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Lieferengpässe: "Genug Diabetes-Medikamente in Deutschland"

Seit Ausbruch des neuen Coronavirus berichten die Medien vermehrt von Lieferengpässen bei einzelnen Medikamenten. Menschen mit Diabetes fragen sich: Wird jetzt das Insulin knapp? Experten geben Entwarnung

von Dr. Caroline Mayer, 20.03.2020

Viele Wirkstoffe für Medikamente, die in Deutschland erhältlich sind, werden in Asien hergestellt. Seitdem die Corona-Pandemie in China ihren Ursprung nahm und dort viele Produktionsstätten lahmlegte, hakt es in der Lieferkette. Diabetesmedikamente sind davon aber nicht betroffen.

"Patienten müssen keine Lieferengpässe bei Diabetesmedikamenten befürchten", heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Denn Insulin – und andere Arzneimittel für Diabetiker – werden vorwiegend in Deutschland, den USA, Dänemark, Frankreich und Großbritannien hergestellt.

Auch Dr. Jens Kröger, Diabetologe aus Hamburg und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe gibt Entwarnung: "Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen. Wir haben in Deutschland ausreichend viele Insuline zur Verfügung, auch Teststreifen und Pumpen sind genug da."

Zwar komme es tatsächlich immer mal wieder zu Engpässen bei einzelnen anderen Medikamenten – wie zum Beispiel kürzlich bei Antidepressiva. Wenn ein bestimmtes Medikament vorübergehend nicht lieferbar sei, könne man in der Regel aber auf Präparate alternativer Hersteller zurückgreifen, erklärt Kröger. "Im Einzelfall findet man immer eine Lösung."

Was dem Diabetologen mehr Sorge bereitet, ist die Verunsicherung der Betroffenen. Viele Menschen wollten sich jetzt am liebsten für ein halbes Jahr mit Medikamenten eindecken. "Das ist genauso unsinnig wie Hamsterkäufe im Supermarkt", sagt Kröger. "Es reicht aus, wenn jemand sich für ein Quartal versorgt. Wir als Ärzte dürfen ohnehin nur Quartalsbedarf aufschreiben."


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