Acht Gesundheits-Checks für zu Hause

Welche Selbsttests für Diabetiker interessant sein können. Und: Tipps, wie Sie daheim fehlerfrei messen

von Birgit Ruf , 14.03.2016

1. Puls fühlen

Sinnvoll für alle, die wissen wollen, wie schnell ihr Herz in Ruhe oder bei Belastung (z. B. beim Sport) schlägt. Auch ein unregelmäßiger Rhythmus lässt sich so erkennen.

So geht’s: Zeige- und Mittel­fingerkuppen an die Innenseite des  Unterarms unterhalb des Daumens legen, bis der Puls spürbar ist. Dann die Pulsschläge 60 Sekunden zählen. Bei Erwachsenen sind etwa 50 bis 80 Schläge pro Minute in Ruhe normal. Abweichungen sind möglich.


2. Füße inspizieren

Sinnvoll für Dia­betiker, um kleine Verletzungen früh zu erkennen, bevor daraus gefährliche Geschwüre werden. Die Untersuchung ist besonders wichtig bei Nervenstörungen, weil man dann bei Verletzungen keine Schmerzen spürt.

So geht’s: Täglich, am bestens abends, die Füße auf Druckstellen, Verfärbungen und Verletzungen inspizieren. Ein Handspiegel hilft, die Fußsohlen zu untersuchen.


3. Blutdruck messen

Sinnvoll bei Bluthochdruck, der bei Diabetes sehr häufig ist. Die Zielwerte im Einzelfall mit dem Arzt besprechen.

So geht’s: Im Sitzen täglich zur selben Zeit (z.B. morgens vor Einnahme der Blutdrucktabletten) messen, immer am selben Arm. Es gibt Geräte mit Oberarm-Manschette und Geräte fürs Handgelenk (letztere sind bei unregelmäßigem Herzschlag, z. B. Vorhofflimmern, ungeeignet).


4. Wiegen

Sinnvoll für alle Menschen mit Gewichtsproblemen. Bei Herzschwäche kann regelmäßiges Wiegen verstärkte Wassereinlagerungen frühzeitig aufdecken.

So geht’s: Einmal pro Woche, am besten morgens nach der Toilette, nackt oder nur leicht bekleidet auf die Waage stellen.

5. Ketone messen

Sinnvoll bei Verdacht auf eine Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes). Diese Stoffwechselentgleisung tritt vorwiegend bei Typ-1-Diabetikern auf, wenn der Insulinbedarf z. B. bei einem fiebrigen Infekt steigt.

So geht’s: Teststreifen in Urinprobe halten und Testfeld mit der Farbskala auf der Streifen­dose vergleichen. Eine Verfärbung zeigt niedrigen bis hohen Gehalt an Ketonen im Urin. Bei hohen Ketonwerten (+++) sofort den Arzt informieren!

6. Blutzucker kontrollieren

Sinnvoll für Diabetiker, die ihre Insulindosis den aktuellen Blutzuckerwerten anpassen. Dann sind meist mehrere Blutzuckerkontrollen pro Tag erforderlich. Auch wer zuckersenkende Tabletten nimmt, sollte in regelmäßigen Abständen Blutzuckertagesprofile erstellen, um unentdeckte Zuckerhochs und -tiefs zu erkennen.

So geht’s: Hände waschen, mit der Stechhilfe seitlich in die Fingerbeere stechen, Blutstropfen auf Teststreifen geben. Das Messergebnis wird nach wenigen Sekunden angezeigt.

7. Harnzucker messen

Sinnvoll zur orientierenden Beurteilung der Dia­betes-Einstellung. Der Harn­­zuckertest kann das Blutzuckermessen nicht ersetzen. Unterzuckerungen werden nicht erkannt, weil Zucker erst bei erhöhten Blutzuckerspiegeln in den Harn gelangt.

So geht’s: Teststreifen kurz in einen Becher mit Urin halten und das Farbfeld auf dem Streifen mit den Farbskalen auf der Teststreifendose vergleichen. Eine grüne oder blaue Verfärbung des Testfeldes deutet auf einen erhöhten Blutzuckerwert hin.

8. Gerinnung prüfen

Sinnvoll für Menschen, die z.B. wegen Vorhofflimmern den Gerinnungshemmer Phenprocoumon einnehmen und dessen Wirkung selbstständig überprüfen sollen, um die Dosis anzupassen.

So geht’s: Ein Blutstropfen aus der Fingerbeere wird auf einen speziellen Teststreifen aufgetragen und in das Messgerät gesteckt. Nach kurzer Zeit kann man das Ergebnis, den sogenannten INR-Wert ablesen. Wie hoch oder tief dieser sein soll, legt der Arzt fest (bei Vorhofflimmern wird meist ein Wert zwischen 2 und 3 angestrebt).



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