Schlaganfall – Jeder fünfte Patient hat Diabetes

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – und die häufigste Ursache lebenslanger Behinderungen. Wer Diabetes hat, ist besonders gefährdet. Doch Sie können Ihr Risiko aktiv senken

Der Schlaganfall ist die häufigste Erkrankung des Nervensystems überhaupt, die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – und die häufigste Ursache lebenslanger Behinderung. Jeder zehnte Rettungswagen, der mit Blaulicht zu einem Patienten unterwegs ist, rückt wegen eines Verdachts auf Schlaganfall aus.

Die medizinische Definition des Schlaganfalls ist nüchtern: Es handelt sich um den unvermittelt ("schlagartig") einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. In den meisten Fällen ist die Ursache des Schlaganfalls (auch "Apoplex" oder "Hirninsult" genannt) eine akute Störung der Gehirndurchblutung, die zum Untergang von Gehirnzellen führt. In diesem Fall sprechen Ärzte vom "Hirninfarkt". Wird der Schlaganfall dagegen durch eine Einblutung ins Gehirngewebe verursacht, beispielsweise infolge eines Risses in einem Blutgefäß, spricht man von einer "Hirnblutung" (siehe nächstes Kapitel, "Ursachen").

Schlaganfall & Diabetes

Jeder fünfte Patient, der einen Schlaganfall erlitten hat, ist zuckerkrank. Allgemein erleiden Menschen mit Diabetes zwei- bis viermal so häufig einen Schlaganfall wie Menschen ohne Diabetes. Wenn noch weitere Risikofaktoren dazu kommen, wie Rauchen, Bluthochdruck oder schlechte Blutfettwerte, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall drastisch an. So haben Diabetiker mit Bluthochdruck bereits ein zehnmal höheres Risiko für einen Schlaganfall als Menschen ohne Diabetes und ohne Bluthochdruck. Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu bekommen, steigt übrigens bereits im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes).

Betroffen sind vor allem Typ-2-Diabetiker. Und zwar deshalb, weil diese häufig weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen haben. Allerdings – das zeigen Studien aus England und Dänemark – erhöht auch Typ-1-Diabetes das Schlaganfallrisiko. Sieben von Hundert Typ-1-Diabetikern sterben an einem Schlaganfall. Generell ist bei Diabetes auch die Wahrscheinlichkeit höher, einen besonders schweren oder tödlich verlaufenden Schlaganfall zu bekommen.

Risiko senken und Warnzeichen ernst nehmen

Der Schlaganfall ist eine schwere Krankheit – aber auch eine Krankheit, die sich verhindern lässt: durch eine gesundheitsfördernde Lebenweise mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung, Abbau von Übergewicht und Verzicht auf Zigaretten - und natürlich durch eine optimale Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Außerdem ist es entscheidend, bei Warnzeichen eines Schlaganfalls – wie beispielsweise plötzlicher Schwäche oder Lähmung eines Armes und/oder Beines – sofort den Notarzt (112) zu verständigen. Denn "Zeit ist Hirn": Je schneller die Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen, einen Schlaganfall abzuwehren. Lesen Sie mehr dazu in den nächsten Kapiteln.

Hauptursache: Durchblutungsstörungen

Acht von zehn Schlaganfällen sind Folge einer akuten Durchblutungsstörung im Gehirn. Diese kann verschiedene Ursachen haben, wobei es schwierig ist, exakte Angaben zur Häufigkeit der einzelnen Ursachen zu machen. Die folgenden Angaben spiegeln daher nur eine ungefähre Größenordnung wieder.

  • In etwa der Hälfte der Fälle
    ... sind eine oder beide Halsschlagadern (Carotis-Arterien) von Kalkablagerungen (Plaques) verengt. Diese Ablagerungen sind Folge einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Die Ablagerungen können die Halsschlagader einerseits so stark verengen, dass nicht mehr genug Blut ins Gehirn gelangt. Andererseits können sich Teile der Ablagerungen lösen und mit dem Blutstrom ins Gehirn verschleppt werden, wo sie ein kleineres Gehirngefäß verstopfen. Beides kann zu einem Schlaganfall führen.
  • In etwa einem Viertel der Fälle
    ... sind kleine Gefäße im Gehirn, zum Beispiel infolge des Diabetes und/oder erhöhter Blutdruck- und schlechter Blutfettwerte, so geschädigt, dass die Durchblutung gestört ist. Auch dies kann zu einem Schlaganfall beziehungsweise zu einem Ausfall von Hirnfunktionen führen.
  • In etwa 20 Prozent der Fälle
    ... ist die Ursache des Schlaganfalls ein Blutgerinnsel, das aus dem Herzen ins Gehirn verschleppt wird. Solche Blutgerinnsel bilden sich insbesondere bei Menschen mit Vorhofflimern. Dies ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Weil die beiden Vorhöfe des Herzens sich nicht mehr richtig zusammenziehen, sondern nur noch "flimmern", wird das Blut in den Vorhöfen verwirbelt und es können sich Gerinnsel bilden. Ein Gerinnsel aus dem linken Vorhof kann mit dem Blutstrom ins Gehirn (seltener auch in andere Organe) verschleppt werden, dort ein Gefäß verstopfen und einen Schlaganfall auslösen.

Seltener: Schlaganfall durch Gehirnblutung

Etwa jeder fünfte Schlaganfall ist durch eine Einblutung ins Gehirngewebe verursacht. Auslöser kann beispielsweise ein stark erhöhter Blutdruck sein. Wenn die Adern nach jahrelanger Schädigung durch hohe Zucker- und/oder Blutdruckwerte ihre Elastizität verloren haben, kann es bei einer plötzlich auftretenden Blutdruckspitze – zum Beispiel infolge körperlicher Anstrengung – zum Riss in einem Gehirngefäß kommen, aus dem Blut ins umliegende Gehirngewebe eintritt.

Auch wenn die Ursache des Schlaganfalls eine Durchblutungsstörung war (siehe oben), kann es im weiteren Verlauf in den vom Schlaganfall betroffenen Gehirnbereich einbluten.

Seltenere Ursachen für einen Schlaganfall infolge einer Einblutung sind beispielsweise angeborene Gefäßmissbildungen (Aneurysmen), die plötzlich platzen, aber auch Gefäßrisse nach einer Kopfverletzung.

Oft ist von außen nicht erkennbar, welche Ursache der Schlaganfall hat. Für die Einleitung der richtigen Therapie ist es jedoch sehr wichtig, dass der Arzt rasch herausfindet, ob eine Durchblutungsstörung oder eine Einblutung für den Schlaganfall verantwortlich ist. Dabei hilft in erster Linie die Computertomographie des Gehirns (zerebrale Computertomographie, CCT). Diese Untersuchung, die etwa fünf Minuten dauert, zeigt rasch, ob eine Blutung im Gehirn vorliegt und stellt damit die Weiche für die weitere Therapie. Denn bei einem Schlaganfall, der durch ein verstopftes Gefäß ausgelöst wurde, kann innerhalb der ersten Stunden eine sogenannte Thrombolysetherapie die Durchblutung wieder herstellen. Bei einer Einblutung wäre solche eine Therapie dagegen gefährlich: Sie würde die Blutung möglicherweise verschlimmern. Mehr dazu im Kapitel "Behandlung des Schlaganfalls".

Beim Schlaganfall macht sich der Ausfall einer bestimmten Gehirnregion durch typische Warnzeichen bemerkbar (siehe unten).

Wenn plötzlich eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, sollte sofort der Arzt verständigt werden. Das gilt auch, wenn sich die Symptome von alleine wieder bessern oder zurückbilden. Eine Schlaganfall gehen nicht selten so genannte "TIA" voraus (Transitorische Ischämische Attacken, zu deutsch: vorübergehende Blutleere-Attacken). Von einer TIA spricht man, wenn sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden zurückbilden. 

Die TIA ist genauso ernst zu nehmen, wie ein kompletter Schlaganfall. Zum einen, weil die Behandlung eines Schlaganfalls sehr schnell erfolgen muss, um einen bleibenden Gehirnschaden zu verhindern. Zum anderen ist das Risiko sehr hoch, nach einer TIA einen Schlaganfall zu erleiden (15 Prozent der Patienten entwickeln innerhalb von sechs Monaten nach einer TIA einen Schlaganfall).

Typische Symptome eines Schlaganfalls:

1. Plötzliche Schwäche oder Lähmung eines Arms und/oder Beines der selben Körperseite ("Halbseitensymptomatik") sind häufig Zeichen eines Schlaganfalls. Wenn der Schlaganfall die linke Gehirnhälfte betrifft, führt das zu Ausfallerscheinungen auf der rechten Körperseite und umgekehrt. Eine Halbseitenlähmung nennen Ärzte auch "Hemiparese".

2. Plötzlich auftretende Gangunsicherheit, bis hin zu Stürzen, kann ebenso wie plötzlicher Schwindel Zeichen eines Schlaganfalls sein.

3. Eine halbseitige Lähmung der unteren Gesichtshälfte ist häufiges Zeichen eines Schlaganfalls. Sie kann leicht oder stark ausgeprägt sein. Typisch ist ein Hängen des Mundwinkels auf einer Seite. Die Augenlider sind eher selten betroffen. Eine Gesichtslähmung kann auch viele andere Ursachen haben.

4. Sprach- und Sprechstörungen, die plötzlich auftreten, können auf einen Schlaganfall hinweisen. Es kann sowohl zu reinen Störungen des Sprechens kommen, bei denen der Betroffene zum Beispiel undeutlich oder verwaschen spricht, als auch zu Sprachstörungen. Je nach betroffenem Hirnbereich können sich diese so äußern, dass der Patient Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte zu finden, Worte verwechselt, mitunter auch einen starken Rededrang hat.

5. Plötzlich auftretende Missempfindungen auf einer Körperseite, aber auch zum Beispiel eine plötzliche Schwäche der Hand ("beim Frühstück kann die Kaffeetasse nicht mehr gehalten werden") sind mögliche Hinweise auf einen Schlaganfall.

6. Sehstörungen treten im Rahmen eines Schlaganfalls häufig auf. Dabei kann es sich um Doppelbilder handeln, aber auch um eine vorübergehende Erblindung auf einem Auge. Auch ein "Gesichtsfeldausfall" ist möglich – bei einer Schädigung in der rechten Gehirnhälfte kann dann beispielsweise die linke Hälfte des Gesichtsfeldes beider Augen ausfallen (das Gesichtsfeld ist der Bereich, der bei unbewegt geradeaus gerichtetem Blick wahrgenommen wird).

Beim leisesten Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort der Notarzt (112) oder die örtliche Notrufnummer verständig werden. Es kommt auf jede Minute an. Der Umweg über den Hausarzt kostet wertvolle Zeit.

Wenn Sie den Notruf absetzen, sagen Sie:

  • dass der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht
  • Die Adresse des Patienten
  • Ihren Namen
  • Ihre Telefonnummer für einen eventuell nötigen Rückruf
  • Legen Sie nicht auf, bevor Sie dazu aufgefordert werden.
  • Wenn möglich: Schicken Sie jemanden auf die Straße, der den Notarztwagen einweist

 

So helfen Sie dem Patienten:

  • Beruhigen Sie ihn, verbreiten Sie keine Hektik
  • Damit der Patient leichter atmen kann lockern Sie enge Kleidung (Gragen, Krawatte, Gürtel)
  • Lagern Sie ihn mit leicht erhöhtem Oberkörper
  • Wenn der Patient bewusstlos wird, bringen Sie ihn in die stabile Linksseitenlage
  • Wenn keine Atmung zu erkennen ist bzw. kein Puls tastbar ist, beginnen Sie mit den Widerbelebungsmassnahmen. Wenn Sie sich keine Atemspende zutrauen, machen Sie solange Herzmassage, bis das Notarztteam eintrifft.

Je schneller die Behandlung des Schlaganfalls beginnt, desto besser sind die Chancen, bleibende Behinderungen zu verringern oder ganz zu verhindern.

Nach der Erstversorgung bringt der Notarzt den Patienten in eine für die Behandlung von Schlaganfall-Patienten geeignete Klinik. Im Idealfall verfügt diese über eine "Schlaganfall-Einheit" (englich: Stroke Unit). Dort wird zunächst eine Computertomographie (CT) des Gehirns gemacht. Die Untersuchung dauert etwa fünf Minuten und zeigt, ob eine Gehirnblutung die Ursache des Schlaganfalls ist. Dies ist entscheidend für die Wahl der Therapie: Ein Schlaganfall infolge einer Durchblutungsstörung muss völlig anders behandelt werden, als ein durch eine Gehirnblutung bedingter Schlaganfall.

Thrombolysebehandlung nur in den ersten Stunden möglich

Wenn der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel verursacht wurde, das ein Gefäß verstopft, kann der Arzt versuchen, dieses Gerinnsel gezielt aufzulösen. Voraussetzung für den Erfolg einer Thrombolyse-Therapie ist, dass sie innerhalb von drei Stunden nach Auftreten der ersten Symptome erfolgt (neuere Studien zeigen, dass auch eine gewisse Zeit danach noch Erfolge erzielbar sein können).

Für die Thrombolysebehandlung werden Medikamente verabreicht, die das Gerinnsel auflösen (zum Beispiel das Enzym Urokinase) sowie Medikamente, die körpereigende Gerinnsel-auflösendene Substanzen aktivieren (rtPA, Recombinant Tissue Plaminogen Activator).

Das Medikament wird normalerweise in eine Vene gespritzt oder, in Einzelfällen, mit einer Sonde durch das Blutgefäßsystem bis an die Stelle des Verschlusses geschoben und gezielt dorthin gespritzt.

Die Thrombolysetherapie hat den Nachteil, dass sie das Blutungsrisiko im gesamten Körper erhöht. Deshalb kann sie beispielsweise nicht eingesetzt werden, wenn ein Patient kurz vor dem Schlaganfall operiert wurde, ein blutendes Magengeschwür hat oder wenn der Schlaganfall sehr ausgedehnt ist – dann besteht die Gefahr, dass es zu Einblutungen in das geschädigte Gehirngewebe kommt.

Ist eine Thrombolysebehandlung nicht möglich – aber auch parallel zu einer Thrombolysebehandlung – werden weitere Therapien durchgeführt, die das Ziel haben, ein Fortschreiten des Schlaganfalls zu verhindern und die Gehirnschädigung so gering wie möglich zu halten.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Gabe von Sauerstoff (über Nasensonde oder Atemmaske), um die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff zu optimieren
  • Überwachung des Blutdrucks und Anpassung der Blutdruckwerte an den Bedarf des Patienten (z.B. darf der Blutdruck bei Schlaganfall-Patienten mit bekanntem Bluthochdruck etwas höher sein, um das Gehirn ausreichend mit Blut zu versorgen, als bei Patienten ohne bekannten Bluthochdruck. Bei einer Thrombolysetherapie müsssen allzu hohe Werte vermieden werden, um die Blutungsgefahr zu verringern).
  • Überwachung und Behandlung des Blutzuckerspiegels. Sowohl Unterzuckerungen (Hypoglykämien) als auch Überzuckerungen (Hyperglykämien) können einen Schlaganfall ungünstig beeinflussen.
  • Überwachung der Körpertemperatur und gegebenenfalls Senkung erhöhter Temperatur, da erhöhte Temperatur sich möglicherweise ungünstig auf den Verlauf eines Schlaganfalls auswirkt.
  • Wenn keine Thrombolysetherapie erfolgt: Gabe von blutgerinnungshemmenden Medikamenten (v.a. ASS, Acetylsalicylsäure)

Nach einem Schlaganfall ist das Risiko erhöht, eine Beinvenenthrombose zu bekommen. Um das zu vermeiden, bekommen die Patienten ein Medikament, dass der Thrombosebildung entgegenwirkt. Außerdem ist es wichtig, den Schlaganfall-Patienten – wenn sein Zustand es erlaubt – möglichst früh zu mobilisieren.

Eine der häufigsten Komplikationen kurz nach einem Schlaganfall sind Lungenentzündungen. Dazu kommt es unter anderem, weil infolge von Schluckstörungen Nahrungsteile in die Atemwege gelangen. Verhindern lassen sich Lungenentzündungen zum Teil durch das vorübergehende Legen einer Magensonde, außerdem ist es wichtig, bei Zeichen einer Lungenentzündung frühzeitig Antibiotika zu verabreichen.

Die Rehabilitation sollte so früh wie möglich nach einem Schlaganfall beginnen. Schon in der Akutklinik wird daher mit ersten krankengymnastischen, logopädischen und ergotherapeutischen Übungen begonnen. Diese werden der Rehabilitationsklinik, in die der Patient im Anschluss an den Aufenthalt in der Akutklinik verlegt wird, und später ambulant fortgesetzt.

Das Ziel der Rehabilitation ist nicht in erster Linie die "Heilung", sondern es dem Patienten zu ermöglichen, mit den verbleibenden Behinderungen so gut wie möglich in seinem Alltag zurechtzukommen.

Die Rehabilitation wir von einem Team durchgeführt, zu dem Pflegekräfte genauso gehören wie Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Logopäden und Psychologen.

Pflegekräfte unterstützen den Patienten beispielsweise, indem sie ihm bei der Körperpflege und Nahrungsaufnahme helfen, ihn lagern und ihm seine Medikamente verabreichen.

Krankengymnasten üben mit dem Patienten, um die Beweglichkeit gelähmter Gliedmaßen wieder herzustellen und der Spastik entgegenzuwirken, die sich in den gelähmten Gliedmaßen nach einiger Zeit einstellt. Aber auch selbstständiges Umlagern, Aufsitzen und das Gleichgewichthalten müssen viele Patienten in mühsamer Arbeit, unterstützt von Krankengymnasten und Pflegekräften, wieder lernen.

Sozialarbeiter helfen dabei, wenn es darum geht, Leistungen der Pflegekasse zu beantragen, beraten bei Fragen der Wohnraumanpassung und im Umgang mit Behörden wie etwa dem Wohnungs. oder Sozialamt.

Logopäden üben mit den Patienten das Sprechen und das Verstehen von Sprache – beides ist nach einem Schlaganfall häufig beeinträchtigt. Logopäden helfen auch, wenn nach dem Schlaganfall eine Schluckstörung besteht.

Einem Schlaganfall vorzubeugen, ist möglich. Denn die wichtigsten Risikofaktoren eines Schlaganfalls lassen sich, werden sie rechtzeitig erkannt, gut behandeln.

Dazu zählen an erster Stelle der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) – für rund 35 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. Bluthochdruck macht häufig keine Symptome und wird deshalb nicht rechtzeitig entdeckt. Daher sollte man seinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen, sei es beim Arzt oder in der Apotheke. Bei erhöhten Werten (über 140/80 mmHg) ist in der Regel eine medikamentöse Therapie sinnvoll. Allerdings kann und sollte man auch selbst einiges tun, um seine Werte zu verbessern. Was einem Bluthochdruck vorbeugt ist:

  • Abbau von Übergewicht
  • Salzarme Ernährung (Verzicht auf Nachsalzen, Meiden stark gesalzener Fertigprodukte!)
  • Regelmäßige Bewegung

Weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind:

Übergewicht  (und zwar vor allem bauchbetontes Übergewicht), Bewegungsmangel, Rauchen, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Alkoholkonsum, Stress und Depressionen.

Viele dieser Risikofaktoren beeinflussen und verstärken sich gegenseitig: Übergewicht und Bewegungsmangel fördern sowohl Bluthochdruck als auch Diabetes; Rauchen schädigt die Gefäße und begünstigt damit eine Arterienverkalkung, die als Folge von Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen entstehen kann; regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt Übergewicht, da Alkohol viele Kalorien liefert, außerdem wirkt sich Alkohol ungünstig auf den Blutdruck aus; Stress kann die Ursache eines ungünstigen Essverhaltens sein usw.

Was Sie selbst tun können:

Bewegen Sie sich regelmäßig – idealerweise fünfmal in der Woche mindestens eine halbe Stunde. Besprechen Sie mit dem Arzt, wie stark Sie sich anstrengen dürfen. Faustregel: So sehr, dass Sie dabei gerade noch sprechen, aber nicht "schwätzen" können und leicht ins Schwitzen kommen. Bewegung senkt den Blutdruck und die Blutzuckerwerte, hält die Adern elastisch und hilft beim Abnehmen.

Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen mit drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag (Portion: eine Handvoll). Essen Sie wenig tierisches Fett, stattdessen pflanzliches Fett (aber auch damit nicht verschwenderisch umgehen) uns dreimal in der Woche Fisch (liefert gesundes, gefäßschützendes Fett).

Hören Sie mit dem Rauchen auf – Rauchen fördert die Verkalkung der Arterien und Bluthochdruck.

Konsumieren Sie Alkohol nur in Maßen - Faustregel: Männer maximal 20 Gramm pro Tag, Frauen 10 Gramm. 20 Gramm entsprechen etwa einem großen Glas Bier oder einem Glas Wein.

Lernen Sie, sich zu entspannen  - zum Beispiel mit autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga. Kurse werden von vielen Volkshochschulen angeboten, evtl. auch direkt von den Krankenkassen.

www.diabetes-ratgeber.net / Diabetes Ratgeber, 22.11.2010