{{suggest}}


Corona: Mit Diabetes jetzt in die Ferien

Grundsätzlich ist Corona kein K.O.-Kriterium für den Urlaub. Das gilt auch für Menschen, die mit Diabetes leben. Hier erzählen Betroffene von ihren Ferienplänen. Außerdem: nützliche Tipps für Ihren Urlaub

von Andrea Mayer-Halm , 22.07.2020

Gesunde Menschen mit Diabetes haben kein erhöhtes Risiko, sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken. Entscheidend ist ein gut eingestellter Blutzucker. Stabile Blutzuckerwerte senken nicht nur das Infektionsrisiko – man muss vermutlich auch weniger Komplikationen fürchten, wenn man sich doch angesteckt hat. Das zeigen sowohl Erfahrungen mit der saisonalen Grippe (Influenza) als auch erste Daten aus China zum Coronavirus. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie müssen Menschen mit Diabetes nicht auf den Urlaub verzichten. Einige Vorsichtsmaßnahmen sind dennoch sinnvoll.

Wichtige Planungen vor Reiseantritt

  • Recherchieren Sie die Kontaktdaten von Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern an Ihrem Urlaubsort
  • Bei Pauschalreisen haben Sie in der Regel vor Ort einen Ansprechpartner des Reiseveranstalters, den Sie im Notfall kontaktieren können
  • Auf den Seiten des Auswärtigen Amts finden Sie darüber hinaus wichtige Informationen zu Reise- und Sicherheitshinweisen im Ausland
  • Bei Flugreisen bieten viele Airlines inzwischen eine Rückfluggarantie an
Urlaub während der Corona-Pandemie. Was Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie verreisen

Schon Pläne für den Urlaub?

Hier erzählen Menschen mit Diabetes von ihren Ferien während der Corona-Pandemie.

Leo und Mutter

Leo T. (12, Diabetes Typ 1) und seine Mutter Andrea T. (46), Saarland

"Ich freue mich auf die Berge"

Leo: "Als meine Eltern den geplanten Sommerurlaub an der Ostsee abgesagt haben, war ich sehr enttäuscht."

Andrea: "Meinem Mann und mir war relativ schnell klar, was da auf uns zurollt. Deshalb haben wir gleich zu Beginn der Pandemie den Urlaub an der Ostsee vorsichtshalber gecancelt."

Leo: "Aber jetzt klappt es mit dem Urlaub ja doch. Und ich freue mich, dass wir ins Allgäu fahren. Ich bin eh lieber in den Bergen als am Meer. Da kann ich wandern und Fahrradfahren."

Andrea: "Mein Mann und ich haben die Corona-Fallzahlen lange beobachtet und können die Risiken jetzt besser einschätzen. Und deshalb haben wir recht kurzfristig doch noch eine Ferienwohnung gebucht. Südfrankreich hätte ich mir diesen Sommer auch vorstellen können. Aber wir hatten einfach noch mehr Lust aufs Allgäu. Wir reisen mit eigenem PKW an, sind in der Ferienwohnung unter uns. Wir hätten im angrenzenden Landgasthof frühstücken können. Aber wir organisieren unser Frühstück lieber selbst. Das hat auch mit dem Diabetes meines Sohnes zu tun."

Leo: "Ich war neun, als meine Mama bei mir Diabetes Typ 1 diagnostiziert hat. Meine Mutter ist Ärztin. Das finde ich gut. Denn wenn etwas ist, kann ich sie immer fragen. Seit fast drei Jahren habe ich eine Insulinpumpe. Damit komme ich gut zurecht. Die Pandemie finde ich schon belastend. Aber das hat nichts mit meinem Diabetes zu tun."

Andrea: "Für mich als Mutter hat sich durchaus die Frage gestellt, welche Konsequenzen die Pandemie für ein Kind mit chronischer Erkrankung – in unserem Fall Diabetes – hat. Aber nachdem ich mich informiert hatte, habe ich mich auch schnell wieder entspannt. Die wichtigste Maßnahme ist auch hier, dafür sorgen, dass der Blutzucker gut eingestellt ist." 

 

Stefanie Haschke

Stefanie H. (52, Diabetes Typ 1), aus Oelde in Nordrhein Westfalen

"Neues Fahrrad statt Urlaub"

"Eigentlich hatte ich für Mai eine Wanderreise nach Menorca gebucht. Die wurde dann kurzfristig abgesagt, worüber ich ehrlich gesagt erleichtert war. Als Ausgleich habe ich mir ein tolles Fahrrad gekauft und mache damit nun Touren hier in der Nähe. Ich genieße die Schönheiten in der Natur und der Umgebung, viele altbekannte Orte sehe ich mit ganz anderen Augen.

2015 wurde bei mir Typ-1-Diabetes festgestellt. Seitdem spritze ich Insulin zu jeder Mahlzeit und für die Nacht. Ich fühle mich auch mit meiner Erkrankung fit und gesund und habe keine Folgeerkrankungen. Ich bin in einer Laufgruppe und hoffe, dass mein Ausdauersport dazu beiträgt, dass mein Immunsystem gestärkt ist. Außerdem geben mir die Menschen in dieser Gruppe viel Kraft. 

Doch auch wenn ich mich fit fühle, werde ich dieses Jahr nicht mehr weiter weg verreisen. Das Virus ist ja weiterhin da. Solange es da keine Impfung gibt, habe ich nicht das Bedürfnis, eine Flugreise anzutreten. Mit den ganzen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen wäre mir eine Fernreise auch einfach zu anstrengend. Da hätte ich nicht das ersehnte Urlaubsgefühl.

Grundsätzlich bin ich froh, dass ich seit März wegen Corona im Homeoffice arbeiten kann. Ich bin Technische Redakteurin. Durch die Isolierung daheim wurde mir die anfängliche Angst genommen. Ich habe Respekt vor dem Virus, aber ich halte mich an die Regeln und hoffe so, die Pandemie gesund zu überstehen.

Wie schnell die Infektionszahlen wieder steigen können, hat sich bei mir in unmittelbarer Nähe gezeigt. Der Tönnies-Schlachtbetrieb aus Rheda-Wiedenbrück liegt nur 15 Kilometer entfernt. Und hier in Oelde leben einige Mitarbeiter. Im ersten Moment dachte ich: Oh je, jetzt fängt alles wieder von vorne an. Das hatte mir die Hoffnung auf ein etwas normaleres Leben trotz Corona genommen. Glücklicherweise hat sich das Virus außerhalb des Schlachtbetriebes im Landkreis nicht so stark verbreitet und der Lockdown in Oelde wurde nach einer Woche wieder aufgehoben. Was ich diesen Sommer gerne noch machen würde: innerhalb Deutschlands ein paar Tage ans Meer fahren. Und nächstes Jahr bin ich dann wieder bereit für Auslandsreisen. Meine Menorca-Reise will ich nach wie vor machen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Frühjahr."


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes