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Sehstörungen durch Insulin?

Nach Beginn einer Insulintherapie kann sich die Sicht verschlechtern. Oft verschwindet das Problem bald. Eine Augenexpertin erklärt, was in dieser Phase wichtig ist

von Andrea Grill, 08.11.2016

Nach Beginn einer blutzuckersenkenden Therapie, in Ihrem Fall mit Insulin, sind vorübergehende Sehstörungen möglich. Der Grund: Bei einem unbehandelten oder schlecht eingestellten Dia­betes mit hohen Blutzuckerwerten kommt es zu Stoffwechselstörungen in der Augenlinse, die zur Quellung der Linse führen. Dadurch verändert sich ihre Brechkraft.

Wenn sich die Blutzuckerwerte infolge einer Änderung der Diabetestherapie auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert haben, normalisiert sich der Stoffwechsel in der Augenlinse und die Brechkraft ändert sich erneut. Dies dauert unter Umständen mehrere Wochen. Während dieser Phase sollten Sie sich keine neuen Gläser anpassen lassen.

Grundsätzlich rate ich Diabetespatienten aber, sich insbesondere bei neu auftretenden Sehstörungen immer sofort an den Augenarzt zu wenden. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil erhöhte Blutzuckerwerte auf Dauer zu Netzhautschäden führen können, die das Augenlicht bedrohen. Werden sie rechtzeitig erkannt, kann eine gezielte Therapie verhindern, dass es zu bleibender Sehschwäche oder gar zur Erblindung kommt.

Prof. Dr. med. S. Trauzettel-Klosinski

Professorin Dr. Susanne Trau­zettel-Klosinski
Department für Augenheilkunde, Universität Tübingen


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