Geschmacksintensiv und vielseitig einsetzbar

Aber um die Gesundheit geht es den meisten Beerenliebhabern ohnehin nur in zweiter Linie. Das Geschmackserlebnis aus Hunderten Aromen steht im Vordergrund. "Kaum ein anderes Obst ist so geschmacksintensiv und dabei so vielseitig einsetzbar", sagt Margit Hausmann. Beeren schmecken pur, gemischt mit Joghurt, als Kuchenbelag oder Marmelade. Für selbst gemachte Marmelade empfiehlt die Diätassistentin ein Mengenverhältnis von drei Teilen Beeren zu einem Teil Zucker, anstatt wie üblich ein Verhältnis von 1 zu 1. Das reduziert den Kaloriengehalt der Marmelade um rund die Hälfte von etwa 2,7 Kilokalorien pro Gramm auf nur noch 1,3 kcal/g. "Außerdem schmeckt die Marmelade viel fruchtiger und intensiver", sagt Hausmann.

Kalorienarme Brotaufstriche

Beeren lassen sich auch gut einfrieren. "Vor dem Verzehr einfach auftauen, pürieren und mit etwas flüssigem Süßstoff abschmecken", lautet der Tipp der Diätassistentin für einen süßen, aber kalorienarmen Brotaufstrich, der sich auch zum Aufpeppen von Joghurt gut macht. Apropos Joghurt: ob frische Früchte, Fruchtpürees oder zuckerreduzierte Marmelade. Beeren, kombiniert mit fettarmen Quark oder Joghurt, sind in jedem Fall kalorienärmer als ein Fruchtaufstrich aufs Brot – vor allem, wenn dieser Butter als Grundlage enthält.

Säfte verursachen deutlichen Blutzuckeranstieg

Aber selbst die gesunden Beeren sind für Diabetiker nicht völlig unbedenklich: "Sie lassen den Blutzucker steigen. Darum sollten Diabetiker Beeren nicht in zu großen Mengen essen", warnt die Diätassistentin. Säfte und Saftschorlen sind besonders ungünstig. "Säfte verursachen einen starken Blutzuckeranstieg und tragen, wie alle flüssigen Kalorien, nicht zur Sättigung bei", warnt Hausmann.

Fazit: Genießen Sie Beeren und anderes Obst als Speise, nicht als Getränk. Und verlieren Sie angesichts ihrer Vorzüge nicht die Kalorien aus den Augen. "Gerade Obst wird oft unterschätzt", weiß Hausmann. Das Problem: Früchte werden meist zusätzlich gegessen – das bedeutet auch zusätzliche Kalorien. Als Ersatz für eine andere Mahlzeit, zum Beispiel eine Brotzeit ist Obst ideal. Wenn es Beeren sind – umso besser.


Beerensorten

Die beliebtesten Sorten und was in ihnen steckt (Angaben jeweils pro 100g).


Himbeeren

40 Kilokalorien
8 g Kohlenhydrate
5 g Ballaststoffe
170 mg Kalium
25 mg Vitamin C


Brombeeren

48 Kilokalorien
9 g Kohlenhydrate
7 g Ballaststoffe
200 mg Kalium
17 mg Vitamin C


Rote Johannisbeeren

44 Kilokalorien
9 g Kohlenhydrate
7 g Ballaststoffe
230 mg Kalium
35 mg Vitamin C


Schwarze Johannisbeeren

56 Kilokalorien
12 g Kohlenhydrate (1 BE)
7 g Ballaststoffe
300 mg Kalium
170 mg Vitamin C


Stachelbeeren

44 Kilokalorien
8,5 g Kohlenhydrate
3 g Ballaststoffe
200 mg Kalium
34 mg Vitamin C


Erdbeeren

36 Kilokalorien
7 g Kohlenhydrate
2 g Ballaststoffe
140 mg Kalium
62 mg Vitamin C


Heidelbeeren

60 Kilokalorien
13 g Kohlenhydrate (ca. 1 BE)
4,9 g Ballaststoffe
65 mg Kalium
21 mg Vitamin C


Cranberrys

44 Kilokalorien
12 g Kohlenhydrate (1 BE)
5 g Ballaststoffe
85 mg Kalium
13 mg Vitamin C


Weintrauben – sind auch Beeren

70 Kilokalorien
15 g Kohlenhydrate
1,5 g Ballaststoffe
200 mg Kalium
4 mg Vitamin C


Preiselbeeren

35 Kilokalorien
7 g Kohlenhydrate
2,9 g Ballaststoffe
70 mg Kalium
12 mg Vitamin C
Viel Vitamin B und Magnesium




Bildnachweis: W&B/Wolf Heider-Sawall, W&B/Fotolia, Panthermedia/Peter K., W&B/Julia Hoersch

Simone Herzner / Diabetes Ratgeber; 04.07.2012
Bildnachweis: W&B/Wolf Heider-Sawall, W&B/Fotolia, Panthermedia/Peter K., W&B/Julia Hoersch

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