Blutzuckerselbstkontrolle

Blutzuckermessen hilft Diabetikern, ihre Stoffwechseleinstellung zu überprüfen und gegebenenfalls die Insulindosis anzupassen. Wie häufig jemand messen sollte, hängt vom Einzelfall ab

aktualisiert am 26.02.2014

Blutzuckerselbstkontrolle: Sind meine Werte in Ordnung?


Die Blutzuckerselbstkontrolle ist vor allem bei insulinpflichtigen Patienten die Basis ihrer Diabetestherapie. Eine gute Blutzuckereinstellung kann das Risiko diabetischer Folgeerkrankungen verringern.

Früher hatten Patienten praktisch nur die Möglichkeit der Harnzuckerkontrolle, durch die aber keine so exakte Stoffwechseleinstellung möglich war. Dank Weiterentwicklung der Teststreifen und der Messgerätetechnik verfügen Diabetiker in Deutschland heutzutage über die entsprechende Ausrüstung, ihren Diabetes zu kontrollieren.

Wichtig: Hier finden Sie nur einige allgemeine Regeln – im Einzelfall besprechen Sie aber bitte mit Ihrem Arzt, wann und wie oft für Sie eine Blutzuckermessung sinnvoll ist.

Wer sollte seinen Blutzucker messen?

  • Alle Diabetiker, die Insulin spritzen
  • Wer ein Medikament neu verordnet bekommt
  • Wer Tabletten mit Gefahr der Unterzuckerung (Sulfonylharnstoffe, Glinide) einnimmt
  • Schwangere mit Diabetes

Beispiele: Wann sollten Diabetiker den Blutzucker messen?

  • Vor jeder Insulininjektion und vor der Nachtruhe
  • Gelegentlich ein bis zwei Stunden nach der Injektion von Normalinsulin
  • Bei Verdacht auf eine Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Gelegentlich in der Nacht nach Injektion von Verzögerungsinsulin vor dem Zubettgehen oder bei der Insulinpumpentherapie
  • Beim Schwangerschaftsdiabetes grundsätzlich vor den Mahlzeiten und in einem gewissen zeitlichen Abstand danach

Grundsätzlich gilt: Je intensiver die Insulintherapie und je stärker die Blutzuckerwerte schwanken, desto häufiger sollte getestet werden. Bei der intensivierten Insulintherapie (ICT), bei der die Insulindosis an den aktuellen Blutzuckerwert angepasst wird, sind vier bis fünf Messungen täglich in der Regel die Untergrenze.

Bei Typ-2-Diabetikern, die die Erkrankung allein mit einem gesunden Lebensstil oder mit anderen Antidiabetika behandeln, ist bei sehr guter Stoffwechseleinstellung und stabiler Stoffwechsellage eine regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle nicht erforderlich. Hier reichen gelegentliche Kontrollen. Trotzdem ist es für diese Patienten von Vorteil, wenn sie die Selbstkontrolle beherrschen, damit sie sich in besonderen Situationen wie Fehlern bei der Ernährung, Unwohlsein, Erkrankungen oder auf Reisen sofort Klarheit verschaffen können.