{{suggest}}


Arzttermine, Fußpflege und Physiotherapie während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Termine bei Ärzten, Fußpflegern und Physiotherapeuten sind jedoch weiter möglich – unter gewissen Bedingungen und mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen

von Katja Töpfer / Dr. Caroline Mayer, aktualisiert am 18.05.2020

Vorsorgeuntersuchungen wie etwa Check-ups beim Hausarzt oder Kardiologen, Behandlungen bei der Fußpflege oder zahnärztliche Kontrollen sind für Menschen mit Diabetes wichtig, um Folgeerkrankungen vorzubeugen oder rechtzeitig zu behandeln. Inzwischen haben Kliniken und Praxen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um das Risiko für ihre Patienten gering zu halten. Auch Sie selbst können sich schützen.

Wann muss ich zum Arzt?

Wichtig: Bei akuten Problemen, wie etwa einer Wunde bei einem diabetischen Fuß, sollten Sie auf keinen Fall aus Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 auf einen Arztbesuch verzichten, sondern schnellstmöglich Hilfe suchen. Auch wenn der Blutzucker nicht gut eingestellt ist, empfiehlt es sich, rasch einen Termin mit dem Hausarzt oder Diabetologen zu vereinbaren. Rufen Sie aber immer zuerst in der Praxis an, gehen Sie nicht direkt dorthin! Bei Notfällen, wie etwa Anzeichen für einen Herzinfarkt, kontaktieren Sie den Notarzt unter der Nummer 112.

Kann ich Routine-Check-ups und Vorsorgetermine wahrnehmen?

Folgeschäden durch Diabetes, etwa an den Gefäßen oder an den Nieren, können sich schleichend entwickeln, ohne dass die Patienten akute Beschwerden haben. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind für Menschen mit Diabetes daher enorm wichtig, auch wenn der Blutzucker gut eingestellt ist. "Die Teams in Kliniken und Praxen haben inzwischen Hygienekonzepte und Sicherheitsmaßnahmen etabliert, um sich und ihre Patienten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen", sagt Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Er rät: "Nehmen Sie Ihre Termine für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups auch während der Corona-Pandemie wahr!"

Gibt es momentan Gruppenschulungen für Diabetes-Patienten?

"Inzwischen finden ambulante Schulungen für Diabetes-Patienten in Kleingruppen mit maximal 4 bis 5 Teilnehmern vielerorts wieder statt", sagt Dr. Nicola Haller, Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe e.V. (VDBD). Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es jedoch nicht. "Die Voraussetzung ist, dass Hygiene- und Abstandsregeln in den Schulungsräumen eingehalten werden können." So muss etwa ein Mund-Nasen-Schutz während des Termins getragen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern eingehalten werden. Die Gruppenschulungen sind gerade für Menschen mit neu diagnostiziertem Diabetes sehr wichtig.

Darüber hinaus sei der Informationsbedarf während der Covid-19-Pandemie gestiegen, so Hallers Einschätzung. "Die Patienten wissen, dass sie zur Risikogruppe zählen können, und kommen vermehrt mit Fragen auf uns zu." Risikopatienten, etwa Menschen, die eine Chemotherapie erhalten oder das Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen, sollten keine Gruppentermine in der Praxis wahrnehmen.

Inzwischen bieten einige Einrichtungen jedoch alternativ digitale Schulungskonzepte an. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Online-Angebote zügig auszubauen", sagt Dr. Nicola Haller. Voraussetzung ist, dass die Videoschulungen bundesweit mit den Krankenkassen abgerechnet werden können. "Hier stehen wir noch in Verhandlung." Hallers Tipp für Diabetes-Patienten: Besprechen Sie mit Ihrem Diabetologen oder Hausarzt, welche Schulungen in Ihrer Wohnortnähe für Sie infrage kommen.

Regeln für den Praxisbesuch

  • Rufen Sie in der Praxis an, und fragen Sie nach geänderten Abläufen und besonderen Schutzmaßnahmen. Je nach Art des Termins kann eventuell eine Videosprechstunde den Besuch in der Praxis ersetzen.
  • Vereinbaren Sie immer telefonisch einen Termin. Gehen Sie nicht direkt in die Praxis! Falls Sie Symptome bemerken, die auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinweisen könnten (z.B. Husten, Schnupfen, Fieber, Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn), weisen Sie bereits im Telefonat darauf hin!
  • Tragen Sie während des Termins in der Praxis eine Mund-Nasen-Bedeckung.
  • Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Patienten. Reduzieren Sie Aufenthalte im Wartezimmer, wenn möglich, auf ein Minimum.
  • Wenn Sie nur ein Rezept benötigen, erkundigen Sie sich in Ihrer Praxis, ob es die Möglichkeit gibt, dass es Ihnen auf dem Postweg zugestellt wird. Viele Apotheken bieten in der aktuellen Situation Lieferdienste an.

Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes