Gezuckerte Getränke fördern Bauchfett

Limonaden und Cola mit Zuckerzusatz stehen als Dickmacher in Verruf. Zu Recht, legen zwei neue Studien nahe

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 14.01.2016

Gefährliche Erfrischung: Cola und Co. begünstigen Übergewicht und Diabetes

iStock/pjohnson1

Das tägliche Glas Cola ist für viele Menschen ein Stück Lebensqualität. Auf Dauer könnte diese Gewohnheit sich aber gesundheitlich rächen. Denn wer jeden Tag gezuckerte Getränke konsumiert, legt überdurchschnittlich viel an innerem Fett zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von US-Forschern, die im Journal Circulation erschien.

Inneres Fett, im Fachjargon viszerales Fett genannt, gilt im Übermaß als gesundheitsschädlich. Es sammelt sich bevorzugt am Bauch um die inneren Organe an und steht im Verdacht, eine Fettleber, Typ-2-Diabetes und Gefäßschäden zu fördern. Der genaue Mechanismus dahinter ist noch unbekannt. Vermutlich spielen Hormone und Entzündungsstoffe dabei eine Rolle, die das innere Fettgewebe abgibt.


Studie misst Fettzuwachs

Die Wissenschaftler um Hauptautorin Caroline Fox befragten 1003 Menschen mittleren Alters zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Mittels Computertomografie erfassten sie zudem Veränderungen beim Fettgewebe der Teilnehmer jeweils zu Beginn und zu Ende des rund sechsjährigen Untersuchungszeitraums.

Wer täglich zu gezuckerten Getränken griff, nahm im Schnitt 852 Kubikzentimeter an innerem Fettgewebe zu. Die Softdrink-Abstinenzler setzten nur 658 Kubikzentimeter an, also rund ein Viertel weniger. Über den Umweg inneres Fett könnten die Kalorienbomben somit Zivilisationsleiden wie Diabetes und Herzprobleme fördern.

Zwischen Diät-Softdrinks und innerem Fett fanden die Forscher keinen Zusammenhang. Frühere Studien hatten allerdings gezeigt, dass Getränke mit Süßstoffen nicht unbedingt beim Abnehmen helfen.

Weniger Softdrinks, weniger Gewicht

Wenn die Zucker-Getränke zu Übergewicht beitragen, ließe sich im Umkehrschluss erwarten, dass der Verzicht darauf beim Abnehmen hilft. Dass dies wohl tatsächlich der Fall ist, legt eine neue Studie aus England nahe, die in The Lancet erschien.

Wer seinen Konsum an künstlich gezuckerten Softdrinks um 40 Prozent verringert, spart demnach wohl durchschnittlich 31 Kilokalorien am Tag. Über fünf Jahre hinweg wäre das fast ein ganzes Kilo Gewicht, dass sich nicht am Körper ansammelt. Wer zusätzlich auf Säfte verzichtet, die ebenfalls oft sehr kalorienreich sind, nimmt sogar noch etwas mehr ab. Getränke mit künstlichen Süßungsmitteln waren in der Studie ausgeschlossen.

Es spricht also einiges dafür, zumindest hin und wieder auf Cola zu verzichten – und auf kalorienarme Alternativen wie Wasser, Tee und Fruchtschorlen zu setzen.

Quellen: Circulation, The Lancet



Bildnachweis: iStock/pjohnson1

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