In die Sauna bei Diabetes

Wenn es draußen frostig ist, ist es in der Sauna besonders schön. Gesund ist das Schwitzbad ebenfalls – auch bei Diabetes

von Sabine Lotz, 12.01.2018

Wohlig warm: Ein Saunabad entspannt


Mit Diabetes in die Sauna – auf diese Tipps sollten Sie achten:

  • Vorab den Arzt fragen. Der wird denjenigen zur Vorsicht raten, denen – zusätzlich zu einem langjährigen Diabetes – beispielsweise Blutdruck- und/oder Herzprobleme zu schaffen machen. Davon ausgehend kann der Arzt entsprechende Tipps geben oder Herz und Kreislauf vorher prüfen.
  • Mit einem Blutzuckerpolster starten. Weil die Durchblutung der Haut und Unterhaut beim Schwitzen erhöht ist, kann kurz vorher gespritztes Insulin schneller wirken und der Blutzuckerspiegel in der Sauna rascher absinken. Deshalb am besten mit etwa 150 mg/dl loslegen und besser vor der nächsten Insulininjektion saunieren. Der Blutzucker kann in der Sauna aber auch per se steigen.
  • Daher zwischendurch messen. Gerade Sauna-Neulinge müssen noch lernen, wie schnell und wie stark sich Hitze auf ihren Blutzucker auswirkt, und sollten deshalb nicht nur vor und nach dem Saunabesuch, sondern auch zwischen den einzelnen Schwitz-Durchgängen messen. Auch erfahrene Saunagänger sollten im Zweifelsfall lieber einmal zu oft als einmal zu wenig nachmessen.
  • FGM-Sensoren (Flash-Glucose-Monitoring), falls vorhanden, zusätzlich fixieren. Zum Beispiel mit einem Klebeverband oder einem Physio-Tape. So kann sich durch die Schweißeinwirkung nichts lockern. CGM-Sensoren müssen laut Hersteller vor dem Saunagang abgelegt werden.
  • Traubenzucker, Glukosegel oder gezuckerten Obstsaft in den Saunabereich mitnehmen. Damit man sich sofort helfen kann, wenn etwa Schwächegefühle oder Zittrigkeit eine drohende Unterzuckerung ankündigen.
  • Pausen einlegen. Auch wenn es nicht jeder so empfindet: Schwitzen strengt an. Deshalb zwischendurch immer wieder ab auf die Liege und dem Körper eine Pause gönnen.
  • Genug trinken. Was beim Schwitzen an Flüssigkeit verloren geht, muss über Getränke wieder reingeholt werden. Am besten mit Mineralwasser.
  • Die Pumpe nicht mit ins Heißluftbad nehmen. Das Insulin darf nicht heiß werden. Bleibt man solange im Saunabereich, dass eine erneute Insulindosis fällig wird, muss man sich eventuell mit einem Pen behelfen.
  • Sich nicht dicht neben den Saunaofen setzen oder mit bloßer Haut die heißen Bänke und Wände berühren. Wer schon länger Diabetes hat, leidet eventuell unter einer Schädigung der Nerven (Neuropathie) und merkt es nicht, wenn er sich verbrennt. Bei diabetischen Fußproblemen wird vom Saunieren abgeraten.
  • Im Kaltwasserbecken oder mit der Schwalldusche nicht abrupt abkühlen. Der plötzliche Temperatursturz stresst Herz und Kreislauf, die bei vielen Menschen mit Diabetes ohnehin gefährdet sind. Besser langsam unter der Brause abkühlen oder kurz raus an die frische Luft gehen.
  • Nicht barfuß laufen. Menschen mit Diabetes sollten sich vor Fußpilz besonders gut schützen und in Sauna-Landschaften, Wellness-Bereichen usw. Badeschlappen tragen. Ebenfalls wichtig: die Füße in den Schwitzpausen sowie vor dem Anziehen gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Und einen großen Bogen um Desinfektionsmittelspender machen. In deren Umgebung holt man sich nämlich besonders leicht Fußpilz. Besser ein eigenes Anti-Pilzspray mitnehmen und benutzen.
  • Keinen Alkohol trinken. Ist die Leber damit beschäftigt, Alkohol abzubauen, kann sie sich nicht um den Blutzuckerspiegel kümmern und das Unterzuckerungsrisiko steigt.

Fachliche Beratung: Dr. Meinolf Behrens, Diabetologe in Minden


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