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Diabetes und COVID-19: Wann kommt es zu schweren Verläufen?

Viele Menschen, die schwer an der Lungenkrankheit COVID-19 erkranken, haben Diabetes. Doch nicht alle Diabetiker sind gleichermaßen gefährdet. Experten erklären, wer ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf hat und wie man sich schützen kann

von Dr. Caroline Mayer, 06.05.2020

Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt Diabetes-Patienten zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19. Der Grund: Zwar gibt es noch keine Studien, die belegen, dass ein Diabetes alleine einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus begünstigt. Tatsächlich scheinen Diabetes-Patienten aber häufiger schwere Verläufe zu haben. Das legen neuere Untersuchungen nahe. Das gilt offenbar vor allem dann, wenn die betroffenen Patienten älter oder stark übergewichtig sind, an Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, an einer diabetischen Nephropathie oder anderen chronischen Gesundheitsproblemen leiden.

Die gute Nachricht dabei: Nicht erhöht ist das Risiko offenbar für Menschen mit Diabetes, die ansonsten gesund sind und einen gut eingestellten Stoffwechsel haben. Ganz wichtig: "Eine gute Diabetes-Therapie kann ausschlaggebend dafür sein, dass eine Covid-19-Erkrankung in Folge des Coronavirus milder verläuft", sagt Prof. Dr. Monika Kellerer, Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Organisation hat kürzlich für Ärzte "Praktische Empfehlungen zum Diabetes-Management bei Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung" herausgegeben.

Wie kann ich mich vor schweren Covid-19-Verläufen schützen?

Für Diabetes-Patienten, die etwa stark übergewichtig sind oder an Bluthochdruck leiden und deswegen womöglich ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben, ist es besonders wichtig, sich nicht mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken. Neben den allgemeinen Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gilt deshalb für sie: am besten zu Hause bleiben und unnötige Kontakte vermeiden. Zu den allgemeinen Hygieneregeln gehört, sich häufig und sehr gründlich die Hände zu waschen.

Video: So wäscht man die Hände richtig

Alle Diabetes-Patienten sollten außerdem ihre Blutzuckerwerte im Blick behalten. "Schlechte Blutzuckerwerte können bei einer Infektion mit dem Coronavirus dazu führen, dass die Verläufe schwerer sind", warnt Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der DDG. Wichtig seien auch gute Blutdruckwerte. Menschen mit Diabetes sollten also alle Medikamente, wie mit dem Arzt besprochen, weiter einnehmen.

Behandlung von Diabetes-Patienten mit Covid-19

Sollten Diabetes-Patienten sich mit dem Coronavirus anstecken und an Covid-19 erkranken oder den Verdacht haben, dass sie krank sein könnten, empfiehlt die DDG vor allem diesen Menschen, schnell mit einem Arzt Kontakt aufzunehmen. Das gilt für Betroffene mit Begleiterkrankungen oder starkem Übergewicht, Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes oder schwangere Diabetikerinnen und Menschen mit Typ-1-Diabetes. Bitte rufen Sie unbedingt an, und gehen Sie wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr nicht selbst zum Arzt. Außerhalb der Sprechzeiten wendet man sich an den kassenärztlichen Notdienst unter der Nummer 116 117.

Wenn sich der Zustand der Betroffenen so verschlimmert, dass sie ins Krankenhaus müssen, ist es wichtig, das Klinikpersonal auf die Diabetes-Erkrankung hinzuweisen. Bitten Sie den Stationsarzt, im Zweifel mit dem Hausarzt oder Diabetologen Kontakt aufzunehmen. Meist kümmern sich Erkrankte, solange sie das können, selbst um ihren Blutzucker. Sollte sich der Zustand verschlechtern, übernimmt das Pflegepersonal die Messungen, und der Arzt steuert die Therapie. Bei einem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung wird ohnehin auch das Blut der Patienten regelmäßig untersucht und auf den Blutzuckerwert geachtet.

Bei schwereren Verläufen kann es nötig sein, eine Tablettentherapie auf eine Insulintherapie umzustellen. Das senkt das Risiko für schwere Stoffwechselentgleisungen bis hin zum Koma, etwa einer Ketoazidose oder einer Laktatazidose. Andere Medikamente müssen in der Klinik oft ebenfalls geändert werden. Auf der Intensivstation übernimmt dann das intensivmedizinische Team auch die Diabetes-Behandlung.

 

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Der Diabetologe Jens Kröger erklärt auch in unserem Podcast, wann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine Corona-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt. (ab Minute 10:38)

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