Pedelecs: Das müssen Sie wissen

Ein Motor unterstützt beim Tritt in die Pedale. Doch wie sicher ist der elektrische Fahrspaß? Sechs Fragen zu Pedelecs beantwortet
von Birgit Ruf, 23.08.2017

In bergigem Gelände können E-Bikes ihre Stärken ausspielen

Fotolia/Autofocus67

1. Pedelec, E-Bike ... Was ist das überhaupt?

Pedelec – das Wort setzt sich aus pedal electric cycle zusammen – ist ein ganz normales Fahrrad mit Elektromotor. Tritt der Fahrer in die Pedale und nur dann, unterstützt der Motor diese Kraft, meist in drei bis vier Stufen. Aber nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Fährt man schneller, zum Beispiel bergab, tut der Motor: nichts.

Bei den Super- oder schnellen Pedelecs hilft der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h mit. Weil Pedelec nicht besonders charmant klingt, nennen viele Hersteller die Räder schlicht E-Bike (Elektrorad). Seinen Strom zieht der Motor aus einem Akku, der bei den meisten Modellen abgenommen und an jeder Steckdose aufgeladen werden kann.

Normale Pedelecs (der Motor hilft bis 25 km/h mit) dürfen auf dem Fahrradweg, schnellere Pedelecs müssen auf der Straße fahren.

Bei schnellen Pedelecs besteht Helmpflicht. Für sie braucht man zudem eine Versicherung, ein Kennzeichen und einen Rückspiegel.

2. Was kann ich damit alles machen?

Rad fahren! Gemütlich oder schnell. Das ist praktisch, wenn Sie unverschwitzt zur Arbeit pendeln wollen. An der Ampel hilft der Motor, in Schwung zu kommen, ohne Knie und Hüften zu belasten. "Wer ein Pedelec hat, steigt öfter in den Sattel und hält bei Touren mit einem sportlicheren Partner leichter mit", weiß Professor Helmut Lötzerich von der ­Deutschen Sporthochschule Köln.

3. Boxenstopp: Wie weit komme ich damit?

Mit einer Akkuladung kommen Sie etwa 40 bis 120 Kilometer weit: Das hängt von der Akkuleistung ab, aber auch davon, ob Sie den Motor auf leichte Unterstützung oder auf Turbo stellen, ob Sie im flachen Gelände herumgondeln oder Berge hinaufheizen. Auf Herstellerangaben zur Reichweite ist dabei nicht unbedingt Verlass! Wer längere Ausflüge plant, nimmt einen Ersatz-Akku mit (zwei bis drei Kilo schwer!) oder ein Ladekabel – bis der Akku aufgeladen ist, kann es aber ein paar Stunden dauern.

4. Wo finde ich das passende Rad?

Bitte nur im Fachhandel. Dort sollte man sich ausführlich beraten lassen, verschiedene Pedelecs Probe fahren und sich schon vorher Gedanken darüber machen, welches das richtige Modell sein könnte: ein City-Bike zum Einkaufen, ein Trekking-Rad für Ausflüge oder ein Faltrad, das sich im Auto oder Zug mitnehmen lässt und auch im Hausflur geparkt werden kann.

5. Sind Pedelecs sicher?

Mit Motor und Akku bringen Pedelecs 20 bis 30 Kilo auf die Waage. Kurven fahren, bei Bordsteinkanten das Gleichgewicht halten oder bremsen fühlt sich erst mal ungewohnt an. Trainierte Radler gewöhnen sich schnell daran, Anfänger müssen üben, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad in Göttingen. Achtung: Fußgänger und Autofahrer rechnen nicht unbedingt damit, dass Pedelecs fast lautlos und ziemlich schnell über die Straßen sausen können. Fahren Sie vor­ausschauend – und mit Helm, empfiehlt Experte Lötzerich.

Wer viel wiegt, braucht ein besonders stabiles Rad. Meist geben Hersteller als zulässige Höchstlast etwa 120 bis 175 kg an. In der Regel gilt das in­klusive Rad, Körper­­gewicht und Gepäck.

6. Und was kostet der elektrische Fahrspaß?

Leider ziemlich viel. Für ein stabiles Pedelec mit guten Bremsen, einem leistungsstarken Motor und Akku müssen Sie mit mindestens 1700 Euro rechnen. Nach etwa 1000 Ladezyklen ist zudem ein neuer Akku fällig. Kostenpunkt: mehrere Hundert Euro. Der Stromverbrauch fällt dagegen kaum ins Gewicht. Übrigens: Manche Firmen bieten Pendlern auch ein geleastes Pedelec als Dienst-Rad an. Fragen Sie nach!


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