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Lehramtsstudentin mit Typ 1: "Ich habe mir ganz tolle Masken genäht"

Antonia A. (26) hat Typ-1-Diabetes und allergisches Asthma. Bald tritt sie eine Stelle als Vertretungslehrkraft an. Die Studentin ist zwar vorsichtig, möchte sich aber nicht von Angst beherrschen lassen

von Isabelle Fabian, 21.09.2020
Junge Frau mit Typ-1-Diabetes und Lehramtsstudentin

Das Coronavirus hat Lehramtsstudentin Antonia A. einige berufliche Verzögerungen beschert


Antonia A. (26) studiert Lehramt und arbeitet als Babysitterin. Seit 2000 hat sie Typ-1-Diabetes. Eigentlich wollte sie ihre Masterarbeit zum Thema "Inklusion von Kindern mit Diabetes Typ 1 an Grundschulen" längst fertig haben. Doch die Universität schloss wegen Corona, und A. konnte ihre Arbeit nicht anmelden.

Auch beruflich wurde die junge Lehrerin ausgebremst: An der Grundschule, an der sie ihr Praxissemester absolviert hatte, konnte sie nicht, wie vereinbart, als Vertretungslehrkraft einspringen – der Lockdown kam dazwischen. Zudem hat die 26-Jährige wegen ihres Diabetes und allergischem Asthma ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion.

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt wieder. Machen Sie sich Sorgen um Ihre Zukunft?

Man denkt immer mal wieder daran. Ich gehöre ja nicht wegen Diabetes zur Risikogruppe. Ich habe unter anderem wegen einer Hausstaub- und Pollenallergie auch allergisches Asthma. Das sehe ich schon als einen größeren Risikofaktor. Im Alltag bin ich deshalb vorsichtig, aber ich möchte mich nicht von Angst beherrschen lassen. In den kommenden Wochen fange ich nun als Vertretungs-
lehrkraft an.

Was haben Sie in den Monaten des Lockdowns gemacht?

Ich habe einen Job als Babysitterin und arbeite schon länger in einer Familie mit drei Kindern. Eines geht schon zur Schule. Meine Arbeitgeber sind beide Ärzte und voll berufstätig. Ich kümmere mich quasi bis einer der beiden heimkommt. In der Zeit des Lockdowns habe ich auch Lernaufgaben übernommen, jetzt machen wir wieder Hausaufgaben.

Ihre Arbeitgeber sind Ärzte. Da besteht doch die Gefahr, dass einer von beiden Corona mitbringen könnte?

Bei beiden Elternteilen gab es gewisse Vorsichtsmaßnahmen in den Kliniken und auch Corona-Tests, weshalb ich keine großen Bedenken hatte. Wenn die Kinder oder ihre Eltern Symptome gehabt hätten, wäre ich natürlich zu Hause geblieben. Ich wollte die Familie aber auch nicht im Stich lassen.

Gehen Sie in der Schule offen mit Ihrer chronischen Erkrankung um?

Meine näheren Kollegen und die Schulleitung wussten damals im Praxissemester Bescheid. Gegenüber den Kindern habe ich das noch nicht wirklich kommuniziert, weil ich bislang nie allein in der Klasse unterrichtet habe. Wenn ich demnächst damit anfange, werde ich das auf alle Fälle nachholen. Dann können die Kinder etwa Hilfe holen, falls mal etwas ist.

Haben Sie Angst vor einer Ansteckung?

Die Schule, in der ich demnächst anfangen möchte, ist klein. Ich schätze die Gefahr also nicht allzu groß ein. Die Schutzmaßnahmen kenne ich noch nicht, denke aber, die werden in Ordnung sein. Übrigens habe ich mir ganz tolle Masken genäht, nicht nur für den Job, sondern auch für den Alltag. Sie sind aus einem antibakteriellen Stoff und halten auch Hausstaub und Pollen fern. Für mich mit meinem Asthma ist es mit Maske fast besser als ohne.


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