Laborwerte: Albumin

Albumin ist ein Eiweiß. Der Nachweis von Albumin im Urin hilft dabei, einen diabetesbedingten Nierenschaden schon im Frühstadium festzustellen

aktualisiert am 05.04.2017
Albumintest

Der Nachweis von Albumin im Urin kann zum Beispiel durch Teststreifen erfolgen


Was ist Albumin?

Albumin ist ein kleines Eiweiß (Protein). Ein großer Teil des im Körper vorhandenen Albumins befindet sich im Blutplasma, der Rest im Gewebe.

Welche Funktionen hat Albumin im Körper?

Albumin bindet Wasser und verhindert so, dass Blutflüssigkeit durch die Gefäßwände ins Gewebe sickert. Ein Mangel an Albumin kann dazu führen, dass der Blutdruck sinkt und Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe entstehen (Ödeme). Mögliche Ursache eines Albuminmangels ist beispielsweise ein schwerer Leberschaden, da Albumin in der Leber hergestellt wird.

Welchen Zweck erfüllt der Albumintest im Urin bei Diabetes?

Der Nachweis von Albumin im Urin kann zur Früherkennung eines diabetesbedingten Nierenschadens herangezogen werden. Im Normalfall scheiden die Nieren in 24 Stunden höchstens 20 Milligramm (mg) Albumin aus. Steigt der Wert auf 30 bis 300 mg Albumin pro Tag, spricht man von einer Mikroalbuminurie (bei mehr als 300 mg pro Tag von einer Makroalbuminurie). Größere Albuminmengen gelangen in den Urin, wenn die kleinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen, die den Urin aus dem Blut abfiltern, zum Beispiel durch erhöhte Blutzuckerspiegel geschädigt sind (Mikroangiopathie).

Wann sollten Diabetiker zum Albumintest?

Um eine Nierenschädigung (diabetische Nephropathie) früh zu erkennen, sollten Diabetiker einmal pro Jahr ihren Urin auf Albumin untersuchen lassen. Der Arzt kann das Albumin im Einzelurin oder im 24-Stunden-Sammelurin bestimmen. Wichtig: Erst wenn zwei Tests im Abstand von zwei bis vier Wochen erhöhte Werte ergeben, ist von einer Nierenschädigung auszugehen. Denn Albumin kann auch aus vielen anderen Gründen vorübergehend im Urin nachweisbar sein, etwa nach anstrengendem körperlichen Training oder bei einem Harnwegsinfekt. Um die Nierenfunktion zuverlässig zu beurteilen, sollte zusätzlich die Kreatinin-Clearance bestimmt werden, wofür neben einer Urinprobe auch eine Blutentnahme nötig ist.

Diabetesbedingte Nierenschäden (diabetische Nephropathie) gehören zu den häufigsten Folgeschäden eines Diabetes mellitus vom Typ 1 oder Typ 2. Allerdings gibt es gerade bei Typ-2-Diabetes auch Nierenkrankheiten, die nicht mit einer vermehrten Albuminausscheidung im Urin einhergehen. Auch aus diesem Grund sollte neben dem Albumintest regelmäßig die Kreatinin-Clearance bestimmt werden.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Außerdem gibt es unter Umständen tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.


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