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Fußpflege für Männer

Waschen, pflegen, prüfen: Auch Männer mit Diabetes sollten sich gut um ihre Füße kümmern

von Monika Murphy-Witt, 14.12.2018
Fußpflege

Schauen Sie mal nach unten: Auch unsere Füße verdienen Aufmerksamkeit – immerhin tragen sie uns ein Leben lang


Mehr Aufmerksamkeit

Wir laufen, gehen, stehen auf ihnen, den ganzen Tag lang. Und vergessen sie dennoch. "Füße werden viel zu wenig beachtet", beklagt Podologin Annett Biedermann, Präsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie (ZFD) e. V. "Doch gerade bei Menschen mit Diabetes brauchen die Füße mehr Aufmerksamkeit und Pflege." Die Expertin für podologische Therapie rät deshalb, die Füße mehr in den Fokus zu rücken. Und zwar jeden Tag.

Zur Inspektion

Wegen Nervenschäden spüren manche Menschen mit Diabetes etwa Druck oder Schmerz in den Füßen weniger. Dazu kommt: Die Durchblutung ist schlechter, eine geringere Schweißproduktion führt zu trockener Haut. "Verletzungen werden dann kaum bis gar nicht bemerkt. Bakterien können eindringen und Infektionen verursachen", sagt Biedermann. Wunden könnten entstehen, die im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen, warnt die Podologin und rät: Raus aus Schuhen und Strümpfen und die Füße jeden Tag gründlich inspizieren, am besten mithilfe eines Spiegels. So lassen sich Veränderungen, Druckstellen und kleine Wunden schnell erkennen. Dann sofort zum Arzt!

Grundreinigung

Diabetiker sollten ihren Füßen täglich eine Portion Pflege schenken. Angenehm ist ein kurzes erfrischendes Fußbad (maximal fünf Minuten) mit hautneutralen pflegenden Zusätzen. Vorsicht: Das Wasser sollte auf keinen Fall zu heiß sein, maximal 35 Grad, und die Temperatur mit einem Badethermometer überprüft werden. Aufgrund der Nervenstörung wird die Temperatur häufig falsch eingeschätzt, dann kann es unbemerkt zu Verbrühungen kommen. Anschließend gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen, und mit Creme oder Pflegeschaum (ohne Duft- und Konservierungsstoffe) einreiben. Expertin Biedermann empfiehlt Produkte mit Harnstoff (Urea), die Feuchtigkeit spenden; fettige Salben, Öle und Puder sind un­geeignet.

Fußpflege

Große Wäsche

Ein- bis zweimal pro Woche darf’s bei der Pflege etwas mehr sein. Nach dem Fußbad kürzen Sie die Nägel sanft mit einer Feile. Wegen der Verletzungsgefahr aber auf keinen Fall mit einem Nagelknipser. Leichte Verhornungen entfernen Sie vorsichtig mit einem Bimsstein. Alle scharfen und schneidenden Utensi­lien wie Hornhauthobel oder –raspeln sind tabu! Anschließend gut eincremen.

Richtiges Zubehör

Wichtig bei Diabetes und Fußproblemen: Die Socken sollten faltenfrei sitzen und keine Nähte haben, um Reibung zu vermeiden. "Die Schuhe müssen breit genug und weich gepolstert sein und gut abstützen", sagt Annett Biedermann. Die Podologin rät: "Vor dem Anziehen Schuhe ausschütteln und regelmäßig das Innere Ihrer Schuhe abtasten, um kleine Partikel zu finden, die scheuern könnten. Das verhindert Verletzungen." Achtung: Barfuß laufen ist gesund — aber wegen der Verletzungsgefahr nicht für Diabetiker mit Fußproblemen.

Bitte zum Experten!

Für größere "Wartungsarbeiten" sucht man sich regelmäßig, am besten alle vier Wochen, Unterstützung in einer Fachpraxis für podologische Therapie. "Der Podologe kann so schnell auf Veränderungen wie eingewachsene Nägel oder Hühneraugen reagieren und notfalls auch zum Arzt überweisen", erklärt Expertin Biedermann. Die Behandlung ist angenehm, in manchen Fällen übernehmen die Kassen bis auf eine Zuzahlung der Patienten die Kosten. "Gemeinsam können wir viel für die Fußgesundheit tun", sagt Podologin Biedermann.

Adressen von Podologen finden Sie unter www.podo-deutsch­­land.de/podologenliste


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