HDL-Cholesterin

HDL-Cholesterin befördert nicht benötigtes Cholesterin aus den Blutgefäßen. Zu niedrige Werte davon im Blut verbinden Ärzte mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten
aktualisiert am 23.11.2016

Zu einem herzgesunden Speiseplan gehören auch pflanzliche Fette

fotolia / Maren Wischnewski

HDL steht für "High Density Lipoprotein". Es handelt sich dabei um eine Fett-Eiweiß-Verbindung mit hoher Dichte. HDL-Cholesterin transportiert Cholesterin aus den Zellen des Körpers zur Leber. Dort wird es abgebaut beziehungsweise über die Galle ausgeschieden.

HDL-Cholesterin trägt so dazu bei, die Gefahr von Ablagerungen in den Gefäßen, auch Arteriosklerose genannt, zu senken. Diese können Herz-Kreislaufkrankheiten wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge haben. Aus diesem Grund wird HDL oft als "gutes" Cholesterin bezeichnet – im Gegensatz zum "schlechten" LDL (Low Density Lipoprotein). Dieses soll eben diese Ablagerungen fördern.


Der Anteil der LDL-Cholesterin-Konzentration am Gesamtcholesterin im Blut sollte möglichst niedrig, der Anteil an HDL-Cholesterin möglichst hoch sein. Sowohl ein erhöhtes LDL-Cholesterin als auch ein vermindertes HDL-Cholesterin sind Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen.

Erwachsenen wird für das HDL-Cholesterin ein Richtwert von über 45 mg/dl (1,17 mmol/l) empfohlen. Bei erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, wovon zum Beispiel bei Typ-2-Diabetes auszugehen ist, wird ein Wert von unter 100 mg/dl (2,57 mmol/l) als Behandlungsziel angegeben. Ist das nicht erreichbar, sollte der LDL-Cholesterinanteil zumindest um 50 Prozent des Ausgangswertes sinken. Bei Menschen, die nicht gefährdet für Herz-Kreislaufkrankheiten sind, gilt ein Wert von maximal 150 bis 160 mg/dl (3,87 mmol/l bis 4,1 mmol/l) als hinnehmbar. Der Arzt beurteilt das Gesundheitsrisiko des Patienten natürlich immer individuell und plant die Behandlung entsprechend.

Cholesterin wird vom Körper selbst gebildet, unter anderen in der Leber. Es ist ein wichtiger Baustoff, zum Beispiel für verschiedene Hormone oder Gallensäuren. Die Ernährung spielt dagegen wohl nur eine geringe Rolle bei der Steuerung des Cholesterinhaushalts.

Dennoch wirkt sich eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen – zum Beispiel in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – mit reichlich günstigen ungesättigten Pflanzenfetten statt zu viel gesättigten Fetten vorteilhaft auf die Blutfettwerte aus. Auch der Abbau von Übergewicht sowie regelmäßige Bewegung können helfen, die Blutfettwerte zu verbessern.



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