Basalratentest: So geht er

Ab und zu steht bei Typ-1-Diabetes ein Basalratentest an. So läuft er ab
von Daniela Pichleritsch, 07.02.2018

Der Basalratentest hilft, den Grundbedarf an Insulin richtig einzuschätzen

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Wer soll testen?

Typ-1-Diabetiker. Sie führen Insulin per Pen oder Pumpe zu – als Bolus zu den Mahlzeiten und zur Korrektur erhöhter Werte und um den Grundbedarf abzudecken. Doch dieser kann sich ändern, etwa bei Gewichtszu- oder -abnahme, bei hormonellen Veränderungen, bei Stress etc. 

Wann ist der Test sinnvoll?

Der Test ist sinnvoll, wenn Sie zum Beispiel oft nüchtern oder vor den Mahlzeiten zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte haben. Oder wenn die Glukoseverläufe nicht mehr nachvollziehbar sind. Das können Zeichen für eine nicht passende Basalrate sein

Das Prinzip

Um die Basalrate zu testen, lassen Sie an 3 Tagen jeweils nur eine unterschiedliche Hauptmahlzeit weg und messen den Zucker engmaschig. Bei ganztägigem Fasten würde der Insulinbedarf allein dadurch steigen. Daher sollten Sie immer nur einzelne Mahlzeiten auslassen

Stundenplan für den Basalratentest:

Anmerkung: Das ist nur ein Beispiel. Ihr Diabetesteam kann Ihnen auch ein anderes Vorgehen empfehlen

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Die Startbedingungen

  • Ab 12 Stunden vor Testbeginn und während des Tests: auf Sport und Alkohol verzichten. Das beeinflusst die Insulinwirkung und kann das Ergebnis verfälschen. Bei Unterzuckerung: Test verschieben
  • Jeweils 6 bis mindestens 3 Stunden vorher: nichts essen, nur Wasser trinken; erhöhte Zuckerwerte nicht korrigieren (oder den Test verschieben); am 1. Testtag Blutzuckermessung gegen 2 Uhr, um nächtliche Unterzuckerung auszuschließen
  • Bei Testbeginn sollte Ihr Blutzucker in einem mit dem Arzt vereinbarten Ziel­­bereich liegen: ca. 90 – 160 mg/dl (5,0 – 8,9 mmol/l); bei Unter- oder Überzucker: Test verschieben!

Nicht testen, wenn Sie akut erkrankt sind. Außerdem vor und während der Periode. In dieser Zeit kann Ihr Insulinbedarf anders sein als sonst

Test abbrechen bei:

  • einem Wert von unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l): Nehmen Sie schnelle Kohlen­­hydrate zu sich
  • einem Wert von über 250 mg/dl (13,9 mmol/l): Korrigieren Sie den erhöhten Wert mit Insulin

So werten Sie den Test aus

Weichen Ihre Zuckerwerte im jeweiligen Messzeitraum um höchstens 20 bis 30 mg/dl (1,1 bis 1,7 mmol/l) vom Wert zu Mess­beginn ab? Dann muss die Basal­dosis nicht geändert werden.

Stärkere Abweichungen sind ein Hinweis, dass die Basal­rate zu hoch oder zu niedrig ist. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und wie Sie Ihre Insulindosis anpassen sollten.

Faustregel: schrittweise um zehn Prozent erhöhen oder senken.

Fachliche Beratung: Dr. Bernhard Gehr, Diabetologe, Fachklinik Bad Heilbrunn


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