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Hormonelle Gegenregulation

Sinken die Blutzuckerwerte zu tief, setzt im Körper eine hormonelle Gegenregulation ein, um dies zu stoppen. Bei Diabetes ist dieser Schutzmechanismus oft gestört

13.01.2016
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Ein Mindestmaß an Traubenzucker (Glukose) im Blut ist überlebenswichtig. Denn das menschliche Gehirn benötigt einen beständigen Nachschub an Glukose, um zu funktionieren. Droht der Blutzuckerspiegel zu tief zu sinken, setzt als natürlicher Schutzmechanismus bei gesunden Menschen eine hormonelle Gegenregulation ein, um die Werte wieder ansteigen zu lassen.

Sinkt der Blutzucker unter etwa 80 mg/dl (4,4 mmol/l), drosselt der Körper zunächst die Abgabe von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut. Denn das Hormon schleust Zucker aus den Gefäßen in die Zellen weiter, wirkt also blutzuckersenkend.

Körper antwortet mit Hormonen

Fällt der Spiegel weiter, wird die Glukagonproduktion erhöht. Das Hormon ist der Gegenspieler zu Insulin und fördert die Abgabe von Zuckerreserven ins Blut. Dazu setzt der Organismus verstärkt Adrenalin frei. Das Hormon löst die typischen Unterzuckerungs-Warnzeichen wie Zittern, Schwitzen und Pulsrasen aus. Fällt der Zuckerspiegel weiter, kommen Kortisol und Wachstumshormone hinzu. Sie regen zusätzlich die Zuckerfreisetzung an.

Mechanismus bei Diabetes oft beeinträchtigt

Was bei den meisten zuverlässig funktioniert, ist bei Menschen, die ihren Diabetes mit Insulin oder Tabletten vom Typ der Sulfonylharnstoffe behandeln, anfällig für Störungen. Zum einen kann der Körper in diesem Fall die Insulinmenge nicht einfach drosseln. Zudem reicht die Glukagon-Antwort des Organismus oft nicht aus, wenn zu große Mengen an Insulin gespritzt wurden oder die Tablettendosis zu hoch war.

Dazu kommt, dass auch die Glukagon-Bildung oft beeinträchtigt ist, wenn die Insulin produzierenden Zellen zerstört sind. Beide Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Bei häufigen Unterzuckerungen sinkt häufig die Schwelle, bei welcher der Körper seine Gegenregulation beginnt.