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Glück auf Rezept:
Ich war richtig glücklich, als ...

... ich sofort einen Parkplatz gefunden habe, schreibt Dagmar M. aus Aschaffenburg

von Dr. Eckart von Hirschhausen, 08.11.2016
Kabarettist Dr. Med. Eckart von Hirschhausen

Dr. med. Eckart von Hirschhausen


Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist, analysiert für Leser des Diabetes Ratgeber individuelle Glücksmomente und stellt für jeden das passende Glücksrezept aus:

Liebe Dagmar,

einen Parkplatz zu finden kann gerade in der Innenstadt eine tief beglückende Erfahrung sein. Es ist so unwahrscheinlich, dass viele schon das "Universum" bemühen, um sich einen Parkplatz zu "bestellen", und davon überzeugt sind, dass es "funktioniert"!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Universum eine Instanz gibt, die nichts Besseres zu tun hat, als für uns kleine Erdenbürger Parkplätze zu organisieren. Wie der meiste Aberglaube dürfte auch dieser aus dem menschlichen Wunsch entstanden sein, einer Situation, die einen ärgert, nicht hilflos ausgeliefert zu sein und einen "Gegenzauber" zu entwickeln. Sympathischer sind mir die Menschen, die sich wie Sie freuen, wenn es klappt, aber darin nicht gleich höhere Mächte am Werke sehen.

Dass ich eine Lücke eher entdecke, wenn ich mit einer positiven Erwartung auf die Suche gehe, ist wissenschaftlich belegbar. Stress und Ärger engen unsere Wahrnehmung wie Scheuklappen ein, wir rauschen vor Wut an der Parklücke vorbei, ohne sie zu sehen. Sind wir gut gelaunt unterwegs, sehen wir sogar Parkplätze, wo gar keine sind, Knöllchen inklusive. Worüber ich mich immer wieder aufregen kann: "Einfahrt frei halten" an Stellen, wo schon seit Jahren niemand mehr ein- und ausgefahren ist. Warum ist das potenzielle Bedürfnis des Anwohners wichtiger als mein ganz praktisches?

Bei der Parkplatzsuche zeigt sich der Charaktertyp: Der Ängstliche parkt sofort, wenn 1.000 Meter vor der Haustür etwas frei ist. Der Draufgänger fährt auch an dem Parkplatz 100 Meter vor der Tür vorbei, es könnte ja noch näher etwas geben. Der Rücksichtslose parkt immer direkt vor der Tür – in zweiter Reihe. Der Perfektionist sucht sich erst den Stellplatz, dann die passende Wohnung dazu. Und der Griesgram setzt sich zum Zeitvertreib mit diebischer Freude einfach nur ins Auto und fährt nicht los, zählt aber die Leute, die ihn fragen, ob denn gleich der Parkplatz frei wird.

Und der Glückliche? Der denkt vor dem Anlassen des Motors schon ans Abstellen, kalkuliert dies in seine CO2-, Zeit- und Ärger-Bilanz mit ein – und fährt Fahrrad.


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