Zahl der Herztoten steigt leicht an

Der Herzbericht 2015 wurde veröffentlicht. Insgesamt gab es einen geringen Zuwachs bei der Sterberate – dennoch zeigt sich langfristig ein erfreulicher Trend

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 28.01.2016

Herz im Mittelpunkt: Herzkrankheiten sind die häufigste Todesursache in Deutschland

iStock/Tomm L.

Im Jahr 2013 sind in Deutschland etwas mehr Menschen wegen Herzkrankheiten ums Leben gekommen als im Jahr zuvor. Das geht aus dem "Herzbericht 2015" hervor.*

Erfreuliche Entwicklung seit 1990

268,9 pro 100.000 Einwohner starben 2013 infolge von Herzinfarkt und Co. Damit sind Herzleiden die häufigste Todesursache in Deutschland. 2012 waren es noch 267,2. Der langfristige Trend ist dennoch deutlich positiv: 1990 gab es noch 324,8 Todesfälle pro 100.000 Bürger. Das ist ein Rückgang von 17 Prozent. Allein auf den Herzinfarkt bezogen gab es sogar rund 40 Prozent weniger Tote. Das liegt vor allem an einer besseren medizinischen Versorgung, aber auch am Rückgang von Risikofaktoren wie Rauchen.


Einen gegenläufigen Trend gab es dagegen bei Herzklappenkrankheiten und Herzrhythmusstörungen, an denen 2013 deutlich mehr Menschen starben als 1990. Kurioserweise dürfte das vor allem auf Fortschritte in der Medizin zurückzuführen sein: "Heute überleben immer mehr Patienten einen akuten Herzinfarkt, erkranken aber später an anderen Herzkrankheiten", sagt Professor Dr. Karl-Heinz Kuck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. "Dieser Trend ist damit auch Ausdruck der zunehmenden Lebenserwartung, wobei zum Beispiel das Risiko für Herzklappen- oder Herzrhythmuserkrankungen mit zunehmendem Alter überproportional ansteigt."

Höhere Sterberaten in neuen Bundesländern

Wie schon in den vergangenen Jahren, zeigt der Bericht ein deutliches Ost-West-Gefälle. In den neuen Bundesländern kommen überdurchschnittlich viele Menschen wegen eines Infarkts ums Leben. Negativer Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit 349 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern, während es in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin mit 228 beziehungsweise 231 die wenigsten Toten pro 100.000 Bürgern gab.

Die Unterschiede dürften nicht zuletzt daran liegen, dass in den Bundesländern mit den höchsten Sterberaten Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes und Rauchen mit am stärksten verbreitet sind. Die Herzexperten vermuten, dass auch soziale Faktoren wie ein unterschiedliches Bildungsniveau eine Rolle spielen.

Frauen stärker gefährdet

Männer erkranken insgesamt häufiger an Herzleiden. Dafür haben Frauen ein höheres Risiko, durch sie zu Tode zu kommen. An Herzschwäche versterben sogar annähernd doppelt so viele Frauen wie Männer. Auch von Herzrhythmusstörungen ist das weibliche Geschlecht deutlich häufiger betroffen.

"Die ungünstigere Prognose für Frauen bei diesen Erkrankungen lässt sich nicht ohne weiteres erklären und bedarf genauer Analysen", sagt Professor Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Möglicherweise spielen Unterschiede bei der Wirkung von Medikamenten, beim Stoffwechsel oder Hormonhaushalt sowie psychische Gründe eine Rolle.

* Der Deutsche Herzbericht 2015 wird herausgegeben von der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK)



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