Tipps für Brillenträger mit Diabetes

Neue Brille nötig? Dann fragen Sie Ihren Optiker und Ihren Hausarzt oder Diabetologen. Was Brillenträger mit Diabetes wissen müssen

von Birgit Ruf, 27.12.2017

Diabetes: Bei einem Therapiewechsel mit dem Brillenkauf warten


1. Zuerst zum Augenarzt!

Sehen Sie schlecht? Dann lassen Sie sich beim Optiker eine neue Brille oder Kontaktlinsen anpassen. Vorher sollten Sie zum Augenarzt gehen. Er kann die Ursache für Ihre Sehprobleme erkennen und gege­benenfalls behandeln: etwa eine Linsentrübung oder Netzhautschäden. Für beide Erkrankungen erhöht Diabetes das Risiko. Netzhautschäden sind tückisch, weil sie oft erst spät Sehprobleme verursachen. Aber nur eine frühzeitige Behandlung verhindert ein Fortschreiten der Erkrankung.

2. Zuckerschwankungen? Abwarten!

Schwankt Ihr Blutzucker im Laufe eines Tages stark? Oder ändern Sie gerade Ihre Diabetestherapie, um die Blutzuckerwerte zu verbessern? Dann sollten Sie mit dem Kauf Ihrer neuen Sehhilfe noch warten. Der Grund: Abhängig vom Blutzucker kann sich nicht nur die Brechkraft der Linse ändern (bei hohen Blutzuckerwerten schwillt sie an, bei niedrigen schrumpft sie), sondern auch die der Hornhaut.  Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Diabetologen, und lassen Sie sich erst dann eine Sehhilfe anpassen, wenn sich Ihre Werte stabilisiert haben. Das kann ein paar Wochen dauern.

3. Lieber hart als weich

Gibt der Augenarzt grünes Licht für Kontaktlinsen, sollten Sie sich für harte Linsen entscheiden. Weiche sind weniger gasdurchlässig, die Hornhaut wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. Dadurch erhöht sich das Risiko für Gefäßeinsprossungen in der Hornhaut.

4. Brille statt Linse!

Bei Entzündungen am Lid (z. B. Gerstenkorn) oder am Lid­rand: abheilen lassen, auf Kontaktlinsen verzichten. Wer zu Entzündungen neigt (das Risiko ist bei Diabetes erhöht), für den eignen sich Brillen besser.   

5. OP gegen Fehlsichtigkeit gut planen!

Sie möchten Ihre Fehlsichtigkeit durch eine Laseroperation der Hornhaut korrigieren lassen, haben aber schlechte Blutzuckerwerte? Dann sprechen Sie mit Ihrem Dia­betes-Arzt. Voraussetzung für den Eingriff sind stabile Blutzuckerwerte ohne große Schwankungen. Diese könnten die Wundheilung stören und erschweren die korrekte Berechnung der Hornhaut-Brechkraft, die vor der OP notwendig ist.

Beratung: Dr. Nicola Herzog, Augenärztin in Nördlingen


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