Hier erfahren Sie, wie Diabetes behandelt wird
Insulin wird mehrmals täglich mithilfe einer kleinen Spritze, eines Pens oder einer Insulinpumpe unter die Haut gespritzt. Von dort gelangt es ins Blut, wo es die Aufgabe hat, den aus den Kohlenhydraten der Nahrung stammenden Zucker in die Zellen zu schleusen.
Ziel der Insulintherapie ist es, die Blutzuckerspiegel im Bereich eines gesunden Menschen zu halten: 70 bis 140 mg/ dl (3,9 bis 7,8 mmol/l). Bei der Dosierung sind der aktuelle Blutzuckerwert sowie die bevorstehende Mahlzeit und körperliche Aktivität zu berücksichtigen. Denn Ernährung und Bewegung wirken sich auf den Blutzuckerspiegel aus.
Viele Kinder benutzen eine Insulinpumpe
Je nach Therapieart und verwendeten Insulinen (schnell und kurz wirkend, langsam und lang wirkend) wird die Nahrungsmenge auf bis zu acht Portionen über den Tag verteilt. Häufig sind also Zwischenmahlzeiten erforderlich. Dabei hängt der Zeitpunkt des Essens von der Wirkung der Insulinpräparate ab und fällt deshalb nicht immer in eine Unterrichtspause. Aus diesem Grund müssen diabetische Kinder und Jugendliche bei Bedarf auch während des Unterrichts essen dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr schwerer Unterzuckerungen.
Körperliche Bewegung, wie Schulsport, Radfahren oder Wandern, verbraucht Energie und senkt daher den Blutzucker. Um Unterzuckerungen zu verhindern, spritzen Diabetiker deshalb vorher weniger Insulin, oder sie nehmen zusätzliche Kohlenhydrate zu sich.
Kinder mit Diabetes dürfen wie alle anderen am Schulsport teilnehmen
Schulsport ist erlaubt und wichtig
Diabetische Kinder können (und sollen!) am Schulsport teilnehmen. Eine generelle Sportbefreiung wegen des Diabetes ist nicht gerechtfertigt.
Gefährlich wird es, wenn der beim Sport erhöhte Energieverbrauch nicht durch eine Verringerung der Insulindosis und/ oder erhöhte Kohlenhydratzufuhr aufgefangen wird oder die körperliche Betätigung anstrengender ausfällt als geplant. Bei längeren Aktivitäten, z. B. mehrstündigen Wanderungen, können deshalb kurze Pausen für zusätzliche Zwischenmahlzeiten nötig werden. Auch wenn die Sportstunde unerwartet verlegt wird, müssen Kinder mit Diabetes Gelegenheit bekommen, vorher etwas zu essen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.
Bei Blutzuckerwerten über 280 mg/dl (15,6 mmol/l) ist Sport verboten. Der Grund: So hohe Werte sind ein Zeichen für einen ausgeprägten Insulinmangel. Die Folge kann sein, dass der Blutzuckerspiegel trotz körperlicher Aktivität nicht sinkt (weil kein Insulin vorhanden ist, das den Zucker aus dem Blut in die Zellen schleust), sondern im Gegenteil sogar weiter steigt – denn beim Sport werden Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet, die den Blutzuckerspiegel erhöhen.
Grundsätzlich ist mit Diabetes auch Leistungssport möglich (wie das Beispiel des letztjährigen Olympiasiegers im Gewichtheben, Matthias Steiner, zeigt). Wie weit sich diabetische Kinder und Jugendliche an besonders intensiven Aktivitäten (z. B. Langstreckenlauf, Radtouren, Skilanglauf über große Distanzen) beteiligen, sollte mit den Eltern und gegebenenfalls auch dem betreuenden Arzt abgestimmt werden.
Diabetiker Ratgeber;
05.08.2005, aktualisiert am 27.07.2010
W&B/Martin Ley, Fotex Medien Agentur GmbH/Thomas Lauterbach
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