Was die Haut bei Kälte braucht

Wer Diabetes hat, kämpft in der kalten Jahreszeit oft mit trockener Haut. Sie spannt, juckt, ist rau. Fünf Tipps für die richtige Pflege

von Andrea Grill, aktualisiert am 03.03.2016

Spezielle Cremes versorgen die Gesichtshaut mit Feuchtigkeit

W&B/Forster und Martin

Weich, glatt und geschmeidig: So mögen wir unsere Haut. Doch im Winter wandelt sich die schützende Hülle vieler Menschen mit Diabetes von der Wohlfühl- zur Problemzone. Sie wird rau, spannt und juckt. Schuld sind trockene Luft und große Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen. Ein gesunder Stoffwechsel gleicht das aus – Talg- und Schweißdrüsen arbeiten dann normal.

Nach langjährigem Diabetes klappt das mitunter nicht mehr so gut. Die Hautdurchblutung ist vermindert. Die Drüsen, die Fett und Feuchtigkeit produzieren, arbeiten nicht mehr richtig. Auch die Nerven, die diese Prozesse steuern, sind durch zu hohe Zuckerwerte manchmal geschädigt. Damit die Haut die Winterzeit trotzdem gut übersteht, braucht sie vor allem eins: gute Pflege.


1. Gesicht

Trockenzeit für den Teint: Spezielle Gesichts­cremes sorgen jetzt für Feuchtigkeit, etwa durch Hyaluronsäure oder Glycerin. Gute Präparate enthalten statt billigen Mineralölen hochwertige pflanzliche Öle wie Jojoba-, Mandel- oder Nachtkerzenöl. Der Anteil an feuchtigkeitsbindendem Harnstoff (Urea) sollte maximal fünf Prozent betragen.

Tipp: Fetthaltige Kälteschutzsalben können die Haut überwärmen. Verwenden Sie diese nur draußen und nehmen Sie sie danach ab.

2. Körper

Verwöhnt von oben bis unten: Am besten cremen Sie Ihren Körper zweimal täglich mit einer Lotion oder einem Cremeschaum ein, zum Beispiel morgens nach der Dusche und abends vor dem Schlafengehen. Geeignet sind fettreiche Wasser-in-Öl-Emulsionen, die bis zu zehn Prozent Harnstoff enthalten. Dieser natürliche Feuchthaltefaktor hilft der Haut, Feuchtigkeit zu binden.

Tipp: Gehen Sie zum Arzt, wenn Ihre Haut trotz guter ­Pflege stark juckt. Er kann Medikamente verschreiben, die den Juckreiz lindern.

3. Sonnenschutz

Auch wenn Sie die Sonne nicht gerade zum Schwitzen bringt: Denken Sie daran, Ihre Gesichtshaut vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen, wenn Sie im Freien unterwegs sind. Dafür eignet sich eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor sehr gut. Beim Skifahren oder wenn Sie sich in großer Höhe aufhalten, brauchen Sie eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor (zum Beispiel LSF 50).

Tipp: Vergessen Sie die Lippen nicht! Fettstifte mit UV-Schutz pflegen und verhindern Schäden durch Kälte und Sonne.

4. Hände

Sie sind ständig im Einsatz: Eincremen, am bes­ten nach jedem Waschen, beugt spröder Haut an den Händen vor. Eine hochwertige Creme oder ein Balsam zieht schnell ein und bildet einen Schutzfilm, ohne zu fetten oder zu kleben. Beides sollte höchstens fünf Prozent Harnstoff enthalten.

Tipp: Reinigen Sie die Hände nicht mit Seife, sondern mit rückfettendem Waschöl.

5. Füße

Sie sind kleine Diven, haben durchaus unterschiedliche Bedürfnisse: Am Rist ist die Haut der Füße oft dünn und trocken. Schnell einziehende Cremeschäume spenden Feuchtigkeit und lindern Juckreiz. An den Fersen kann sich dicke Hornhaut bilden. Hier helfen fettreiche Öl-in-Wasser-Emulsionen mit mindes­tens zehn Prozent Urea.

Tipp: Prüfen Sie beim Cremen morgens und abends Ihre Füße. Diabetes kann zu Nervenschäden führen, die das Schmerzempfinden senken, sodass unbemerkt ernste Verletzungen entstehen können.

Fachliche Beratung: Apothekerin Gabriele Spieß aus München



Bildnachweis: W&B/Forster und Martin

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