Marmelade selbst einkochen

Ein Topf, ein Rührlöffel, ein paar Gläser. Mit wenig Zubehör zaubern Sie aus den Früchten des Sommers leckere Aufstriche
von Andrea Grill , aktualisiert am 16.08.2017

Zum Reinbeißen: Brot mit selbstgemachter Marmelade

Corbis/Photononstop

Erdbeere und Aprikose sind die Klassiker auf dem Frühstücksbrötchen. Fruchtaufstriche aus diesen und anderen Obstsorten gibt es in vielen Varianten zu kaufen. Wenn Sie für weniger Geld noch mehr Aroma aufs Brot streichen möchten, dann gehen Sie in die Frischobst-Abteilung oder zum Wochenmarkt, kaufen dort reifes Sommerobst und kochen Ihre Marmelade zu Hause selbst. Das ist keine Hexerei, sondern eine recht einfache Küchenübung, bei der man mit wenigen Zutaten auskommt.

Die Vorteile des Selbermachens: Sie wählen die Früchte selbst aus. Nur einwandfreies, reifes und aromatisches Obst der Saison kommt in den Topf. Sie können immer wieder neue Rezepte ausprobieren oder altbekannte variieren – zum Beispiel zwei oder mehrere Frucht­sorten mischen, den Geschmack mit Ihren Lieblingsgewürzen oder einer kleinen "hochprozentigen" Zugabe verfeinern. Mit selbst gemachter, hübsch verpackter Marmelade haben Sie außerdem immer ein nettes Mitbringsel oder Geschenk auf Vorrat zu Hause.

Mehr Frucht, weniger Kalorien

Und, wahrscheinlich wichtigster Punkt, wenn Sie Diabetiker sind: Durch die Verwendung spezieller Gelierzucker können Sie den Fruchtanteil in Ihrer Marmelade erhöhen und so den Geschmack intensivieren und zugleich Kalorien sparen. Damit die Marmelade trotz der geringeren Zuckermenge haltbar bleibt, wird den 2:1- und 3:1-Gelier­­zuckern allerdings ein Konservierungsmittel zugesetzt. Eine Alternative sind Bio-Geliermittel, die zum Beispiel auf Apfelpektin basieren. Damit gelingen Marmeladen genauso gut, sind aber nach dem Öffnen nicht so lange haltbar.

Außer den Früchten und Zucker benötigen Sie nur wenige Utensilien zum Einkochen. Im Zentrum des Geschehens steht ein großer, weiter Topf, in dem die Fruchtmasse sprudelnd kochen kann. Zum Abfüllen der Marmelade besorgen Sie ausreichend viele Gläser. Jetzt brauchen Sie nur noch eine Waage, einen Kochlöffel, ein kleines Küchenmesser, eine Schöpfkelle und einen Küchenwecker. Und schon kann’s losgehen. Zuerst reinigen Sie die Gläser (siehe Tipp unten). Dann werden die Früchte verlesen, gewaschen, bei Bedarf entsteint und in Stücke geschnitten. Das fertig vorbereitete Obst wiegen Sie ab und mischen es mit dem Gelierzucker.

Und jetzt beginnt Ihr Einsatz am Herd: Sie erhitzen das Frucht-Zucker-Gemisch, bis es sprudelnd kocht. Erst dann beginnt die Kochzeit, an die Sie sich exakt halten sollten. Wichtig: Immer wieder umrühren, damit nichts ansetzt oder überkocht.

Marmelade vor dem Abfüllen probieren

Kurz vor Ablauf der Kochzeit machen Sie die Gelierprobe: Sie geben einen kleinen Klecks Marmelade auf einen kalten Teller. Wird er fest? Sehr gut. Falls nicht, lassen Sie das Ganze noch kurz weiterkochen.

Gießen Sie die fertige Marmelade mit der Schöpfkelle möglichst heiß und bis knapp unter den Rand in die vorbereiteten Gläser. Denn nur dann kann sich nach dem Verschließen ein Vakuum ausbilden, das für die Haltbarkeit sorgt. Achten Sie darauf, dass der Rand sauber bleibt, und verschließen Sie die Gläser fest. Nun stellen Sie diese für fünf Minuten auf den Kopf. Die herabfließende heiße Masse sterilisiert dabei den noch vorhandenen Luftraum, und die Fruchtstücke verteilen sich gleichmäßig.

Genug von der Theorie? Dann kommt jetzt die Praxis dran. Viel Spaß beim Ausprobieren unserer Rezepte und gutes Gelingen!

Tipps zum Einkochen:

  • Gläser für jeden Zweck: Zum Aufbewahren von Marmelade eignen sich Gläser mit Schraubdeckel ("Twist-off"-Gläser) sehr gut. Für Chutneys werden oft Spannbügel-Gläser verwendet. Kompott und Apfelmus sind in klassischen Weckgläsern mit Gummiring und Glasdeckel am besten aufgehoben.
  • Hygiene-Regeln: Reinigen Sie Gläser und Deckel im Geschirrspüler. Vor dem Befüllen sterilisieren Sie alle Teile kurz in einem Topf mit kochendem Wasser. Dann stellen Sie die Gläser kopfüber auf ein sauberes Tuch. Nicht abtrocknen.
  • Fruchtanteil – 1, 2 oder 3: Mit speziellen Gelierzuckern können Sie den Anteil an Früchten, die normalerweise im Verhältnis 1:1 mit Zucker eingekocht werden, auf 2:1 oder 3:1 erhöhen. Das Fruchtaroma ist dadurch intensiver, das Ergebnis kalorienärmer.

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