Sonnenschutz bei Diabetes

Im Sommer benötigt die Haut Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Nicht nur, aber auch bei Diabetes. Wichtige Tipps und worauf Sie etwa bei Sonnencreme achten sollten

von Andrea Grill, aktualisiert am 23.06.2016
Frau cremt sich die Schulter mit Sonnencreme ein

Sonnenschutz: Mit Sonnencreme nicht geizen


Vier von fünf Frauen und immerhin zwei Drittel aller Männer in Deutschland tun es. Sie benutzen Sonnencreme, um ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Und trotzdem führt der Sonnenbrand die Hitliste sommerlicher Hautprobleme klar an. Es scheint in puncto Sonnenschutz also noch einigen Nachholbedarf zu geben.

Trockene Haut bei Diabetes gut pflegen

Sonnenschein beschert unserem Körper Glückshormone, lebenswichtige Vitamine und Abwehrstoffe gegen Infekte. Doch der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal. Die Kehrseiten der UV-Strahlung reichen von Hauttrockenheit über vorzeitige Hautalterung bis hin zu Sonnenbränden und einem erhöhten Krebsrisiko.

Wer Diabetes hat und ohnehin zu trockener Haut neigt, muss sich im Sommer noch sorgfältiger schützen und pflegen, um Fett- und Feuchtigkeitsverluste auszugleichen. "Die wichtigste Regel, wenn Sommerwetter zu Ausflü­gen nach draußen lockt, heißt: Eincremen von April bis September!", sagt Dermatologe Professor Eggert Stockfleth, Präsident der Europäischen Hautkrebsstiftung in Berlin. Zwar kann sich die Haut in gewissem Maß selbst gegen UV-Strahlen wappnen, indem sie dunkle Pigmente (Melanine) bildet. Aber diese Fähigkeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt, und je heller der Teint, desto kürzer ist die Eigenschutzzeit. Mit der folgenden Übersicht können Sie herausfinden, zu welchem Hauttyp Sie zählen.

Die vier Hauttypen in Mitteleuropa

Sonnenschutz: Besser Creme als Spray

Möchten Sie die Sonne länger genießen, sollten Sie auf unbekleidete Hautpartien in jedem Fall ein Sonnenschutzmittel auftragen. Das Angebot an solchen Produkten ist mittlerweile genauso groß wie die Ratlosigkeit vieler Verbraucher, wenn sie vor Regalen mit zahllosen Flaschen, Tuben und Sprays stehen. Eggert Stockfleth gibt eine kleine Einkaufshilfe: "Greifen Sie lieber zu einer Creme als zu einem Spray, denn beim Aufsprühen verpufft immer ein Teil in der Luft." Das Mittel sollte sich auf der Haut angenehm anfühlen – "der beste Sonnenschutz hilft nichts, wenn Sie ihn nicht auftragen mögen!"

Nicht jedes Sonnenschutzmittel wirkt auf die gleiche Weise. Es gibt chemische und mineralische Lichtschutzfilter. Chemische Filter dringen in die Haut ein, nehmen UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Es dauert nach dem Auftragen einige Zeit, bis die schützenden Moleküle eingezogen sind. Mineralische Mittel legen sich wie ein Schutzfilm über die Haut und reflektieren die UV-Strahlung. Die meisten Präparate kombinieren chemische und physikalische Filter.

Sonnencreme sollte vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützen

"Tragen Sie den Sonnenschutz immer 30 Minuten vorab auf, im Urlaub zum Beispiel noch im Hotel, bevor Sie an den Strand gehen", rät Experte Stockfleth, "auch wenn ein Produkt mit dem Hinweis ‚wirkt sofort‘ wirbt."

Ihre Sonnencreme sollte nicht nur vor UV-B-Strahlung schützen, sondern auch einen wirksamen UV-A-Filter enthalten. Geeignete Produkte erkennen Sie am kreisförmigen Logo mit den Buchstaben "UVA". Der Lichtschutzfaktor (LSF) bezieht sich nur auf den UV-B-Schutz. Er gibt an, um wievielmal länger Sie sich mit geschützter im Vergleich zu ungeschützter Haut gefahrlos in der Sonne aufhalten können. Ein Rechenbeispiel: Sie entsprechen dem Hauttyp 2, Ihre Eigenschutzzeit liegt damit bei maximal zwanzig Minuten. Eine Creme mit LSF 20 dehnt diesen Zeitraum rechnerisch auf 400 Minuten aus. Der Rat des Dermatologen: "Wählen Sie mindestens LSF 30, und nutzen Sie das errechnete Zeitfenster (es gilt immer für 24 Stunden) nie ganz aus."

Sonnenschutz: Beim Eincremen nicht geizen

Fürs Eincremen selbst gilt: Klotzen, nicht kleckern. Damit der angegebene LSF erreicht wird, braucht ein Erwachsener rund 40 Gramm Creme. Beim Dosieren hilft die "Neunerregel". Teilen Sie die Oberfläche Ihres Körpers in neun Bereiche ein: Kopf inklusive Nacken, jeder Arm, jeweils beide Oberschenkel, jeder Unterschenkel mit Fuß sowie Brust und Rücken. Bedecken Sie den ausgestreckten Mittel- und Zeigefinger mit Creme, und verteilen Sie diese Menge auf jeder der neun Flächen. Da sich die Creme im Lauf der Zeit abreibt, sollte der Schutz pro Tag mehrmals erneuert werden.

Steht ein Badeausflug oder Urlaub am Meer an, gehört auf jeden Fall eine "wasserfeste" Sonnencreme ins Gepäck. Nehmen Sie diese Angabe aber nicht zu wörtlich. Beim Baden und anschließenden Abtrocknen reibt sich immer ein Teil des Schutzfilms ab. Cremen Sie sich deshalb nach jedem Aufenthalt im Wasser neu ein. Und dehnen Sie das Badevergnügen nicht allzu sehr aus, denn auch Schwimmen trocknet Ihre Haut aus. Geben Sie ihr zwischendurch Zeit zum Regenerieren.

Auch im Schatten ist Sonnenschutz wichtig

Also immer wieder ab in den Schatten! Oder? Vorsicht – Bäume, Sonnenschirme und selbst Wolken filtern immer nur einen Teil der Sonnenstrahlung. Auf der sicheren Seite sind Sie nur unter einem festen Dach. "Die Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung zwischen elf und 15 Uhr sollten Sie grundsätzlich nicht im Freien verbringen", empfiehlt Hautarzt Stockfleth, "dann bekommen Sie 75 Prozent der schädigenden Strahlen gar nicht erst ab." Nicht zufällig werde diese Tageszeit in südeuropäischen Ländern für eine ausgiebige Siesta genutzt.

"Der beste Schutz ist Kleidung", heißt es auch oft. Das stimmt so pauschal nicht, denn bei Textilien gibt es große Unterschiede. Eine Faustregel: Die Kleidung sollte locker sitzen, der Stoff möglichst dicht gewebt und dunkel sein. Dazu gehört immer eine Kopfbedeckung. Vor allem Kinder- und Sportkleidung gibt es auch mit "eingebautem" Sonnenschutz zu kaufen. Der textile Lichtschutzfaktor UPF ist in etwa vergleichbar mit dem LSF der Sonnenschutzmittel. Textilien, die mit dem Prüfsiegel "UV-Standard 801" ausgezeichnet sind, schützen auch dann, wenn sie nass sind oder gedehnt werden.

Bei Diabetes auch die Augen vor der Sonne schützen

Da UV-Strahlen auch die Augen schädigen können, brauchen Sie an wolkenlosen Tagen eine Sonnenbrille mit UV-Filter. Ganz besonders, wenn Sie an einer diabetesbedingten Netzhautschädigung oder grauem Star leiden. Geeignete Brillen haben ein CE-Zeichen auf der Innenseite des Bügels. Wenn Sie nicht sicher sind, können Sie den UV-Schutz Ihrer Brille auch beim Optiker prüfen lassen.

Denken Sie als Diabetiker auch daran, den Sonnenschutz durch eine hochwertige Hautpflege zu ergänzen. Eggert Stockfleth rät: "Cremen Sie sich morgens und auch abends nach der Dusche mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion ein." Diese sollte wenige, dafür hochwertige Inhaltsstoffe enthalten. Vermeiden Sie reine Fettsalben. Sie blockieren den Luftaustausch und die Wärmeregulation. "Besonders wohltuend für trockene Haut sind Produkte mit Harnstoff", so Stockfleth.

Der passende Sonnenschutz: Apotheker können Rat geben

Auf Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe können Sie bei Ihrer Hautpflege dagegen getrost verzichten. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Produkte für Sie am besten geeignet sind. Mit dem passenden Sonnenschutz, geeigneter Kleidung und sorgfältiger Pflege ist Ihre Haut auf die Sommersaison gut vorbereitet, und Sie können das tun, was im Sommer am meisten Spaß macht: Rausgehen und die schönste Zeit des Jahres genießen!


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