Osteoporose: Tipps gegen Knochenschwund

Bei porösem Knochengewebe steigt die Gefahr von Brüchen an. Wir beantworten die sieben wichtigsten Fragen zur Osteoporose
von Andrea Grill, 05.07.2017

Stärkt die Knochen: Krafttraining

Shotshop/Marcus

1. Was heißt das: Osteoporose?

Die Vorstellung, das Skelett sei nur ein Haufen toter Stützmasse, ist falsch. Knochen werden mit Blut und Nährstoffen versorgt, und sie werden lebenslang auf-, um- und abgebaut. "Wenn das Gleichgewicht von Auf- und Abbau nicht mehr stimmt, wenn Knochenmasse schwindet und das Knochengewebe instabil wird, sprechen wir von einer Osteoporose", erklärt Dr. Stephan Scharla, Internist und Osteologe (Knochenexperte) in Bad Reichenhall.

2. Ist Osteoporose eine Frauenkrankheit?

"Das ist eine weitverbreitete Annahme, aber sie stimmt nicht", sagt Stephan Scharla. 6,3 Millionen Osteoporose-Patienten gibt es in Deutschland. Davon ist jeder fünfte ein Mann. Frauen sind schon ab dem 50. Lebensjahr gefährdet. Bei Männern steigt das Erkrankungsrisiko erst etwa zehn Jahre später.


3. Wie macht sich Knochenschwund bemerkbar?

Osteoporose macht in der Regel erst dann Beschwerden, wenn es zu einem Bruch kommt. Vorher merkt man nichts. Die Brüche sind typischerweise an Hüfte, Unterarm oder Wirbelsäule. "Manche Wirbelbrüche bleiben aber unbemerkt oder werden mit harmlosen Rückenschmerzen verwechselt", erklärt Professorin Barbara Obermayer-Pietsch, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Osteologie. Ein sichtbarer Hinweis auf eine Osteoporose ist es, wenn sich die Körpergröße um mehrere Zentimeter verringert und sich tannenbaumförmig verlaufende Hautfalten am Rücken bilden.

4. Was erhöht das Risiko?

Knochengesundheit hängt von vielem ab. Ungünstig sind etwa Untergewicht und Rauchen sowie eine Ernährung ohne Milchprodukte – dann ist es schwierig, den Kalziumbedarf zu decken. Manchmal besteht auch ein familiäres Risiko für Knochenschwund. Rheuma kann das Risiko erhöhen, vermutlich weil Entzündungsstoffe die Knochen schädigen. Auch eine Dauereinnahme von Kortison erhöht das Risiko.

5. Kann Diabetes den Knochen schaden?

Leider ja, sagt Barbara Obermayer-Pietsch. "Es ist erwiesen, dass erhöhte Zuckerwerte die Knochen schädigen, und zwar bei Typ-1- ebenso wie bei Typ-2-Diabetes." Deshalb sei es wichtig, auf eine gute Blutzucker­einstellung zu achten. Folgeerkrankungen wie Augen- und Nerven­schäden könnten das Risiko für Stürze und damit für Brüche erhöhen. Deshalb ist für Menschen mit Diabetes Früherkennung wichtig (siehe 7.).

6. Welche Therapien gibt es?

Betroffene erhalten gegebenenfalls Medikamente vom Arzt – und können selbst viel tun. "Unverzichtbar ist Aktivität", sagt Obermayer-Pietsch. Mit den Muskeln werde auch der Knochen trainiert. Die Versorgung mit Vitamin D sichern Bewegung im Freien und evtl. verschreibungspflichtige Medikamente aus der Apotheke. Kalziumpräparate brauchen nur Menschen, die sich sehr kalziumarm ernähren, etwa Veganer. 

7. Was bringt die Früherkennung?

Mit einer Knochendichtemessung lässt sich eine Osteoporose früh feststellen und dann gezielt behandeln. Bei Typ-1-Diabetes zahlt die Kasse den Check ab 50 Jahren, bei Typ-2-Diabetes für Frauen ab 60 und für Männer ab 70 Jahren. Achtung: Nicht alle Praxen bieten die Untersuchung als Kassenleistung an. Lieber vorher nachfragen



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